Kirche in Zeiten von Corona

Taufkirchener und Dorfener Seelsorger bieten ihren Pfarrgemeinden Alternativen zum Kirchenbesuch an

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Pater Janusz am Karfreitag 2019

Taufkirchen/Dorfen – Gerade in schwierigen Krisenzeiten ist die Suche nach Halt und Sicherheit für viele Gläubige wichtig. Der Kirchgang bedeutet für sie, Rituale und Nähe zu spüren. In Zeiten von Covid-19 ist dies aber nicht mehr möglich. Zwar sind die Gotteshäuser meistens offen, damit die Gläubigen in Stille dort beten und Kerzen für ihre Bitten anzünden können, aber Gottesdienste werden dort keine mehr abgehalten.

Um den Gläubigen dennoch Trost, Beistand und ein bisschen Normalität zu bieten, haben sich die Patres Pawel und Dominik aus Taufkirchen im Team entschlossen, in den kommenden Wochen online Gottesdienste anzubieten. „Wir sind täglich für unsere Gläubigen da, beten für sie und bereiten Livestreams vor.“

5 bis 16 Uhr ist Anbetung mit Eucharistie, um 19 Uhr Gottesdienst und um 21 Uhr Anbetung und Segnung des Pfarrverbandes, um den Tag abzuschließen. Jeder kann via Youtube biker_priest unter www.youtube.com/user/ smoczekcr oder via Facebook unter Pfarrverband Taufkirchen Vils Pauli Bekehr beiwohnen.

In der Kar- und Osterwoche sind an folgenden Tagen Livestream zu verfolgen: Samstag, 4. April, Eucharistiefeier; Palmsonntag, 5. April, 10 Uhr Eucharistiefeier sowie um 19 Uhr Bußgottesdienst; Dienstag, 7. April, um 15 Uhr Barmherzigkeitsstunde, 19 Uhr Eucharistiefeier und 21 Uhr Abendgebet; Mittwoch, 8. April, 15 Barmherzigkeitsstunde, 19 Uhr Eucharistiefeier, 21 Uhr Abendgebet; Gründonnerstag, 9. April, 19 Uhr Abendmalfeier; Karfreitag, 10. April, 10 Uhr Familienkreuzweg, 15 Uhr Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu; Karsamstag, 11. April, 21 Uhr Osternachtfeier; Ostersonntag, 12. April, Hochfest der Auferstehung des Herrn 9 Uhr Festgottesdienst; Ostermontag, 13. April, 10 Uhr Festgottesdienst. 

Auch Dorfens Pater Janusz wendet sich an seine Gläubigen. Als vorerst alle öffentlichen Gottesdienste bis zum 3. April abgesagt wurden, habe er gehofft, dass man vor der Karwoche noch einen Kirchenanzeiger vorbereiten könne, wo alle zum gemeinsamen Osterfest einladen werden.Die Realität aber sehe ganz anders aus. „In den Zeitungen, dort, wo immer verschiedene kirchliche Termine zu lesen waren, finde man derzeit nichts. „ Auch unser Kirchenanzeiger erscheint vorläufig nicht. Erstens, weil in der Karwoche in unseren beiden Pfarrkirchen (Dorfen und Oberdorfen) keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden. Anderseits sollte niemand durch die Austeilung unseres Kirchenanzeigers gefährdet werden.“ Nur die eigene Internetseite und die Zeitungen stünden ihm jetzt zur Verfügung. Die ganze Karwoche und vor allem die drei österlichen Tage vom Leiden, Tod und von der Auferstehung des Herrn (Triduum Paschale) würden den Zentralpunkt des kirchlichen Jahres bilden, erklärt er. „An diesen Tagen feiern wir unsere Erlösung. Gottes Sohn aus Liebe zu uns ist er Mensch geworden, hat für uns gelitten, ist gestorben und am dritten Tag auferstanden. Das sind Kern­ereignisse unseres Glaubens.“

Auch wenn man nicht gemeinsam in den Kirchen die Kar- und Osterwoche feiern dürfe, bleibe man als Gemeinschaft verbunden. Es wäre auch eine gute Gelegenheit neu zu entdecken, dass man als Erzdiözese München und Freising eine Ortskirche sei, dass nach der Lehre der Kirche alle Gottesdienste immer in der Verbundenheit mit dem Ortsbischof gefeiert würden. Deshalb schlägt Pater Janusz seinen Gläubigen vor, mit Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx die Gottesdienste der Karwoche im Münchner Dom zu feiern: am Palmsonntag um 10 Uhr; am Mittwoch um 17 Uhr die Chrisam-Messe; am Gründonnerstag um 19 Uhr die Messe vom letzten Abendmahl; am Karfreitag um 15 Uhr die Feier vom Leiden und Sterben Christi; am Karsamstag um 21 Uhr die Feier der Osternacht und am Ostersonnntag um 10 Uhr den Osterfestgottesdienst. Diese Gottesdienste seien nicht öffentlich zugänglich, aber der Erzbischof lade zur Mitfeier mittels Liveübertragung im Internet ein unter www.erzbistum-­muenchen.de/stream

„Auch ich werde die Gottesdienste der Karwoche im kleinen Kreis feiern. Seien wir mit Herrn Kardinal, der Erz­diözese und der ganzen Kirche im Gebet verbunden“, betont Dorfens Pfarrer und empfiehlt: „Schauen Sie auf unsere Internetseite, wie wir ihnen jetzt helfen können“. Und er zitiert noch einen Italiener, der gesagt habe: „Wir müssen uns jetzt gegenseitig trennen, um später uns noch herzlicher umarmen zu können."  - til

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