Heißenhuber macht Mut

Wir sitzen alle in einem Boot

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Alois Heißenhuber rief zu Nachhaltigkeit auf.

Agrarökonom Alois Heißenhuber zeigte kritisch Zusammenhänge auf, machte beim RdL aber Mut für die kommende Zeit

Velden – Großes Interesse fand der Vortrag von Agrarökonom Alois Heißenhuber im Gasthaus Maxlwirt, zu dem der Ring der Landwirte eingeladen hatte. Der viel gereiste und erfahrene Experte für landwirtschaftliche Belange sagte gleich zu Beginn, dass keine Vorhersagen möglich seien, er möchte Zusammenhänge aufzeigen und die Rolle der Landwirtschaft für Nahrung, Kultur und Energie durchleuchten, aber gleichzeitig Mut für die kommende Zeit machen. Die Landwirtschaft sei Verursacher bei Erosion und Eutrophierung ( Nährstoffeintrag) und gleichzeitig Betroffener durch Klimawandel und den folgenden Ertragsschwankungen, sagte Heißenhuber und nannte die „Sieben Felder“: Boden, Wasser, Klima, Biodiversität, Energie und Ressourcen, Mensch und Tier. „Wir sitzen alle in einem Boot“, mahnte er an. Die Nachhaltigkeit sei wichtig und damit meinte er vor allem den Boden. Er nannte an Beispielen die größer werdenden Wüsten in China, die Winderosion in Norddeutschland, Bodenerosion in der Ukraine und zeigte mit Bildern Schäden durch Wassererosion. Heißenhuber führte das Problem Wasser und Nitrat auf, das durch die Gülletransporte aus den Niederlanden an der deutschen Grenze das Limit erreicht habe, die CO2-Emissionen, welche unbedingt „nach unten“ gefahren werden müssen. „Anstieg der globalen Treibhausgase seit dem Jahr 2000 in Deutschland: Dreiviertel Milliarden Tonnen, das entspricht zehn Tonnen pro Kopf“, schimpfte Heißenhuber lautstark. Klimaschutz könne ein Land nicht alleine durchführen, sagte Heißenhuber, „wir können nur eine Vorbildfunktion ausüben.“ Die Energiewende muss bezahlbar sein, so könne man auch den Urwald retten, meinte er. Zum Punkt Biodiversität (biologische Vielfalt) zog er ein negetives Beispiel und erzählte, dass in China 100.000 Menschen damit beschäftigt seien, Bäume künstlich zu befruchten, weil es keine Bienen mehr gebe.Heißenhuber kritisierte die Aneignung von Agrarflächen durch Investoren in vielen Ländern zum Zweck der Energie- und Nahrungsgewinnung. Er zeigte die Beziehung Rohöl- und Getreidepreis auf und erinnerte an die ausgebeuteten Erntehelfer in den Ländern, aus denen wir Gemüse und Kleidung beziehen. „Die Landwirtschaft gibt es nicht“, sagte er, zu unterschiedlich seien die Betriebe und die Menschen.Eine Balance zwischen Einkommen und Lebenshaltung ist einzuhalten, um zufrieden zu sein, mahnte Heißenhuber an. Zur Umsetzung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise nannte er die Eigenverantwortung, das Einhalten der Gesetze und deren Fortschreibung, die Forschung, die Anreize für erwünschte Handlungsweisen, die ehrliche Kennzeichnung von Gütern und die Aus- und Fortbildung. In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden die Flächenprämien, die Weltmarktpreise, die Importe aus armen Ländern und der Strukturwandel behandelt. Agrarökonom Alois Heißenhuber meinte abschließend: „Wir haben nicht die Einheitslandwirtschaft, wir haben die Vielfalt, und das sollen wir nutzen“.gb

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