Anwohner aus der Rossinistraße Vaterstetten schlagen Alarm

Vaterstetten: Furcht vor Event-Tourismus

+
Der Erweiterungsbau fürs Humboldt-Gymnasium mit dem Mehrzwecksaal soll in der Rossinistraße direkt ans vorhandene Schulhaus anschließen.

Der Anbau fürs Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten enthält eine große Mehrzweckhalle mit Bühne und Tribüne. Die Nachbarn befürchten sich vor Veranstaltungen und Zuschauern.

Vaterstetten - „Da kommen dann Massen von Menschen aus ganz München, um eine Veranstaltung in der Halle zu besuchen!“ Dem Anwohner aus der Rossinistraße verschlägt es bei dieser Horrorvision fast die Sprache. Unverschämt sei es, wie das Landratsamt mit den Anliegern des Humboldt-Gymnasiums umgehe. Keine Information, kein Mitspracherecht bei der geplanten Schulerweiterung vor der Haustür. Statt die schon jetzt riesige Schule nochmal zu erweitern, solle mit Blick auf die vielen Neubaugebiete in Vaterstetten doch lieber ein weiteres Gymnasium auf der anderen Seite des Ortes errichtet werden, so seine Forderung. 

Die zuständige Sachbearbeiterin des Landratsamtes versuchte die empörten Anlieger zu beruhigen. Die Mehrzweckhalle sei rein für Schulzwecke geplant und dürfe nur bis 22 Uhr genutzt werden. „Na hoffentlich erinnert sich da in fünf Jahren noch jemand daran“, so ein anderer Anlieger skeptisch. Die Halle mit einer Kapazität für rund 600 Personen soll allein für den Sport (ohne Ballsportarten) und für Schulveranstaltungen wie Konzerte und Theater, Elterninformationen oder Zeugnisverleihung genutzt werden. Momentan hat das Gymnasium dafür nur die Pausenaula, an die Klassenzimmer direkt angrenzen, was eine Nutzung problematisch macht. Die Mehrzweckhalle verläuft über Erd- und Untergeschoss, obendrüber sind insgesamt elf Lehrsäle für Natur und Technik sowie IT samt Nebenräumen geplant. Im zweiten und dritten Obergeschoss liegen sieben Klassenzimmer und vier Ausweichräume. Die fünften und sechsten Klassen sollen hier untergebracht werden. Das neue Gebäude ersetzt die Schulcontainer im Innenhof der Schule. Der Lehrerparkplatz wird Richtung Verdistraße verschoben und aufs Doppelte erweitert. 

„Es ist für uns ein schwieriges Vorhaben“, betonte Bauamtsleiterin Brigitte Littke. Eigentlich füge sich das Bauvorhaben nicht ins Gebiet ein, andererseits liegt die Schule auf einer Insel und der Anbau erweitert die Nutzung nur. Zu den Anliegern in der Rossinistraße werde genügend Abstand gehalten. Das rund 15 Meter hohe Gebäude verschatte die gegenüber liegende Wohngebiet nicht. Zum Schutz der Nachbarn gelten Auflagen wie zum Beispiel ein Verbot für Öffnen der Mehrzweckhallen-Fenster bei Abendbetrieb. „Wir wollen vom Landratsamt auch nochmal ein Immissionsgutachten für den Schulbetrieb und zum erwarteten Verkehr“, erklärte Littke. Trotzdem haben einige Anlieger bereits mit Klagen gedroht, so die Information aus dem Rathaus.die

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Beruhigung der Wohngebiete im Grafinger Norden geplant
Beruhigung der Wohngebiete im Grafinger Norden geplant
EGA: 2021 wieder in Ebersberg
EGA: 2021 wieder in Ebersberg
Vaterstettener Wahl-Täuschung ohne gesetzliches Nachspiel
Vaterstettener Wahl-Täuschung ohne gesetzliches Nachspiel
Nettelkofen: Eichen-Entscheidung verschoben
Nettelkofen: Eichen-Entscheidung verschoben

Kommentare