Portrait

Die Volksfest-Organisatorin

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Die Taufkirchener Volksfestmacher (sitzend v.l.): Caro Stanglmayr, Christine Aulechner, Verena Held und Renate Bauer sowie (stehenf v.l.). Fritz Rumpfinger, Vertriebsmann der Brauerei Taufkirchen, Weißbier-Hütt‘n-Wirt Bertl Wegmann, Festwirt Helmut Jell, Bürgermeister Franz Hofstetter, Volksfestreferent Stefan Haberl, Festwirt Franz Jell, Christian Reiter, Küchenchef des Weinstadl, Weinstadl-Chef Helmut Sperr und Volksfestreferent Thomas Unterreitmeier.

Taufkirchen - Christine Aulechner ist eine Frau der Tat. Sie gründete die Aeorobic- und Fitnessabteilung des SC Moosen, die mitgliederstärkste Sparte des Vereins. In der Gemeinde Taufkirchen ist sie für große Veranstaltungen zuständig – wie das Volksfest, das vom 12. bis 21. Juli wieder Besucherströme anlocken wird. Auch hier ist sie charmant mit Durchsetzungsvermögen unterwegs.

Frau Aulechner, wie wird man zur Volksfest-Organisatorin?

Die Stelle war ausgeschrieben: Vorzimmer und Organisation Adlberger Markt und Volksfest, weil meine Vorgängerin Uschi Eibl Bürgermeisterin geworden ist. Ich hab mich beworben und hatte das Glück, dass sie mich genommen haben. Ich bin gelernte Bürokauffrau und in meinem vorherigen Job war ich Vertriebsassistentin und habe Messen mitorganisiert.

Macht die Arbeit Spaß? 

Ja, weil es nie langweilig ist. Ich brauche die Abwechslung. Ich habe das Glück, ein erfahrenes Team zu haben, wir sind komplett eingespielt. Da ist Renate Bauer, die die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Werbung macht. Sie ist auch für das Volksfestmagazin „Hawedere“ verantwortlich, das uns aus den Händen gerissen wird. Caro Stanglmayr übernimmt die neuen Medien, unser Facebook-Autritt kommt auch bestens an und ich bin für die komplette Organisation auf dem Festplatz zuständig, dass alles aufgebaut wird. Dazu habe ich die super Hilfe vom Bauhof unter Leitung von Bernhard Osterloher. Sie setzen meine Wünsche und die Anforderungen, die unser Sicherheitspaket erfordert, um. Und Sicherheit heißt immer Mehrarbeit. In diesem Team zu arbeiten ist einfach toll. Außerdem stehen mir die beiden Volksfestreferenten, Stefan Haberl und Thomas Unterreitmeier, jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Christine Aulechner, Organisatorin des Taufkirchener Volksfestes

Sicherheit ist ein großes Thema für Sie? 

Ja, das Sicherheitskonzept ist mittlerweile ein großer Teil meiner Arbeit. Zu schauen, dass alles umgesetzt wird. Ich habe dafür extra Vollzeit eine ganze Woche in München beim TÜV Süd einen Lehrgang für Veranstaltungssicherheit gemacht.

Was sind Ihre Aufgaben im Detail? 

Alle Schausteller aussuchen, die Verträge schreiben, die Ausschreibungen für die Wirte des Volksfestes vorbereiten, bei jedem Gespräch dabei zu sein, zu koordinieren, zu schlichten. Die Wirtsleute sind mittlerweile aber ein eingespieltes Team und helfen sich gegenseitig jederzeit aus. Ich bin täglich auf dem Volksfest unterwegs um nach dem Rechten zu sehen, privat schaffe ich es nicht mehr oft zum Volksfest.

Sie müssen sich auch ums Klopapier kümmern oder?

 Ja – um wirklich jede Kleinigkeit. Wenn das Toilettenpapier ausgeht, dann ist es unangenehm für jeden Besucher. Genauso wichtig sind ein schöner, ansprechender Volksfestplatz und Festhalle. Ein schönes Ambiente ist genauso notwendig, wie das vielseitige Programm. Auch bei den Fahrgeschäften wollen die Gäste eine große Auswahl haben. Das gilt auch für das Essen und die Getränke. Sind Sie viel auf anderen Volksfesten unterwegs, um sich Anregungen zu holen? Ja klar, vom Oktoberfest bis zu ganz kleinen Festen. Es ist ja interessant, was andere Veranstalter machen. Manche Sachen gefallen mir, manche nicht. Wobei ich auch gerne in den Backstage-Bereich schaue, zum Beispiel, wie die Küche ausgestattet ist, welcher Küchenboden verwendet wird, welche Dekorationen angebracht sind. (lacht) Natürlich schau ich mir auch die Schausteller an, weil ich immer auf der Suche nach neuen Fahrgeschäften bin.

Kommen die Schausteller gern nach Taufkirchen?

Ja. Wir haben ganz viele Schausteller, wie Kinderkarussell, Kettenflieger, Autoscooter oder Süßigkeitenstand, die jedes Jahr wieder kommen. Die Familienbetriebe sind fast alle über 40 Jahren dabei. Ich freue mich, dass wir heuer zusätzlich einen Baby-Flug bekommen haben, der speziell ein Angebot zwischen Karussell und Kettenflieger für Kleinkinder ist.

Welche Eigenschaften braucht man für Ihren Job? 

Man muss die Menschen mögen, sich durchsetzen können und gerne telefonieren. Denn das macht rund 90 Prozent meiner Arbeit aus. Wichtig ist auch, dass man kritikfähig und spontan ist. Gerne wird einem gesagt, was man besser machen könnte. Da sollte man sich warm anziehen, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Das ist nicht so einfach, auch nicht für meine Familie. Außerdem muss man flexibel sein, Dienst nach Vorschrift geht in diesem Job nicht.

Gibt man die Kritik dann weiter? 

Während des Volksfestes haben alle so viel zu tun, dass ich keine Unruhe reinbringen will. Da hat es auch noch nie ein Gespräch gebraucht. Dafür gibt es Vor- und Nachbesprechungen, wo alles sachlich aufgearbeitet wird. Ich habe ja mittlerweile viel Erfahrung und da kann man vieles cooler nehmen.

Die anderen Volksfeste werden auch immer attraktiver.

Ja, deshalb wird es auch für uns immer schwieriger, wir sind ja stolz auf unser Volksfest und wollen, dass es das schönste ist. Mein Mann und meine Tochter testen auch gern mit mir andere Volksfeste, um Anregungen zu sammeln und immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Was schätzen Sie am Taufkirchener Volksfest? 

Wir sind eines der wenigen Familienvolksfeste. Das komplette Gesamtpaket, essen, trinken, Freunde treffen, Spaß haben, mal unbeschwert sein. Für Kinder gibt es tolle Aktionen, Jugendliche und Erwachsene kommen im Festzelt sowie im Bermudadreieck auf ihre Kosten und die Senioren sind zahlreich am Seniorennachmittag vertreten. Somit ist auf dem Volksfestplatz immer ein guter Mix an Generationen anzutreffen. Auf was freuen sie sich beim diesjährigen Volksfest? Auf das Ballonglühen, dass es endlich mal klappt. Es ist heuer der dritte Versuch. Die Ballone sollen bei Eintritt der Dämmerung glühen, begleitet mit Musik. Leider müssen wir die Aktion bei minimalstem Wind absagen und die Entscheidung bereits um 11 Uhr vormittags treffen. Das ist nicht einfach. Auch das Feuerwerk ist immer ein Highlight für mich.

Das Interview führte Birgit M. Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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