Breitbandausbau

Bürgermeister Franz Ehgartner über Breitbandausbau und Lehrstellen in Obertaufkirchen 

+
Obertaufkirchens Bürgermeister Franz Ehgartner

Mehr Wohn- und Lebensqualität durch schnelles Internet. Obertaufkirchen hat in Sachen Breitbandausbau vorbildhafte Arbeit geleistet.

Obertaufkirchen - Neben dem Wasser- und Stromanschluss gehört ein leistungsfähiger Breitbandanschluss zur Grundversorgung. Die meisten Gemeinden sind sich dessen bewusst und doch kommen nur die wenigsten Orte mit dem Ausbau hinterher.

Anders in Obertaufkirchen. Obwohl die Gemeinde aus über 82 Ortsteilen besteht, bemüht sich Bürgermeister Franz Ehgartner zusammen mit der Verwaltung um einen raschen Anschluss für alle Gemeindemitglieder.

Herr Ehgartner, Sie haben es geschafft, in 82 Ortsteilen Breitband auszubauen. Das ist wirklich beachtlich. Mitte Juli 2018 wurde im Gemeindegebiet das mittlerweile vierte Ausbauverfahren abgeschlossen.

Ja, richtig. Wir haben die Netzverteiler ausgebaut in Stierberg, Kirchkagen und Annabrunn und die Glasfaseranbindung von Hofgiebing und Grüngiebing ermöglicht. 

Außerdem haben wir die Breitbandversorgung in Oberornau, Frauenornau, Grünwald und Vogldorn verbessert. Das ermöglicht den Bürgern eine noch bessere Wohn- und Lebensqualität. 

Wie wird der Ausbau weiter vorangetrieben? 

Es ist uns wichtig, dass die Bürger schnelles Internet bekommen. Die Gebiete, die noch nicht 30/mbit Sekunde haben, bekommen jetzt größtenteils die Glasfaserkabel vor die Haustüre. 

Mittlerweile hat man in Obertaufkirchen teilweise besseren Empfang als in München. Das ermöglicht den Bürgern eine riesige Wohn- und Lebensqualität. 

Für die Schließung der letzten Versorgungslücken im Glasfasernetz haben wir im November 2018 einen weiteren Kooperationsvertrag geschlossen. In den nächsten drei Jahren wird die Telekom auf einer Strecke von rund 20 Kilometern Tiefbauarbeiten durchführen, rund 33 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und acht zusätzliche Verteiler aufstellen. 

Das Glasfasernetz ist eine Investition in die Zukunft. Für Familien und Unternehmen ist das schnelle Internet heute unverzichtbar. 

Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist eine leistungsfähige Anbindung an das Datennetz ein wichtiger Standortfaktor. Unser Ziel war und ist es, trotz unseres weitläufigen Gemeindegebietes flächendeckend eine hochwertige Breitbandversorgung bereitzustellen. 

Mit unseren nunmehr fünftem Förderverfahren schließen wir endgültig alle noch bestehenden Versorgungslücken. Keine andere Gemeinde im Landkreis hat bisher einen ähnlichen Aufwand in Sachen Breitbandausbau betrieben.

Welche Kosten entstehen durch den Breitbandausbau? 

Die von der Gemeinde zu tragende Deckungslücke beläuft sich auf rund 1,54 Millionen Euro, dazu erwarten wir über das Höfebonus-Programm des Freistaats einen Zuschuss von etwa 80 Prozent. 

Der Gemeinde verbleibt somit ein Eigenanteil von rund 300.000 Euro. Innerhalb der letzten zehn Jahre kommen wir insgesamt auf etwa 550.000 Euro, die wir in den Breitbandausbau im Gemeindegebiet investieren.

Das macht Obertaufkirchen sehr attraktiv. Und dazu kommt jetzt noch der Anschluss an die Autobahn. 

Ja, wir profitieren entgegen meiner ursprünglichen Erwartungen sehr von der Autobahn. Im Gewerbegebiet hat sich die Firma LCTech aus Dorfen angesiedelt, in absehbarer Zeit folgt noch die Spedition Greilmeier aus Schwindegg. 

Das schafft wiederum Arbeits- und Ausbildungsplätze. Bisher hatten die Jugendlichen nur wenige Möglichkeiten, hier im Ort einen Beruf zu lernen. Die meisten Lehrlinge mussten nach Mühldorf, Dorfen oder München. 

Jetzt haben wir erstmals in Obertaufkirchen Ausbildungsplätze. Wir haben auch Nachteile von der Autobahn, wie Lärm und Abgase. Da sollten wir die Vorteile nutzen, die sich daraus ergeben.

Wie bewältigen Sie nach der Schließung des Nah und gut-Ladens die Nahversorgung im Ort?

Wir haben Ersatz gesucht und auch gefunden: den rollenden Supermarkt vom BRK. Jeden Dienstag von 11.45 bis 12.15 Uhr können die Anwohner dort einkaufen. 

Den Nah und gut-Laden kann er freilich nicht ersetzen, da er Obertaufkirchen nur einmal die Woche für eine halbe Stunde anfährt, aber es ist immerhin eine gute Alternative für alle, die nicht mehr selber mobil sind. Und man darf die soziale Komponente nicht außer Acht lassen, nämlich dass die Bürger einen Ort haben, wo sie sich treffen und ein bisschen ratschen können. 

Das Interview führte Anja Leitner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Torsten Buchbach aus Berlin wünscht dem gleichnamigen TSV ein gute Saison
Torsten Buchbach aus Berlin wünscht dem gleichnamigen TSV ein gute Saison
Wetterkapriolen tun der Volksfestgaudi in Taufkirchen keinen Abbruch
Wetterkapriolen tun der Volksfestgaudi in Taufkirchen keinen Abbruch
Xangphonics wiederholt sein Premierenkonzert in Inning
Xangphonics wiederholt sein Premierenkonzert in Inning
Sportliche Schüler und Lehrer beim Dorfener Stadtlauf und beim Oberschleißheimer Lehrermarathon
Sportliche Schüler und Lehrer beim Dorfener Stadtlauf und beim Oberschleißheimer Lehrermarathon

Kommentare