Sinnvolle Investition

Texte in leichter Sprache in der Bücherei Taufkirchen

Leiterin Brita Schild möchte, dass sich keiner ausgegrenzt fühlt in der Bücherei.
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Leiterin Brita Schild möchte, dass sich keiner ausgegrenzt fühlt in der Bücherei.

Es handelt sich um Kinder-, Jugend- und Erwachsenenromane und Sachbücher

Taufkirchen – „Rund 20 Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum können nicht lesen. Sie können die Sprache nicht gut verstehen oder die Sinnzusammenhänge nicht herstellen, wenn die Sätze zu verschachtelt sind“, sagt Brita Schild. Wie viele es in Taufkirchen sind, weiß sie nicht. Aber jeder einzelne wäre einer zu viel, findet sie.

Deshalb war und ist es ihr ein großes Anliegen, für diese Menschen Texte in einfacher Sprache anzubieten, denn die sind für sie verständlich. „Sie sind korrektes Deutsch, stilistisch einwandfrei und glaubwürdig“, erklärt die Leiterin der Bücherei Taufkirchen.

Deshalb freut sie sich unbändig, dass sie vom Kreisbildungswerk im Rahmen des Projekts „Leichte Sprache“ einen Zuschuss von 1200 Euro bekommen hat und dafür Bücher in leichter Sprache einkaufen konnte. Nun sei es noch wichtig, ganz viel Werbung zu machen, damit die potentiellen Leser auf diese Bücher aufmerksam werden. Es handelt sich um Kinder-, Jugend- und Erwachsenenromane und Sachbücher. „Diese Bücher zeichnen sich aus durch die Benutzung einfacher Wörter und Sätze. Zeitsprünge werden vermieden. Es wird nur aus einer Perspektive erzählt. Das Textbild ist anschaulich gegliedert. Es werden möglichst wenige Hauptwörter und möglichst viele Verben verwendet und die verwendeten Sprachbilder werden erläutert“, fasst es die Taufkirchener Büchereileiterin kurz zusammen.

Diese Bücher würden sich für alle Leser eignen, vor allem aber für Flüchtlinge, funktionale Analphabeten, Menschen mit Behinderungen, niedrigem Bildungsniveau oder mit Deutsch als Fremdsprache, Menschen, die nach einem Schlaganfall wieder sprechen lernen und viele mehr. „Kurz: Für alle, denen lesen (auf Deutsch) schwer fällt.“ Damit trägt Schild mit ihrem Team auch einen Beitrag zur Inklusion bei, schließlich lebt und arbeitet sie ja in einer „Inklusiven Gemeinde“.

Es seien Bücher, die ungeübten Lesern Spaß machen, weil sie spannend, lustig oder berührend seien. „Und immer leicht verständlich. So ein Buch in einfacher Sprache packt den Leser und nimmt ihn mit in die Welt der Phantasie. Diese Erfahrung macht Spaß. Und gleichzeitig trainiert man dabei ganz von allein Sprache und Lesefähigkeit“, so die Fachfrau. Denn nur wenn Lesen Spaß mache, „dann geht es immer besser“, das weiß sie aus eigenen Erfahrungen. Denn Schild und ihr Team veranstalten seit Jahren nicht nur Lesungen für Erwachsene und Kinder, sondern auch Lesenächte im Rahmen des örtlichen Ferienprogramms. Außerdem freuen sie sich über Besuche von allen Menschen aller Generationen vom Kindergartenkind bis zum Senior, für die sie gerne auch Führungen durch die Bücherei veranstalten.

Ausgegrenzt soll und braucht sie hier keiner zu fühlen. Gerne gehen die Leiterin und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter auch auf die Wünsche, Bedürfnisse und Fragen ihrer Mitglieder ein und helfen sich in der Einrichtung zurecht zu finden. - til

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