Sinnvolle Investition

Stützpunktfeuerwehr Taufkirchen hat neues Einsatzfahrzeug für 283.043 Euro erhalten 

2. Kommandant Alex Aul erklärt (3.v.l.) den Gemeinderäten Tom Unterreitmaier, Kurt Empl, Valentin Bitzer und Christoph Puschmann die Ausstattung des TLF 3000.
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2. Kommandant Alex Aul erklärt (3.v.l.) den Gemeinderäten Tom Unterreitmaier, Kurt Empl, Valentin Bitzer und Christoph Puschmann die Ausstattung des TLF 3000.

Mit der ausgetüftelten Planung des TLF 3000 begann die Feuerwehr bereits im Dezember 2018

Taufkirchen – Die Stützpunktfeuerwehr Taufkirchen hat eine „Allzweckwaffe“: ihr neues TLF 3000. Kommandant Holger Müller und drei weitere Kameraden stellten das neue „Prachtstück“, wie es ein Bürgermeister Stefan Haberl nannte ihm und den Gemeinderäten vor.

Ganz billig war das TLF 3000 nicht. 278.824 Euro sei die Auftragssumme gewesen, erklärte Haberl vorab. Die Regierung von Oberbayern habe die Anschaffung mit einem Zuschuss von 70.000 Euro gefördert. Die tatsächliche Auftragssumme sei aber etwas höher ausgefallen mit 283.043 Euro und somit auch die Ausgaben für die Gemeinde mit über 213.000 Euro. Weil das Feuerwehrwesen eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei, rüste man die Freiwilligen Feuerwehren aber gerne gut aus, betonte er und würdigte das große Engagment der Ehrenamtlichen.

Mit der ausgetüftelten Planung des TLF 3000 begann die Feuerwehr bereits im Dezember 2018. An die 900 Stunden haben Kommandant Müller, 2. Kommandant Alexander Aul, Gerätewart Peter Nitzl, Zugführer Florian Tremmel, Gruppenführer Dominik Blumoser sowie Jugend- und Gerätewart Stefan Losert bis Mitte März 2019 in die Ausstattung investiert. Nun haben sie ein Fahrzeug, das bis ins kleinste Detail nahezu für jeden Notfall bestens ausgerüstet ist.

3000 Liter fasst das Tanklöschfahrzeug: „Das sind rund 20 Badewannen voll Wasser“, veranschaulichte Aul. Der Durchfluss liege bei 1600 Litern pro Minute. Zudem habe man 120 Liter Schaum.

Auch Gojaks werden mitgeführt, kleine Rangierhilfen mit denen man Autos schnell von der Unfallstelle wegbringen könne, ohne lange auf den Abschleppdienst warten zu müssen, informierte Tremmel bei seiner Führung für einen Teil der Räte. „Das spart Zeit und der Unfallort ist frei.“ Handwerkszeug, wie Bolzenschneider, Atemschutzgeräte, Äxte oder Motorsägen etwa für Sturmschäden oder CSA, also Chemieschutzanzüge, die man bei austretenden Gefahrstoffen überzieht, finden sich ebenso im TLF 3000. Ein Überdrucklüfter erleichter den Einsatz im verrauchten Gebäude, ein Wassersauger hilft bei voll gelaufenen Kellern, ein Notstromaggregat sorgt für die Beleuchtung. Mit der Schmutzwasserpumpe könne man bei Hochwasser sehr viel Wasser schnell entfernen, sagt Tremmel. Ganz begeistert ist er vom Druck-Wasserwerfer mit dem man bis zu 70 Meter Wurfweite ja nach Druck habe und bei Explosionsgefahr, bei Böschungs- oder Waldbränden löschen könne. „Da braucht man nicht permanent den Schlauch nachziehen und es hat eine saubere Deckungsbreite“, lobte er das Teil. Ganz besonders sei auch der B-Abgang vorne am Fahrzeug, „den haben wir uns woanders abgeschaut“, wie einiges andere auch. Gewöhnlich sei er hinten oder seitlich angebracht. Der sei multifunktional einsetzbar, mit ihm könne man beispielsweise bei einem Autounfall auf engem Raum arbeiten, sei geschützt durch das eigene Auto und blockiere keine Straßenseite. Und mit einer Düse könne man damit bei einem Waldbrand sogar ein Hydroschild erzeugen. Auch an eine Kühlbox und Wechselkleidung wurde gedacht, denn nach Einsätzen sei man oft komplett durchgeschwitzt und durstig. Aber das ist noch lange nicht alles, verschiedenste Schläuche Atemschutzgeräte, Hygienebord mit Desinfektionsmittel und vieles mehr sind im TLF 3000 auf engstem Raum verstaut.

Das Fahrgestell und der feuerwehrtechnische Aufbau ist von der Firma Magirus, die Beladung für rund 50.000 Euro von der Firma BAS erfolgt. Nur ein „Konflikt“ ergebe sich, laut Tremmel: „wenig Leute für viel Ausrüstung“. Denn es bleibe nur Platz für drei Einsatzkräfte, bedauerte der Zugführer, deshalb werde ein Begleitfahrzeug mitgezogen, wenn es personell möglich sei.

Auch sei das TLF 3000 nicht die Nummer eins bei den Einsätzen, sagte Kommandant Müller. Ausrücken würde man immer mit dem HLF und je nach Einsatz mit Drehleiter und dann mit Tanklöschfahrzeug. Dennoch sei das TLF 3000 wichtig, weil die Stützpunktfeuerwehr auch für Himolla verantwortlich sei, seit die Firma ihre Werksfeuerwehr aufgelöst habe. „Jede Woche ist dort was Neues. Das ist eine Mordsarbeit für uns, weil dort ständig umgebaut wird“, weil man alles begutachte müsse. Eine Freiwillige Feuerwehr könne das kaum leisten. Glücklich ist Müller deshalb darüber, das ihn der vorherige Leiter der Werksfeuerwehr Robert Unterreitmeier sehr unterstütze und ihm viel Arbeit abnehme. - til

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