Aus dem Albachinger Gemeinderat

Bissiger Hund in Albaching?

+
PantherMedia B1979239

In Albaching kam es zu mehreren Vorfällen mit Beißattacken eines Hundes. Die Aussagen dazu sind Widersprüchlich, letztendlich musste sich sogar der Gemeinderat mit der Angelegenheit befassen

Albaching – Mit mehreren Beiß- vorfällen eines Hundes der Rasse Rottweiler aus dem Albachinger Gemeindeteil Berg musste sich nun der Gemeinderat befassen. Bürgermeister Franz Sanftl berichtete: Drei Mal habe dieser Hund, der einer Frau in Berg gehört, zugebissen: Einmal an seinem Heimatort und zwei Mal auf einer Baustelle in der Nähe von Söchtenau. Aus diesem Grund und denkbar knapp, mit sechs gegen fünf Stimmen, beschloss das Ratsgremium, der Hundehalterin die Erlaubnis zur Haltung ihres Rottweilers zu entziehen und sie dazu zu verpflichten, den Hund abzugeben. Für die Kosten der Unterbringung muss die Halterin selber aufkommen. 

Mit diesem Beschluss stellte sich die Gemeinde gegen die Einschätzung des Landratsamts, das eine Wegnahme des Rottweilers zuletzt für „nicht gerechtfertigt“ gehalten hatte und meinte, dass dieser Beschluss einer möglichen Einleitung rechtlicher Schritte durch die Hundehalterin nicht standhalten könnte. Die Gemeinde, so erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage, habe bereits nach dem ersten Beißvorfall in Berg einen Leinen- und Maulkorbzwang für diesen Hund angeordnet, an den sich der Lebensgefährte der Halterin aber nicht gehalten habe, so der Vorwurf. Dadurch, so berichtete Sanftl, sei es zu den beiden weiteren Beißvorfällen gekommen. Die hätten sich zwar auf einer Baustelle bei Söchtenau ereignet, aber die Gemeinde sei grundsätzlich „zuständig für das Fehlverhalten der Hundehalterin“ in der Gemeinde. 

Der Lebensgefährte, der den Hund meist mit auf Baustellen nimmt, sei auch nach dem zweiten Vorfall aufgefordert worden, sich an die Anordnung zu halten, was dieser wiederum nicht befolgt habe. Von daher halte die Verwaltung und auch die Mehrheit des Rats „die Zuverlässigkeit des Lebensgefährten“, „als nicht gegeben“. Dazu meinte auf Nachfrage der beschuldigte Dieter T., dass der Rottweiler sein „Ein und Alles“ sei. Der Hund sei nie dazu erzogen worden, anzugreifen oder aggressiv zu reagieren. Man sei mit ihm in der Hundeschule und ein Hundetrainer arbeite mit ihm. Dieser hatte dem Vierbeiner auch einen guten Charakter attestiert. 

Zwei Mal habe sein Hund zudem einen Wesenstest absolviert, wobei sich gezeigt habe, dass der Rottweiler „weder Mensch noch Tier gegenüber bösartig“ sei, so T. weiter. Dass es drei Beißvorfälle gewesen seien, bestreitet er zum Teil, doch dass ein Siebenjährige verletzt worden sei und habe operiert werden müssen, bedauere er. Acht Stiche waren unter Vollnarkose nötig, das Kind ist mittlerweile sehr ängstlich und traue sich kaum alleine auf die Straße. Ein anderer, heute 14-jährige Bub, ist in den Oberschenkel gebissen worden, beide Angriffe erfolgten von hinten. Beide Eltern hätten vergeblich auf eine Entschuldigung seitens des Hundehalters gewartet. T. habe eine Erklärung, warum es zu diesem Zwischenfall gekommen sei: Ein Rottweiler gehöre zu den „Wach- und Hütehunden“. Auf besagter Baustelle sei ein Vater mit seinem Sohn auf ihn zugegangen, der Hund sah sein Herrchen, das er beschützen wollte, gefährdet und habe zugebissen. Er hätte dies noch verhindern können, aber, so gibt er zu: „Ich war einfach zu langsam.“ 

Er beteuerte jedoch trotzdem, sich stets an die Maulkorb- und Leinenpflicht gehalten zu haben. Das Tierheim in Ostermünchen könnte nun eine Anlaufstelle dafür sein. Die stellvertretende Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Mensch und Tier“, Josefa Estner, teilte mit, dass die Zahl der aufgenommenen beißauffälligen Hunde mit 15 bis 16 pro Jahr relativ hoch lägen. Ob sie Beißunfälle gehäuft bei bestimmten Rassen feststellen könne? Nein, da kä- men Fälle quer durch sämtliche Rassen rein. Manchmal seien sogar Hunde kleinerer Rassen beißfreudiger, weil sie häufig gar nicht oder nicht ausreichend konsequent erzogen würden. Außerdem, so zeigte sich Estner überzeugt, sei die Ursache des Unglücks „am oberen Ende der Leine“ zu finden. Jeden Hund könne man zu einem Kampfhund erziehen. Nur Hundeschule, Sozialisierung und Grundgehorsam helfen, dem vorzubeugen. Daher will sie auch gerne eine Lanze für diese Hunde brechen, „die ja nichts dafür können.“ kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Philipp Quinlan komplettiert Offensive beim EHC Klostersee
Philipp Quinlan komplettiert Offensive beim EHC Klostersee
Kämmerer strebt Bürgermeisteramt in Grafing an
Kämmerer strebt Bürgermeisteramt in Grafing an
Aktiv gegen Falschparker und Raser in Vaterstetten
Aktiv gegen Falschparker und Raser in Vaterstetten
Sautrogrennen bei Kronau
Sautrogrennen bei Kronau

Kommentare