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Woyzeck auf der Suche nach Georg Büchner

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Taufkirchen

(til) – Schweren Stoff hat sich Leonhard M. Seidl für seine nächste Produktion ausgesucht. “Georg Woyzeck” heißt seine aktuelle Inszenierung. Premiere des Ein-Mann-Stückes ist am Donnerstag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr im Erdinger Stadttheater. In dem Werk sucht Tambourmajor Woyzeck nach seinem Schöpfer, dem Dichter Georg Büchner. Um endlich seinen Frieden zu fin- den, will der Frauenmörder, ein gequälter Geist, wissen, wie das Fragment, das Büchner 1820 schrieb, en-det. Dabei verschlägt es ihn in die Gegenwart. Darsteller ist Christian Theis. In diesem bewegenden Stück mimt der hauptberufliche Pfleger sechs unterschiedliche Charaktere und stellt sein schauspielerisches Können fabelhaft unter Beweis. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, hat er sich sogar ein halbes Jahr beurlauben lassen. Es gelingt ihm, die innere Zerrissenheit des Hauptakteurs Woyzeck, seine verzweifelte, hilflose Suche auf eindrucksvolle Weise in Szene zu setzen. Wie im Original so hat auch Seidl’s Woyzeck aus Eifersucht seine Geliebte Marie getötet. Auf seiner Suche spinnt er ein irres Gedankengewirr, erzählt auf der Bühne aus seinem Leben, seiner Zeit und zitiert aus Schriftstücken von 1820 bis in die Gegenwart. Dabei muss Theis von einer Rolle in die andere springen. „Das ist eine meiner größten und intensivsten Rollen und eine neue Herausforderung“, sagt er. Seit 1991 spielt der 39-Jährige Theater. Mit dem Theaterkommando stand er schon mal als Woyzeck auf der Bühne, später in „Die Gerechten“, „Der Prozess“, „Der Cid“ oder „Kasimir und Karoline“. Auch von den kulinarischen Lesungen im Gasthaus Mairot kennen ihn viele. Fragen keine Antworten Seidl will die Zuschauer aufrütteln und stellt viele Fragen. Bei diesem Spiel wird klar, dass noch immer Willkür, Macht und Geld reagieren, dass sich seit Woy- zecks Ära nichts geändert hat. Der Isener Autor und Regisseur hat schon 30 Theaterstücke u.a. „Der Rote Hanikel“ und drei Romane geschrieben. “Ich sauge mir nichts aus den Finger. Ich schreibe nur auf, was ich lese.” Monatelang hat er für dieses Werk in Fachliteratur und Zeitungen recherchiert. Antworten will er aber keine geben. Sein Georg Woyzeck ist lebendige Geschichtsaufbereitung, will den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Seidl, der auch durch die Kikeriki-Kiste bekannt ist, hat seine Adaption bewusst als Ein-Mann-Stück angelegt, um dem Ganzen noch mehr Brisanz zu geben. Übrigens, auch die Musik stammt aus seiner Feder. Seit Juni laufen die Proben. Das Stück wird an drei Orten aufgeführt. Weitere Aufführungstermine: Samstag, 11. Oktober, Stadttheater Erding, Mittwoch, 15. Oktober, Farbenspiel Isen, Münchener Straße 10, Samstag, 18. Oktober, KinoCafé Taufkirchen, Donnerstag, 23. Oktober, E3 Dorfen, Samstag, 25. Oktober, KinoCafé Taufkirchen, Donnerstag, 30. Oktober, E3 Dorfen, Samstag, 1. November, Kino-Cafe Taufkirchen, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es in der Dorfener Buchhandlung und an der Abendkasse. Bei Interesse wird es auch Sondervorstellungen für Schulen etc. geben. Einfach Leonhard M. Seidl kontaktieren unter (0 80 83) 84 83. Weitere Informationen unter www.freies-ensemble-erding.npage.de und www. dreamcompany.de.company.de" www.dreamcompany.de.

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