Kultur in Zeiten von Covid-19

Veranstaltungen im Taufkirchener Wasserschloss abgesagt

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Christoph Puschmann, Stefan Haberl und Georg Schmittner (v.l.)

Taufkirchen – Die Coronazahlen steigen wieder. Das hat auch die Verantwortlichen von drei beliebten Veranstaltungen am und im Taufkirchener Wasserschloss dazu bewogen, Vorsicht walten zu lassen und sie schweren Herzens abzusagen. Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, betonte Bürgermeister Stefan Haberl bei einem Pressegespräch im Rathaus. Aber es handele sich um Großveranstaltungen mit mehreren hundert, über die Tage verteilt sogar tausenden von Besuchern und damit seien das Ansteckungsrisiko und die Auflagen zu hoch. 

Es sei kein Alleingang der Gemeinde, betonte er. In zwei Terminen habe man es mit allen Beteiligten gemeinschaftlich besprochen, der Liedertafel und der BSG Taufkirchen und vielen ehrenamtlichen Helfern. Der Kreis sei noch ausgeweitet worden auf Vize-Bürgermeister und Kulturreferent Christoph Puschmann, Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Gewerbe und Gastwirte. Denn es hängen ja viele daran. Es habe eine breite Akzeptanz gegeben, sagte Haberl. Er finde die Entscheidung „absolut richtig“, auch wenn es „sehr, sehr schade“ sei. Zumal heuer ein Jubiläumsjahr sei, es wäre der 25. Advent im Schloss und der 20. Adventskalender gewesen und die Planungen im Vorfeld hätten schon begonnen. Aber es gebe auch umfangreiche Auflagen für kleinere Feste, stellte er fest. Beim Adventskalender sei der Platz auf der Nordterrasse beengt, die täglichen musikalischen Darbietungen könnten nicht in gewohnter Art stattfinden. Beim TaufKirtamarkt habe man sogar überlegt, den Platz auszuweiten auf die Schlosswiese, aber auf dem Gelände hätte es dann Zaun und Maskenpflicht geben müssen. Puschmann erinnerte an die Essbuden, für die ein Abstand von 1,50 Meter gelten würde, dann müsste man die ganze Brücke markieren, denn bis die Würste gebraten seien, stünden mitunter 40 Leute an. „Das bremst den ganzen Vergnügungsfaktor des ungezwungenen Marktes, den eine Adventsveranstaltung haben sollte.“ Und wenn man die Besucherzahl begrenze, müsse man weitere Gäste abweisen. 

Weihnachts-Rundgang als Alternative? 

Haberl verriet jedoch, dass bereits an einer Alternative gearbeitet werde. Ganz viele kreative Köpfe würden sich schon darüber Gedanken machen. „Verraten wollen wir noch nichts“, zumindest nicht in die Tiefe gehen, sagte Puschmann. Aber es werde an einer kulinarisch-kulturellen und auch für das Gewerbe passenden Konzeptionierung gearbeitet. Mit im Boot seien der Gewerbeverein, Vereine, die Gastronomen und die Kirche. „Lasst euch überraschen!“ Denn man werde für alle Altersschichten was Schönes und aktuell Machbares 24 Tage hindurch anbieten, versicherte er. Viele Weihnachtsfeiern würden heuer nicht stattfinden, das möchte man ein wenig für die Gastronomie kompensieren, natürlich immer unter Einhaltung strengster Hygieneauflagen und Schutzmaßnahmen, erklärte Haberl. Größere Versammlungen wolle man nicht herbeirufen, das wäre kontraproduktiv. Die Kunst sei es, Advents- und Weihnachtsgefühl unter den zulässigen Bedingungen zu schaffen in Gemeinschaft von Gastro und Kultur, sowie die Möglicheit bieten, an der frischen Luft zu sein und Winterfeeling mitzunehmen. Man könnte die Fußwegeverbindungen vom Bürgerpark zum Schlosspark und zum Weidenhain miteinbinden, wo man abseits der Bundesstraße was auf die Füße stellen könne, meinte Puschmann vielsagend. Auch einen Adventsflyer werde es dazu geben, nur mit anderem Inhalt, kündigte Pressesprecherin Renate Bauer an. Die Krippenausstellung des Vorjahres im Schloss könne aber nicht mit dem Weihnachtsrundkurs kombiniert werden, wie angeregt wurde, sagte Georg Schmittner vom Ordnungsamt. Problem sei, dass in die Räume nur eine gewisse Anzahl an Menschen reinpassen und sie im Treppenhaus die Abstände nicht einhalten könnten. „Da wäre das Risiko nicht überschaubar.“ Darbende Gastronomie? Alarmmeldungen von örtlichen Gastronomen gebe es noch nicht. Den Pächtern der beiden eigenen Gastronomiebetriebe sei man mit einer Mietstundung entgegen gekommen. Gewerbesteuermässig sei noch nichts beschlossen, da müsse man noch abwarten, so Schmittner. Auch habe man beiden die Freiflächen erweitert, sodass sie die vergangenen Wochen mehr Gäste bewirten konnten. Einige hätten auch auf Lieferservice umgestellt oder Konzerte veranstaltet. Im Bürgersaal dürften derzeit nur 117 Personen rein, das rechne sich nicht für hochrangige Künstler. Aber Heizschwammerl seien in Taufkirchen nicht verboten, laut Haberl.  - til

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