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„Spaziergänger“ sind keine Mitläufer

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Von: Birgit Lang

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Maskierte Leute an einem kunterbunten Stand am Abend
Der Stand von „Dorfen ist bunt“ an einem Montagabend © hes

Zum Bericht: „Dorfen ist bunt“ zeigt Flagge gegen „Spaziergänger“ vom 12. Januar 2022

Spazierengehen ist gesund und eine der wenigen Betätigungen, die für alle in einer Zeit der staatlichen Beschränkungen möglich ist. Die Montagsspaziergänge, die sich seit einigen Wochen flashmobartig mit steigender Teilnehmerzahl in mehr als 1000 Orten in Deutschland (Radio München, 13.1.2022) wiederholen, bieten aufgrund ihrer magischen Außenwirkung viel Raum für Spekulationen und Verschwörungstheorien.

So vermuten Teilnehmer von „Dorfen ist bunt“ bei einer Gegenveranstaltung am Montag, den 10.1.2022, dass Spaziergänger „(…) von rechten Organisationen für demokratiefeindliche Zwecke missbraucht werden.“ Man spricht von Dialogbereitschaft und schmettert einem interessierten Spaziergänger, der sich dem Infotisch von „Dorfen ist bunt“ nähert, ein moralisierendes „Braun ist keine Farbe!“ entgegen. Und man zeigt sich entrüstet, dass sich die Spaziergänger zu Menschen mit rechter Gesinnung stellen und Seite an Seite mit diesen durch Dorfen ziehen würden. Der unbedarfte Leser des Berichts wird spätestens jetzt glatzköpfige Skandierer mit Springerstiefeln vor seinem inneren Auge durchs beschauliche Städtchen marschieren sehen, und sich angewidert abwenden.

Mit diesen gängigen Narrativen werden in den letzten beiden Jahren regelmäßig regierungskritische Äußerungen diskreditiert und Menschen diffamiert. Dies findet jetzt auch auf regionaler Ebene in unserem direkten Umfeld statt, und macht schon sehr nachdenklich. Die Vertreter von „Dorfen ist bunt“ waren vor Ort und hatten auch hinter Maske und Flatterband die Möglichkeit, anderes zu beobachten und in den Dialog zu treten. Spaziergänger sind ein kritischer Teil der Bevölkerung, der die politisch Agierenden sehr genau beobachtet, gut informiert ist und sich nicht naiv instrumentalisieren lässt, sondern im Gegenteil zur Einhaltung der demokratischen Prinzipien, die im Grundgesetz verankert sind, aufruft. Viele Menschen hat auch einfach nur die Angst vor einer Impfpflicht auf die Straße gebracht. Dass bei vielen Bürgern nun ein politisches Bewusstsein erwacht ist, ist ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft nicht nur in unserem Land.

Gisela Pongratz-Schuster, Dorfen

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