Durchdachtes Konzept

Waldspielplatz und Wandelpfade im Sollacher Forst

Stellten dem Isener Gemeinderat das vorläufige Konzept „Waldspielplatz und Wandelpfade“ vor: (v.l.) Udo Rieger, Karin Bork, Tobias Priesemuth und Siglinde Pointer vom Isenwerk.
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Stellten dem Isener Gemeinderat das vorläufige Konzept „Waldspielplatz und Wandelpfade“ vor: (v.l.) Udo Rieger, Karin Bork, Tobias Priesemuth und Siglinde Pointer vom Isenwerk.

An drei Wegen soll der Wandel, dem das Waldstück durch Mensch, Klima und Natur unterworfen war, deutlich gemacht werden

Isen – Möglichkeiten zur Naherholung haben während der Corona-Pandemie deutlich an Attraktivität zugelegt. Der Markt Isen reagiert auf den gewachsenen Bedarf und übernimmt die Trägerschaft für einen Waldspielplatz im Sollacher Forst. Idee und Konzept stammen von Isenwerk e.V., finanziert werden soll der Spielplatz durch Crowdfunding.

Eingebettet ist der Spielplatz in das Walderlebnisprojekt der Bayerischen Staatsforsten „Wandelwege im Sollacher Forst“. An drei Wegen soll der Wandel, dem das Waldstück durch Mensch, Klima und Natur unterworfen war, deutlich gemacht werden. Zwei Stellen werden auf die Wiederaufforstung mit Birken und Eichen hinweisen, die nach den Stürmen Vivian und Wiebke erfolgte.

Die Wiederaufforstungsmaßnahmen nach den Lehmabbau sollen in einem weiteren Areal mit Ahorn-, Eichen- und Erlenbestand verdeutlicht werden. „Hier kann gezeigt werden, wie der Raubbau an der Natur in eine sehr positive Rekultivierung gewendet wurde“, erklärte Udo Rieger vom Isenwerk. Mittelfristig ist auf der letzten Fläche, auf der bis vor einigen Jahren Lehm im Sollacher Forst abgebaut wurde, ein etwa 30 Meter hoher Aussichtsturm geplant.

Wie sich die Natur den Wald zurückerobert, soll das Biberhabitat zeigen. Von kurzen Stegen aus, soll man den neuen Lebensraums des geschützten Wildtieres näher betrachten können. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch den Lehrstuhl Wald- und Umweltpolitik von Professor Michael Suda an der Technischen Universität München sorgen. „Neueste didaktische Erkenntnisse“ seien durch die Bachelorarbeit einer Studentin zum Thema Wandelwege am Lehrstuhl Suda garantiert, meinte Rieger. Den Waldspielplatz haben die Isenwerker in Koopertaion mit der Forstverwaltung Wasserburg die Fläche des Christbaumverkaufs durch den Staatsforst ins Auge gefasst. Nach Bedarf kann das Areal, das an der Teerstraße nördlich der Kreuzung Gemeindeverbindungsstraße liegt, nach Norden erweitert werden. Bäume, die für den Spielplatz gefällt werden müssen, möchte das Isenwerk für Spielgeräte oder Bänke verwenden. „Das ist reiner Nutzwald, die Bäume würden früher oder später ohnehin gefällt werden“, sagt Udo Rieger vom Isenwerk. Ein Vorteil sei die gute Erschließung des Waldstücks, die im Zuge des Lehmabbaus erfolgt ist.

Auch der vorläufig geplante Parkplatz südlich der Kreuzung sei ohne Probleme durch Querparkplätze auf der bereits jetzt genutzten PKW-Abstellfläche zu realisieren. Die verschiedenen naturnah konzeptionierten Geräte sollen an kleinen Pfaden liegen und die drei Themen der „Wandelwege“ spielerisch umsetzen. Eine Seilbahn könne beispielsweise auf den früheren Transport des abgebauten Lehms zur Isener Ziegelei hinweisen. Spielplatz und Wandelwege sollten weder ein Walderlebniszentrum werden noch „riesen Besucherströme generieren“, sagte Karin Bork, die neben Tobias Priesemuth, Siglinde Pointner und Rieger zur Arbeitsgruppe „Waldwerk“ des Isenwerks gehört.

Die Mitarbeiterin der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft betonte, dass Baumkulisse und Wald erhalten blieben. Zudem sei im Sollacher Forst bereits aktuell viel Erholungsverkehr. „Durch das zusätzliche Angebot mit seiner gelenkten Wegführung wird die Tierwelt nicht gestört“, sagte sie. Für Bürgermeisterin Irmgard Hibler liegt „der Charme des Ganzen im Gesamtkonzept“. Auch die Gemeinderäte waren sich grundsätzlich einig, dass Spielplatz und „Wandelwege“ eine gute Sache seien. Bedenken hatte Gemeinderat Erhart Aichner (CSU) wegen des möglichen Erholungs-Besucherdrucks auf das Wild.

Sein Fraktionskollege Josef Keilhacker fürchtete, dass der Spielplatz durch die Verkehrungssicherungspflicht zu einem teuren Spiel für die Gemeinde werde. Michael Betz regte an, dass die Isener Kindergärten den Spielplatz als festen Bestandteil des erzieherischen Konzepts zu nutzen. Im Herbst will das Isenwerk eine ausführungsreife Planung vorlegen. Dann werden die Ergebnisse der Bachelorarbeit und das Konzept zusammengeführt. Der Beschluss, die Trägerschaft und Wartung zu übernehmen, fiel einstimmig aus. Voraussetzung ist, dass das Grundstück gegen eine geringe Pacht zur Verfügung gestellt wird und dem Markt Isen ein detailliertes Spielplatzkonzept vorgelegt wird. Passiert dieses den Gemeinderat, ist die Bahn für Walderlebnis im Sollacher Forst frei. - ahu

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