Statt Gaudi im Festzelt hofft Brauerei auf private Abnehmer ihres Bockbieres

Taufkirchen: Starkbierfest im Wohnzimmer

Taufkirchen: Starkbierfest im Wohnzimmer
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Die Brauereiverantwortlichen Fritz Rumpfinger, Valentin Vorbuchner, Braumeister Tom Drechsel sowie die BSG-Vorsitzenden Thomas Unterreitmaier und Franz Schlossnikl wollen das Starkbier persönlich ausfahren.

Taufkirchen - Zu einem „Starkbierfest im Wohnzimmer“ rufen die Taufkirchener Brauerei und die BSG Taufkirchen alle von der Absage der dreitägigen Feier Enttäuschten auf. 6.000 Liter Bockbier, die Braumeister Tom Drechsel schon im Dezember eingebraut hatte, fliesen wegen der Corona-Epidemie nicht durch den Zapfhahn im Festzelt, sondern werden nun in Flaschen abgefüllt. 

Am Samstag, 21. März, zu dem eigentlich um die 1.400 durstige Gäste auf dem Brauereihof erwartet worden wären, starten die Organisatoren, also Brauerei und Sportverein gemeinsam,eine Lieferaktion. Ohne Aufpreis, bis vor die Haustüre, wird der 6,9 Prozent starke Bock in Lastwägen und Privatautos von 8 bis 13 Uhr ausgefahren. Tom Drechsel, Verkaufsleiter Fritz Rumpfinger und die BSG-Vorsitzenden Franz Schlossnikl und Thomas Unterreitmeier werden sich persönlich hinters Steuer setzen, bekommen aber auch Unterstützung. Bestellungen in jeglicher Menge, auch als 15, 20, 30 oder 50 Liter-Fass werden ab sofort unter Tel. (0 80 84) 23 77 entgegengenommen. Einen Euro pro verkauftem Kasten spendet die Brauerei an eine soziale Einrichtung in Taufkirchen. 

Wie der Bock schnell „unter die Leute“ kommen kann, machte der SV Neufraunhofen vor: Spontan sagte Georg Holzner, Vorsitzender des Vereines, seinem „Kollegen“ Franz Schlossnikl den Kauf einer ganzen Palette, also 40 Kästen, zu. „Es tut weh“, beschrieb Schlossnikl die Situation für die BSG nach der Absage. Die Einnahmen durch das Starkbierfest hätte der Verein angesichts der Schulden, die durch den Bau des neuen Vereinsheimes vor zwei Jahren entstanden sind, bestens brauchen können. Ausgaben im Voraus sind vor allem durch Werbung entstanden, eine erfreuliche Kulanz seitens der Vertragspartner, wie Zeltbauer, Metzger und Bands hält den Schaden aber in Grenzen, berichtete der Vorsitzende. An ihn gerichtet, urteilte Braumeister Drechsel: „Ihr habt absolut richtig und rechtzeitig gehandelt“. Für das 25. Starkbierfest braucht es im nächsten Jahr also einen dritten Anlauf, 2019 konnte die Veranstaltung wegen zu hoher Brandschutzauflagen nicht stattfinden.

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