Schießen wie zu Zeiten von König Ludwigs II.

Erich Schmidt (links) gewann die handgemalte Ehrenscheibe der Isener Zimmerstutzen-Runde, die von Edmund Sanner (hält einen historischen Zimmerstutzen) zu seinem 75. Geburtstag gestiftet wurde. Foto: az

Isen

(az) – Mit dem Zimmerstutzen wurde schon zu Zeiten von König Ludwig II. geschossen, wenn man sich in den kalten Wintermonaten in den Nebenraum oder in die Kegelbahn des Gastwirtes zurückzog. In Ehren gehalten wird das Schießen mit dieser Traditionswaffe bei der Feuerschüt- zengesellschaft Isen, wo jährlich noch Meisterschaften und Königswürden zu erringen sind. Hier wird auch der uralte Brauch des „Vortl-Schiessens“ von einer verschworenen Gruppe, der sogar fünf Frauen angehören, an 15 Schießtagen begangen. 15 Schützen sind es auch im Schnitt, berichtet Edi Sanner, die sich samstags im Schützenhaus am Bauhof treffen. Diesmal seien es sogar 22, stellt der Ehrenschützenmeister stolz fest, die seine Schützenscheibe ergattern wollen, die er zu seinem 75. Geburtstag gestiftet hat. Malen ließ er sie von Kirchenmalermeister Robert Grundler. Mit ein paar routinierten Handgriffen ist die 10-Meter-Schießanlage auf die traditionellen 15 Meter umgebaut, an der sonst mit dem Luftgewehr geschossen wird. 15 Meter seien nur noch in ganz wenigen Vereinen möglich, lobt Sanner die Vorzüge der vereinseigenen Schießanlage. 81-jähriger Zimmerstutzen-Präsident Schießstandaufseher und „Zimmerstutzen-Präsident“ ist der 81-jährige Sepp Stadlöder, der beim Oktoberfest-Landesschießen 2006 sensationell abschnitt und einen fünften Platz erreichte. Während Stadlöder die runden Bleikügelchen mit einem Kaliber von 4,5 Millimetern zusammen mit den Zündhülsen ausgibt, erklärt Seriensieger Erich Schmidt den Reiz der Traditionswaffe. Dieser bestehe neben dem historischen Aspekt aus der, im Gegensatz zu einem Luftgewehr, erheblich schlechteren Schusspräzision, die schon so manchen Favoriten verzweifeln ließ. Doch Schmidt hat einen guten Tag erwischt. Nur eine einzige Kugel darf er abfeuern auf die kleine rote Scheibe. Er beweist das ruhigste Händchen und landet einen sehr guten Zehner. Neben der Ehrenscheibe wird wie an jedem Schießtag noch die kleine Brotzeitscheibe ausgeschossen, die wie jedes Mal von Stadlöder handgefertigt ist. Hier erntet der Gewinner den meisten Applaus nicht nur wegen seiner Schießkunst, sondern auch, weil er die Brotzeit für den nächsten Schießabend ausgeben darf. Auf „unerklärliche“ Weise wird jedem in der Runde einmal diese Ehre zuteil. Diesmal gibt es mit Maria Anderka eine Gewinnerin und die Freude ist groß als es endlich zum gemütlichen Teil übergeht. 

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