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Wir von „Dorfen ist Bunt“ organisieren keine Gegenveranstaltung, auch keine Protestaktion

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Von: Birgit Lang

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Maskierte Leute an einem kunterbunten Stand am Abend
Der Stand von „Dorfen ist bunt“ an einem Montagabend © hes

Zum Bericht „Dorfen ist Bunt“ zeigt Flagge gegen „Spaziergänger“, und der Leserbrief von Frau Pongratz-Schuster

„Wenn Frau Pongratz-Schuster spazieren gehen will, weil dies so gesund sei und eine der wenigen Betätigungen, die noch erlaubt sind, dann soll es vielleicht nicht am Montagabend sein. Auch nicht in der Innenstadt, wo wegen den Spaziergängern mit Polizeibegleitung an allen Verkehrsknotenpunkten der Verkehr aufgehalten wird und die Luft dadurch auch noch mehr verpestet wird.

Wir von „Dorfen ist Bunt“ organisieren keine Gegenveranstaltung, auch keine Protestaktion. Gegen was sollten wir sein, wenn am Montagabend, flashmobartig und spontan, viele Spaziergänger unterwegs sind.

Wer redet hier von Spekulationen und Verschwörungstheorien?

Nicht aus Deutschland kommend und auch nicht so sehr von der deutschen Geschichte geprägt finde ich es arg blauäugig, eine Warnung gegen die „braune Gesinnung“ als moralisierend abzutun.

Frau Pongratz-Schuster kommen sie bitte an in dem Zeitalter, wo die Extrem-Rechten und Neonazis nicht alle mehr glatzköpfig skandierend und mit Springerstiefeln rumlaufen. Nein, die laufen jetzt sehr „angepasst“ rum, werden sogar gewählt und sind dadurch demokratisch gewählte Personen.

Demokratisch gewählte Personen und Parteien, die die demokratischen Gremien unterwandern und wo sie nur können versuchen, diese zu blockieren, demontieren und auszunutzen für die Umsetzung ihrer demokratiefeindlichen Ideen. Und wenn es in Dorfen und Erding ruhig zugeht, sogar fast friedlich, wagen wir zu sagen, dass dies „extrem“ gefährlich ist.

Weil es offensichtlich ist, dass es einen Teil der Teilnehmenden an den Montagsspaziergängen nicht um Frieden und Freiheit geht. Weil die Teilnahme von Personengruppen, die durch ihre antidemokratische Haltung die Gesellschaft spalten wollen, ein Forum geboten wird. Dies wird auch dadurch offenkundig, dass auch Teilnehmer aus verschiedenen benachbarten Landkreisen zu den „Spaziergängen“ anreisen. So soll der Eindruck erweckt werden, dass es sich um einen größeren Anteil der Bevölkerung handelt, als es tatsächlich ist. Dadurch soll eine fortschreitende Radikalisierung erreicht werden, mit dem Ziel, die Gesellschaft weiter zu spalten.

„Dorfen ist Bunt“ empfiehlt den offenen Dialog zu suchen. Nur durch ein Miteinander kann der Weg aus der Pandemie so schnell als möglich gelingen. Hass, Spaltung und Hetze verstärken sich gegenseitig und führen vom solidarischen Miteinander nur immer weiter weg.

Darum stellen wir uns auch die nächsten Montagabende mit einem angemeldeten Infostand auf den Marienplatz.

Als Aktionsbündnis für Demokratie und Toleranz bedauern wir es sehr, dass der Stadtrat bzw. der Pandemieausschuss, sich nicht klar positionieren konnten. Wir würden uns freuen, wenn die Dorfener Stadträte sich von den Montagsspaziergängen distanzieren und die Dorfener Bürger dazu aufrufen, nicht an diesen Spaziergängen teilzunehmen und sich stattdessen sachlich miteinander über Corona-Schutzmaßnahmen auszutauschen.“

Weiterhin bestehen wir darauf, dass die Montagsspaziergänge bzw. die in deren Rahmen auftretenden Menschenansammlungen als verkappte Demonstration unterbunden oder in demokratisch zulässige Bahnen gelenkt werden. Hierbei geht es unter anderem um das Einhalten der Regeln für Demonstrationen, insbesondere die Anmeldung mit der Vorgabe des Demonstrationsortes, Benennung von Verantwortlichen sowie das Einhalten der Corona-Regeln.

Es ist erschreckend, dass Frau Pongratz-Schuster in ihren Leserbrief uns, den Leuten von „Dorfen ist Bunt“, vorwirft uns hinter Masken zu verbergen. In dieser Zeit steigender Inzidenz-Zahlen und immer wieder neuer Varianten des Coronavirus stehen wir dazu, dass wir mit FFP2 und OP-Masken uns und auch andere schützen. Nebenbei darf ich sagen, dass obwohl wir „maskiert“ rumlaufen, wir uns nicht in einer unbekannten Masse von Menschen, von überall her angereist, verstecken.

Wir sagen klar, was wir wollen, für was wir stehen und verstecken uns nicht in einer Menge von Spaziergängern die davon ausgehen das alle die mitlaufen „nur“ Impfgegner oder Impfskeptiker sind.

Martine Driessen

Sprecherin Dorfen ist Bunt

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