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3 Tage Training, Tricks & Torwartgrößen

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Oberndorf

(ig) – In der ersten Augustwoche hat der Oberndorfer Fußballjugendleiter Gerhard Hartinger unter Mithilfe der Trainer Theo Blabsreiter und Erik Meinhardt und vieler Mütter und Väter ein Fußball-Camp durchgeführt. Bewusst haben sich die Oberndorfer dafür entschieden, dieses Angebot in Eigenregie zu stemmen und es nicht an eine der vielen Fußballschulen zu vergeben. „Wir wollten es für unsere Kinder, mit unseren Trainern und mit unseren Inhalten, vor allem wollten wir es bedeutend preiswerter machen,“ erläutert Hartinger dazu. All das ist hervorragend gelungen, wie die Eltern, die Trainer und die Kinder bestätigten. Um die 76 Kinder und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren, darunter auch 17 Mädchen, entsprechend betreuen zu können, waren 6 Trainer im Einsatz. Alle Trainer sind mindestens C-Schein-Inhaber, Georg Schmelcher bildet für den bfv selbst Trainer aus und Matthias Pongratz trainiert den Bayernligisten TSV Buchbach. Jeder Teilnehmer hat neben den wertvollen individuellen, technischen und taktischen Tipps und Tricks noch einen Ball, ein Trikot, eine Trinkflasche, eine Urkunde, eine Medaille und ein Gruppenfoto bekommen. Das Gasthaus Oberndorf hat die Versorgung mit Essen und Trinken übernommen, meist mit echter Wettkampfnahrung, immer auch zusätzlich mit Eis, Kuchen, Obst und Joghurt, ebenso mit Getränken; „so an die 1000 Flaschen Wasser, Apfelschorle und Sportdrink werden es wohl schon gewesen sein“, resümierte der Wirt Wolfgang Grasser. Der Trainingsbetrieb war vielschichtig, 6 Stationen, verteilt auf das Oberndorfer Sportgelände, auch die Raiffeisen-Arena, das neue Mehrzweckfeld, war eingebunden und wurde begeistert angenommen. An den einzelnen Stationen wurden angeboten: Spiele und Spielformen, von Matthias Pongratz gewürzt mit taktischen Aufgabenstellungen und Hintergrundwissen, immer gut pädagogisch aufbereitet, immer zum Ausprobieren und eigenständigen Weiterlernen anregend. Trainerfuchs Georg Schmelcher schulte auf seiner Station Dribbling und Tricks. Die Grundlage von all den tollen Tricks, die jeder gerne beherrschen würde, aber ist und bleibt eine gute Koordination, betonte er immer wieder. Mit Stäben, Hütchen und Koordinationsleitern, mit Drehungen und Gleichgewichtsübungen brachte er die Kinder oft ganz schön ins Schwitzen. Der Ball ist rund, das ist eine alte Fußballweisheit, aber eben nicht immer, meinte Josef Ott. Er forderte die Kids mit den unterschiedlichsten Bällen: Tennisball, Sitzball und sogar ein Rubby-Ei. Dabei mussten sich die Fußballer auf ein Verspringen des Balles, auf Platzfehler und ähnliche Unwägbarkeiten einstellen, das hält flexibel und das macht Spaß. Der Ball hat die meiste Kondition, deshalb ist ein guter Pass die beste Möglichkeit, nach vorne zu kommen. Andreas Bauer schulte diese Grundlagen im Stand und in der Bewegung, mit Innen- und Außenseite und vor allem mit links und rechts, Beidfüssigkeit ist eine wichtige Voraussetzung, betonte Andreas. Einen Pass anzunehmen, zu verarbeiten und mitzunehmen, darauf hatte sich Claus Dengler konzentriert. Trainiert wurden dabei alle Körperteile - Arme und Hände natürlich ausgenommen. Mit dem Torschuss durften sich die Kinder bei Michael Maier versuchen. Die Inhalte haben sich die Trainer zwei Wochen vorher zusammen in Arbeitsgruppen selbst erarbeitet. Diese Form der Zusammenarbeit und das Fußball-Camp insgesamt war für alle Trainer Neuland; auch wenn drei Tage hintereinander kein Zuckerschlecken sind, sie waren total begeistert. Gerhard Hartinger machte kurze Filmaufnahmen der einzelnen Gruppen, Ausschnitte davon wurden in die theoretische Ausbildung direkt mit eingebunden, ebenso internationales Material wie die lustigsten Fußballszenen oder die besten Tore aus aller Welt. Ein Quiz komplettierte die interessanten und umfassenden Themen. Beim Abschlussturnier spielten die Jüngeren die Bayerischen Meisterschaften aus, und die Älteren spielten als WM-Teilnehmer; gewonnen hat übrigens schon wieder Italien. Das absolute Highlight aber war der Besuch von Michael Hofmann, dem Torwart vom TSV 1860 München. Ein paar Kirchdorfer 60-er Fans war es gelungen, den Keeper dafür zu gewinnen, und er hat es sehr gerne gemacht, wie er selbst nachher betonte. Das hat seinen gesamten Auftritt bestimmt: Locker und immer sportlich hat er sich ins Tor gestellt und sich von den Kinder nach Herzenslust „beballern“ lassen, ob aus 16, elf oder fünf Metern von den Kleinsten. Beim anschließenden Interview auf der Terrasse des Sportheims blieb keine Frage unbeantwortet; und was die Kinder alles wissen wollten: Der höchste Sieg, die höchste Niederlage, seine Rotsperren, gehaltene Elfmeter, seine schwerste Verletzung, das Verhältnis zu Mitspielern und speziell zum Trainer als ehemaligen Mit- spieler und vieles anderes mehr, alles hat er geduldig und ernsthaft beantwortet, selbst heikle Fragen zum Lokalrivalen FC Bayern. Als der Ansturm langsam abgeebbt war, plauderte der Michael noch lange mit den Oberndorfer Trainern und Betreuern, nicht ohne ein ausdrückliches Kompliment für die Anlage, die Organisation und – wörtlich - „für die vielen tollen und gut erzogenen Kinder“ zu machen; dem ist nichts hinzu zu fügen.

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