1. meine-anzeigenzeitung
  2. Lokales
  3. Dorfen

Neues Zuhause in Haag

Erstellt:

Von: Mayls Majurani

Kommentare

Pfarrer Pawel Idkowiak überreicht ein Bild von Mutter Teresa an Wohngruppenleiter Raphael Stellner.
Pfarrer Pawel Idkowiak überreicht ein Bild von Mutter Teresa an Wohngruppenleiter Raphael Stellner. © Karlheinz Günster

Stiftung Ecksberg investiert 1,3 Millionen für Außenwohngruppe für Menschen mit körperlichen oder geistigem Handicap

Haag – Neun Menschen mit leichter körperlicher oder geistiger Behinderung haben im Osten von Haag ein neues Zuhause gefunden. Das Gebäude in der Ramsauer Straße steht bereits seit zwei Jahren, doch erst jetzt ließen die Corona-Beschränkungen die Einweihungsfeier zu. Gekommen waren neben Bürgermeisterin Elisabeth Schätz die Vertreter des Bauherren der Stiftung Ecksberg sowie Angehörige der Bewohner.

In den Ansprachen wurde deutlich, dass es einen Plan zum Bau einer Außengruppe schon länger gibt aber, dass es schwierig war, ein geeignetes Grundstück dafür zu finden. Allgemein, erklärte Stefan Reiter als kaufmännischer Vor-stand der Stiftung Ecksberg auf Nachfrage, sei es das Bestreben, kleinere Wohngruppen vor Ort einzurichten, dort wo die Betroffenen leben. Deshalb habe man an Haag festgehalten, weil die Bewohner aus der Umgebung kommen. Ein Gebäude anderswo sei keine Option gewesen. Das sei von der Politik aufgrund der Inklusion, der Teilhabe von behinderten Menschen am Leben, auch so gewollt.

Somit sind diese Menschen nicht in einer großen Einrichtung unter sich, sondern möglichst zentral in einem Ort, in dem sie auch einkaufen und sich frei bewegen können. Daher verfügt die Stiftung mittlerweile über 30 Außenwohngruppen. Die in Haag kostete 1,3 Millionen Euro , das Geld habe die Stiftung selbst aufgebracht, Zuschüsse gab es keine, so Stefan Reiter.

Das Haus ist für Rollstuhlfahrer bewohnbar, in jedem Zimmer befindet sich eine Dusche. Ein großes Bad, eine Essküche und ein Wohnzimmer werden gemeinschaftlich genutzt. Organisatorisch ist das Haus der Wohngemeinschaft in Ramsau zugeordnet. Geweiht ist es der Mutter Teresa, die für ihre große Barmherzigkeit besonders schwachen und benachteiligten Menschen gegenüber bekannt war. Den Segen dazu sprach Pfarrer Pawel Idkowiak.

Marianne Osl von der Stiftung Ecksberg erinnerte an die Zeit vor acht Jahren, als ein Grundstück gesucht worden ist. Das sei, wusste Dr. Alexander Skiba aus der Vorstandschaft, auch durch die Bürgermeisterin Elisabeth Schätz möglich geworden, denn auf dieser Parzelle musste erst einmal Baurecht geschaffen werden.

Dr. Alexander Skiba hob hervor, dass es im ersten Konzept bis heute „wenig Abweichung“ gibt, es sei alles gut umgesetzt worden. Der Leiter des Hau-ses, Raphael Stellner, ergänzte dass jetzt neun Menschen im Alter von 20 bis 46 Jahren hier leben, das laufe sehr harmonisch ab, man wolle „keinen mehr hergeben“.

Was es bedeutet, hier zu leben, schilderte die 33-jährige Nadine mit einfachen, aber berührenden Worten. Sie habe noch keinen Tag bereut, dass sie aus ihrem zwei Kilometer entfernten Zuhause ausgezogen sei. Ihre Mutter habe sie schweren Herzens gehen lassen, um der Tochter mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen. Hier lerne sie viel und sie sei sehr dankbar dafür, dass das überhaupt möglich sei.

kg

Auch interessant

Kommentare