Bestle steigt aus

Überraschung bei der Vorstandswahl des Alem Katema-Vereins im Jubiläumsjahr

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Der neue Vorstand: Norbert Paul, Albert Burger, Sara Bekele, Anton Stephan, Andrea el Masry, Stephan Kruse und Erich Mack (von links). Nicht im Bild: Joachim Wiesmüller und Natalya Wotte.

Alexander Bestle verlässt die Vorstandschaft des Alem-Katema Vereins

Vaterstetten – „Es geht um die Stimmung im Verein und in der Gemeinde, der Verein ist wichtiger als der Einzelne. Deshalb werde ich zur Neuwahl nicht mehr antreten.“ Mit dieser Ankündigung sorgte Alexander Bestle, bisher zweiter Vorstand im Verein Partnerschaft mit Alem Katema, für einen Paukenschlag. Vorangegangen war eine lebhafte Diskussion um eine mögliche Vergütung für Vorstandsmitglieder. 

Mit 628 Mitgliedern und zahlreichen Projekten mit enormen finanziellen Ausmaßen gibt es viel Verwaltungsaufwand und Papierkram, den die Vereinsvorstände bislang ehrenamtlich erledigten – im Gegensatz zu anderen lokalen Vereinen, die längst dazu übergegangen sind, Verwaltungskräfte auf geringfügiger Basis zu beschäftigen. Der Unterschied zu Sportvereinen besteht darin, dass es sich beim Partnerschaftsverein um einen gemeinnützigen Verein handelt, dessen Unterstützer den Anspruch haben, dass ihr Geld möglichst ohne Abzug in Äthiopien ankommt. 

Dennoch: „Dieser Verein hat inzwischen eine Größenordnung erreicht, die es längst rechtfertigen würde, einen Geschäftsführer einzustellen“, so Altbürgermeister Peter Dingler, auf dessen Initiative hin der Verein vor 25 Jahren gegründet wurde. Der Jurist Dingler war es auch, der die Satzungsergänzung formuliert hatte, die auf der Mitgliederversammlung diskutiert wurde. Sie lautet: „Die Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Im Einzelfall und zur Erledigung bestimmter Aufgaben außerhalb der routinemäßigen Vorstandsarbeit kann auch ein Vorstandsmitglied aufgrund seiner bestehenden Sachkunde mit einer vergütungspflichtigen Tätigkeit beauftragt werden.“ Die Vergütung soll dabei den dreifachen Stundensatz des gesetzlichen Mindestlohns nicht übersteigen. Über diesen Passus wurde rege diskutiert. Während die einen darin eine Wertschätzung für die Arbeit des Vorstandes sahen, blieb für die anderen ein „Gschmäckle“ und die Frage, wer darüber entscheidet, was vergütet wird und was nicht. Auch wenn sich die Mitglieder am Ende mit überwältigender Mehrheit für die Satzungsergänzung aussprachen, blieb Bestle bei seinem Rücktritt, um Schaden vom Verein abzuwenden. Versuche, ihn umzustimmen, blieben erfolglos. 

Bei der anschließenden Neuwahl wurden der erste Vorsitzende Anton Stephan, Kassier Erich Mack, Schriftführer Stephan Kruse und die Kassenprüfer Günter Lenz und Jo Neunert in ihrem Ämtern bestätigt. Bestles Nachfolger als zweiter Vorsitzender ist Norbert Paul. Die neu oder wieder gewählten Beisitzer sind Sara Bekele, Albert Burger, Andrea el Masry, Joachim Wiesmüller und Natalya Wotte, die Tochter von Sara Bekele. Bestle versicherte, den Vorstand auch weiterhin mit seinem Fachwissen unterstützen zu wollen. Nun muss der Vorstand seine Kräfte auf die bevorstehenden Aktivitäten des Jubiläumsjahres konzentrieren: Geplant sind Vorträge, eine Ausstellung, eine Festveranstaltung am 20. September, zu der auch Besuch aus Alem Katema erwartet wird, der Gegenbesuch in Äthiopien im späteren Herbst und vieles mehr.se

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