Neuauflage

600 Jahre „Alte Post“ Parsdorf:  Inhaber Karl Müller bringt Neuauflage der Chronik heraus

Wirt Simon Matzner (Bildmitte) mit Rosi und Charly Müller in der Gaststube der Alten Post
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Wirt Simon Matzner (Bildmitte) mit Rosi und Charly Müller in der Gaststube der Alten Post

Die „Alte Post“ hat eine bewegte Vergangenheit, über die Inhaber Karl Müller ein Buch geschrieben hat. Jetzt arbeitet er an einer aktualisierten Neuauflage.

Parsdorf – Die „Alte Post“ in Parsdorf kann auf eine fast 600 Jahre alte Geschichte zurückblicken: Bereits 1443 wurde eine Tafernwirtschaft in Parsdorf erwähnt, doch vermutlich gab es dort sogar schon früher ein Wirtshaus. Fest steht: Die „Alte Post“ hat eine sehr bewegte Vergangenheit, über die Inhaber Karl Müller ein Buch geschrieben hat. Jetzt arbeitet er an einer aktualisierten Neuauflage. Die erste Auflage erschien 2018, als der Ort Jubiläum feierte: Am 26. Juni 1818 wurde Parsdorf nämlich bei der königlich-bayrischen Gebietsreform zum Sitz der Gemeinde bestimmt. Pünktlich zur Jubiläumsfeier wurde auch die Wirtschaft, die mit der Ortsgeschichte untrennbar verbunden ist, nach längerer Zeit wieder eröffnet.

Im 17. Jahrhundert war hier die Poststation auf der Route von München nach Wien, die Postkutsche brachte auch viele prominente Gäste nach Parsdorf, darunter Beethoven, Papst Pius VI., Kurfürst Max Josef III und andere gekrönte Häupter. Am 15. Juli 1800 wurde hier der Waffenstillstand zwischen den französischen und österreichischen Truppen im Napoleonischen Krieg geschlossen. Einige Jahre zuvor fiel die Post beinahe einem großen Dorfbrand zum Opfer, doch mit vereinten Kräften sorgten die Parsdorfer für den Wiederaufbau, ebenso wie knapp 200 Jahre später: Denn Ende der 1970er Jahre war das Gebäude in schlechtem Zustand, 1981 begann die Renovierung mit vielen ehrenamtlichen Helfern.

2014 gab es eine weitere Krise, sogar von einem Abriss war die Rede, doch die Parsdorfer gründeten einen Verein zur Erhaltung der Alten Post. Schließlich ist die Gaststätte das Herz von Parsdorf, der geschichtsträchtige Ortsmittelpunkt, Treffpunkt für Jung und Alt und diente eine Weile sogar als Rathaus.

2016 kaufte das Parsdorfer Ehepaar Karl und Rosi Müller mit seiner Tochter Heidi das Gebäude. Karl „Charly“ Müller war lange Jahre als Kirchenpfleger auch für die „Alte Post“ zuständig, die lange in Kirchenbesitz war, daher kannte er das Gebäude und seine bewegte Geschichte gut. Dennoch hielt die Sanierung auch für ihn noch etliche Überraschungen parat, so wie die mittelalterlichen Ziegel, die laut Denkmalamt aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen. Mit der Wiedereröffnung im Juni 2018 ist die wechselvolle Geschichte der Post noch lange nicht zu Ende: „Inzwischen ist noch so viel passiert, was erzählt werden muss“, so ­Charly Müller, der sein Buch deshalb nicht nur um einige neue Kapitel erweitert, sondern auch bestehende Kapitel zum Teil ergänzt, etwa das Kapitel „Die Posthalter“: Da kommt nämlich eine Familie Königer vor, deren Nachfahre aus Landsham sich nun bei Müller gemeldet hat und noch einiges zur Geschichte beisteuern konnte.

Die neuen Kapitel behandeln die Wiedereröffnung und Einweihung 2018, den sogenannten „Brandschutzkrimi“ und den holprigen Start mit dem neuen Wirt. Auch das ist nun Geschichte: Seit Januar 2020 führt Simon Matzner mit seinen Eltern Angela und Herbert die Gaststätte und sorgt für neuen Schwung, den auch Corona nur vorübergehend bremsen konnte. Das neue Buch über die „Alte Post“ soll im November erscheinen. Wer nicht mehr so lange warten will: Auch von der ersten Auflage sind noch Exemplare zum Preis von 15 Euro erhältlich - Susanne Edelmann

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