Umweltschutz

Die Wildland-Stiftung Bayern setzt im Winter Maßnahmen zur Artenerhaltung um

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Seigenbau im Winter.

Um gefährdete Arten zu schützen, werden Lebensräume für unzählige Insekten und seltene Wiesenbrüter geschaffen.

Region – Die Wildland-Stiftung Bayern, die seit 2016 im Rahmen des BayernNetzNatur-Projekts „Natur.Vielfalt.Isental“ in den Landkreisen Erding und Mühldorf am Inn tätig ist, hat auch für die kommenden kalten Tage einige naturschutzfachliche Maßnahmen geplant.

Das Projekt widmet sich insbesondere dem Wiesenbrüterschutz. Kiebitz, Bekassine und Co. waren im Isental früher häufig anzutreffen, sind heute aber zu wahren Raritäten geworden. 

Gemeinsam mit den Kommunen Lengdorf, Dorfen, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen, die sich mit der Wildland-Stiftung zu einer Trägergemeinschaft zusammengeschlossen haben, setzt sich das Projekt dafür ein, dass die letzten Lebensräume dieser selten gewordenen Vögel erhalten bleiben und auch vergrößert werden können. 

Das Niedermoorgebiet Isental war früher eine weithin offene, gehölzfreie Landschaft. In nassen Wiesen und flachen Gewässern (sogenannten Seigen) fanden die Vögel genug Nahrung und geeignete Plätze für ihre Gelege. Beispielsweise brüten Kiebitze ihre Eier in kleine Mulden am Boden fernab von Bäumen und Sträuchern aus, denn von dort lauern Krähen, Greifvögel und andere Räuber auf Altvögel und Brut. 

Mit geänderten Landnutzungsformen ist die Landschaft heute jedoch vielmehr von Gehölzriegeln durchzogen und auch eine häufige Mahd macht den Wiesenbrütern die Aufzucht ihres Nachwuchses schwer. 

In Absprache mit Jägern, Flächeneigentümern, Landwirten und Behörden werden von den Projektbetreuerinnen geeignete Flächen ausgewählt und Maßnahmen geplant. Im Winter, außerhalb der Brutzeit und bei gefrorenem Boden, ist dann die optimale Zeit, um die zunächst doch recht massiv erscheinenden Eingriffe in der Landschaft vorzunehmen. Motorsäge und Bagger mögen zerstörerisch wirken, schaffen aber schon für das kommende Frühjahr Lebensräume für unzählige Insekten und seltene Wiesenbrüter.

Durch Entbuschungen und Baumfällarbeiten werden Ansitzwarten und Verstecke für Beutegreifer reduziert, durch Erdarbeiten neue Seigen als weitere Strukturelemente für die Wiesenbrüter, Insekten und Amphibien geschaffen. Bei der Planung wird natürlich auch auf die Bedürfnisse anderer Tiere Rücksicht genommen. So werden in einem Gebiet niemals alle Gehölze entfernt, sodass genug Deckungen für Reh und Hase bestehen bleiben. C. Baum

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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