+++ VOLKSFEST-MADL 2019 +++

Wir suchen das Ebersberger Volksfest-Madl 2019

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Auch 2019 suchen wir zusammen mit unseren Sponsoren und Festwirt Martin Lohmeyer das Ebersberger Volksfest-Madl.
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Ein Gericht für 125.000 Menschen

Das Amtsgericht zieht Bilanz

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Direktor Christian Berg (l.) und sein Stellvertreter und Pressesprecher Markus Nikol

Das Amtsgericht in Ebersberg ist für 125.000 Menschen zuständig. Bei der Jahrespressekonferenz lässt eine Zahl aufhorchen: Die Zahl der Strafverfahren gegen Jugendliche ist um 20 Prozent gesunken

Ebersberg – „Schauen wir mal, ob wir etwas Neues bieten können“, so eröffnete Amtsgerichtsdirektor Christian Berg die Konferenz zur Jahresbilanz. So einiges an neuen Zahlen und Informationen kam da doch zusammen. Zunächst aber etwas Allgemeines. Die Zivil-, Familien-, Straf-, Nachlass- und Betreuungsabteilung, Grundbuchamt, sowie die Abteilung für die Mobiliarzwangsversteigerung sind die Bestandteile des Gerichts. 61 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Acht Richter kümmern sich um die eingehenden Fälle, vier davon sind Frauen. Laut Markus Nikol, beschäftigen sich die Richter mit mehr als einem Fachbereich, was der Größe des Amtsgerichtes geschuldet ist. Pro Monat wurden einem Richter im Durchschnitt 47,3 neue Zivilverfahren zugeteilt. 

Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrug 5,4 Monate. Hauptsächlich handelt es sich hier um Verkehrsunfälle/-delikte oder Mietverfahren. Oft sind solche Zivilsachen schnell verhandelt, wenn es sich zum Beispiel um ein Bußgeldverfahren handelt. Letztere haben sich im letzten Jahr zum Vorjahr 2017 signifikant erhöht. „Die Steigerung von 397 Fälle auf 583 lässt vermuten, dass der Blitzer an der Schnittstelle A94/A99 auf der Baustelle gut in Betrieb war“, so erklärt Berg zumindest den Anstieg. So eine Zivilsache kann aber auch dauern, wenn es um ein Mietverfahren geht, bei dem sich die Beweisaufnahme für etwaige Mängel durchaus in die Länge ziehen kann. „Und auch im Bußgeldverfahren“, erzählt der Pressesprecher, „wird mitunter gekämpft“. Wenn durch zu schnelles Fahren, ein Fahrverbot droht, versuchen viele, dies abzuwenden, und legen Widerspruch ein. Aber meist hat das keinen Erfolg. „Ganz selten“, so Nikol, „dass hier eine sogenannte Existenzvernichtung greift, wenn jemand seinen Führerschein für eine bestimmte Zeit abgeben muss“. Ein wenig länger dauern die Familiensachen mit im Schnitt 7,2 Monaten. 

„Wenn es um Kinder oder Geld geht, dauert es“, so Berg. Eine schöne Nachricht gibt es bei Strafverfahren, die sich gegen Jugendliche richten. Hier ist eine Verringerung um 20 Prozent zu verzeichnen. Des Weiteren beschrieb Christian Berg, der selber Betreuungsrichter ist, wie aufwendig dieses Gebiet zu betreuen ist. Er selbst ist mehrere Tag in der Woche unterwegs zu Menschen, die zum Beispiel in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung, im Pflegeheim oder im Krankenhaus „gehört“ werden müssen. Er könne sich nicht auf die Aussage von Pflegekräften und Betreuern alleine verlassen, er muss sich denjenigen, über den entschieden werden soll, immer selbst ansehen und anhören und das bei jeder Entscheidung, die diesen Menschen betrifft. Diese Verfahren laufen sehr lange, so lange der zu betreuende lebt. Am glücklichsten schienen die beiden Herren von Gericht, als das Thema Grundbuchsachen an die Reihe kam. „Hier nämlich, verdienen wir richtig gut Geld für den Staat“, schmunzelt Nikol, „mit 6,2 Arbeitseinheiten schaffen wir 7,2 Millionen Euro – das wird man sonst in der Verwaltung sicher nicht finden“. 

Da die Gebühren werteabhängig sind, ergeben sich die Einnahmen auch aus den Immobilienwertsteigerungen, die im Landkreis enorm sind. Nicht ganz so glücklich, sondern eher erschreckt und besorgt, sind die beiden, wenn sie von den allgemein zunehmenden Übergriffen auf Mitarbeiter im öffentlichen Dienst erzählen. Angefangen von Beschimpfungen, unterschwelligen und offenen Drohungen, verbalen Angriffen, bis hin zu körperlichen Übergriffen. Letzteres passierte 2018 zwei Gerichtsvollzieherinnen. In dem einen Fall versuchte sich die Beamtin mit Hilfe von Speditionsmitarbeitern den Zutritt zu einer Wohnung zu verschaffen, die zwangsgeräumt werden sollte und wurde dabei massiv mit einem Vorschlaghammer bedroht. Im anderen Fall, wehrte sich eine alte Dame zunächst mit Krücken, Haarspray und schlussendlich mit einem Biss in den Arm der Gerichtsvollzieherin. Tretner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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