Kultur im Landkreis

DJ Thomas Werner organisiert das EOS-Festival im Waldbad Taufkirchen

+
Lebt für die Musik: Thomas Werner

Taufkirchen/München - In Buchbach aufgewachsen und beim TSV Fußball gespielt, hat er sich aber schon in jungen Jahren für eine Musik-Karriere entschieden. Mittlerweile ist Thomas Werner bekannt in der Münchener Underground-Techno-Szene. Und er organisiert das diesjährige EOS-Festival in Taufkirchen.

Techno, Dammal oder Thomas - wie nennt man Dich nun? 

Haha, meine Leute von früher und daheim in Buchbach oder sagen immer noch Dammal oder Techno zu mir. In München und in der Musikszene bin ich als Technomotiv oder überwiegend als Thomas Werner bekannt. Künstlernamen hab und brauch ich keinen. Ich bin auf der Bühne derselbe wie sonst im Leben auch. In welcher Szene befindest Du Dich? Ich würd mal so sagen in der Underground Techno Szene. Welche sich eigentlich gefühlt sehr leicht definieren lässt, aber für das Publikum bzw. den Außenstehenden durch mittlerweile sämtliche Neudefinitionen einzelner Teil-Stilrichtungen sehr undurchsichtig wurde.

Was ist Techno für Dich. Wie bist Du in der Szene ­gelandet? 

Techno sowie House Musik sind für mich zeitlose Grundmusikarten, ebenso wie Blues, Hip Hop, Volksmusik oder Rock. Auf ihnen baut alles auf, sie sind der Nährboden für alles Neue, zeitlos und immer wiederkehrend wie zum Beispiel Trance, den ich seit meiner ersten Stunde liebe. Sehr schnell, treibend, meistens dunkel und kaum mit Gesang, auf das Minimale reduziert. Wie im Leben sind es meistens die Kleinigkeiten die einen flashen und nicht das Überladene. Darin kann sich Punk, Goth, Jungle und viel Melancholie irgendwo wieder zu einem neuen Kosmos zusammenfinden. Vor allem ist es aber auch ein Lebensstil und -gefühl für mich. Zur elektronischen Musik hab ich mit 16 Jahren gefunden, als ich mit dem Discman im Schulbus die ersten Techno und Trance CDs gehört hab und mich auslachen habe lassen müssen. Mit 17 bin ich immer alleine mit dem Zug über Dorfen nach München in die Rote Sonne oder ins alte Harry Klein gefahren, wo ich die ersten Leute kennenlernte. Ich werde nie vergessen, als ich von Poing nach München zu Fuß auf den Gleisen marschiert bin, weil ich den letzten Zug verpasst hab. Am nächsten Tag war Fußballspiel angesagt.

Und hier verdienst Du jetzt Deine Brötchen?

Ja. Seit vier Jahren arbeite ich als Musik-Label-Manager bei Pastamusik, zusätzlich haben wir 2018 RFR Records gegründet und in diesem Jahr DYAJA (Yoga) Records. Außerdem bin ich noch DJ für den MMA Club (Mixed Munich Arts), einer sehr großen Institution in der Nähe vom Hauptbahnhof (#savemma). Darüber hinaus arbeite ich noch für den Blitz Music Club im Deutschen Museum. Beides sind herausragende Aushängeschilder mit enormer internationaler Strahlkraft für ein München, das so nur die Wenigsten kennen und sich vorstellen können. Aber ich hab auch eine „anständige“ Berufsausbildung nach dem Gymi in Dorfen und (weil versagt) der Realschule Taufkirchen absolviert, als Industrie­mechaniker bei den Veldener Präzisionswerken. Als sich herausgestellt hat, dass das irgendwie doch nicht ganz das Meine ist, hab ich sofort mein Abi an der BOS Erding nachgeholt und Musik- und Kulturmanagement an der FHAM studiert. Das hat mich dorthin gebracht wo ich heute bin. Ich schau sehr positiv in die Zukunft und mein großer Traum ist es, mit meiner eigenen Plattenfirma unter dem „Pastamusik/RFR-Dach“ es uns zu ermöglichen, dass wir als Crew später alle unsere Familien mit Label und unserer Musik ernähren können.

Heuer organisierst Du das erste Mal das EOS Festival in Taufkirchen. Wie kam‘s? 

Ich habe schon in den ersten EOS Jahren für die große Club Caliente Stage und bei den größeren Acts im CT als DJ aufgelegt. Als sich das alte EOS-Team aufgelöst hat, wurde ein Nachfolger gesucht. Da hat mich Jürgen Ondruschek vom Kulturhaus Taufkirchen kontaktiert. Er hat mich als DJ ja schon gekannt. Den restlichen Input, was ich so alles mache oder schon gemacht habe, den hat er sich anderweitig besorgt. Als CEO bin ich beim diesjährigen EOS Festival überwiegend für das Booking und Künstler-Management, Stage-Design, Sponsoren-Akquise, Presse etc. angedacht gewesen. Als ich diesen zusätzlichen Home­office-Job zum April angenommen hab, hat sich für beide Seiten leider sehr schnell unerwarteterweise herausgestellt, dass bereits über 85 Prozent des Künstler-Budgets ausgegeben wurden. Aufgrund dessen und der nur dreimonatigen Vorlaufzeit konnte ich leider nicht ansatzweise meine Stärken und Kontakte ausspielen und das aufbieten, was mir möglich gewesen wäre. Das ist sehr schade. Aber ich hoffe, die Zukunft erlaubt uns das vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

Was erwartet die Gäste beim EOS dieses Jahr? 

Außer den geöffneten Schwimmbecken und Sprungturm, einer großen Streetfood-Area sowie mehreren neuen Chill- Out-Bereichen haben wir drei Outdoor-Stages. Auf der Main Stage am Kies- parkplatz ist Mainstream, also EDM (Electronic Dance Music), Pop und Deutschrap zu hören. Unsere Zugpferde hier werden auf unserem Partner Bayern 3 auf- und abgespielt. Auf der Manege-Stage, welche die Skia-Crew kuratiert, wird House Musik von Tech- bis Deep-House aufgelegt. Der Floor ist hier wie eine Manege oder Zirkus gestaltet. Auf der Forrest-Stage kommen alle Liebhaber des echten Techno auf ihre Kosten. Hier spielen ausschließlich Freunde von mir und zugleich Aushängeschilder Münchens. Und es wird viel aus Holz gebaut. Indoor gibt es auf drei Floors die Beweg Dein Herz Crew, eigene Minimal und Hardstyle Floors sowie die Stammgast belassene Black Pearl. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Gemeinde Taufkirchen (Vils), die uns sehr entgegen kommt und den Wert eines solchen Ereignisses für die gesamte Region sehr zu schätzen weiß. Das ist nicht selbstverständlich.

Was ist am Taufkirchener EOS so besonders? 

Außer der Musik und den Artists die im Vordergrund stehen? Feeling und die einzigartige Location. Feeling und Atmosphäre müssen geschaffen werden. Das ist was Besonderes und bei uns für jedermann was dabei. Von Jung bis Alt, man kann sich von den lauten Bühnen fernhalten, auf der Wiese liegen, das Streetfood genießen oder sich in den Chill-Areas aufhalten, wo man nicht im richtigen Trubel ist, aber trotzdem die Musik noch genießen kann. Die Besucher können ganz normaler Badegast sein, die Becken und Sprungturm nutzen. Oder sich eben volles Programm auf unseren Stages geben.

Hast du noch Kontakt zu Deinen alten Kumpels? 

Ja, aber leider größtenteils über Whatsapp, Telefon. Wir machen alle drei Monate einen Männerausflug. Die haben mittlerweile schon Frau, Haus und Kind. Unsere Gemeinsamkeiten sind der TSV Buchbach, 60 München und unsere Gegensätze. Beim TSV Buchbach haben wir zusammen bis zur Bayernliga gespielt. Mit 21 habe ich mich zwischen Fußball und Musik entscheiden müssen, beides ging am Wochenende nicht mehr. Sport betreibe ich heute nur noch als Ausgleich. Aber ich tanze beim Arbeiten etwa zehn Stunden im Schnitt. Das ist jetzt mein Sport.

Termin

EOS Festival 2019 findet statt am 29. Juni, am Waldbad Taufkirchen. Beginn ist 12 Uhr. Mit dabei sind die Artists: Hugel, Finch Asozial, Nora En Pure, YouNottUs, Niconé, Daniel Bortz u.v.m. Tickets gibt es unter: eos-festival.de

Das Interview führte Birgit M. Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Eröffnung der Singer-Tankstelle in Dorfen findet am Donnerstag, 10. Oktober, statt
Eröffnung der Singer-Tankstelle in Dorfen findet am Donnerstag, 10. Oktober, statt
Dreiste Pkw-Aufbrüche bei BMW-Autohaus und versuchter Einbruch bei Toyota-Händler in Mühldorf
Dreiste Pkw-Aufbrüche bei BMW-Autohaus und versuchter Einbruch bei Toyota-Händler in Mühldorf
Schlange im Keller eines Altenheims in Neumarkt St. Veit
Schlange im Keller eines Altenheims in Neumarkt St. Veit
Arnbier in Velden mit Wetterglück
Arnbier in Velden mit Wetterglück

Kommentare