Arbeitskreis Energiewende

Klimabilanz im Landkreis: „So wird des nix“

Ein grüner Fußabdruck als Symbol für den Klimawandel
+
Bis zum grünen Fußabdruck ist es im Landkreis noch ein weiter Weg

Der Sprecher des Arbeitskreises Energiewende in Kirchseeon legt Fakten auf den Tisch. Dabei wird deutlich: in Sachen Erneuerbare Energien hinken einige Gemeinden im Landkreis deutlich hinterher

Kirchseeon – „Wenn wir so weitermachen, wird des nix!“ Das sagte Karl-Heinz-König in seinem Vortrag zum Klimawandel im Kirchseeoner Gemeinderat. Der Sprecher des örtlichen Arbeitskreises Energiewende hatte eine Menge Fakten und Zahlen parat, mit denen er eigentlich ganz neutral den Stand der Dinge weltweit, aber eben auch spezifisch für den Landkreis Ebersberg und seine Gemeinden präsentieren wollte. Doch unfreiwillig entwickelte sich der etwa Vortrag zu einem mahnenden Fingerzeig. Ging auch gar nicht anders, wenn man sich ein paar Beispiele aus Königs Präsentation vor Augen führt. Deutschland ist nicht nur eine der maßgebenden Industrienationen weltweit, sondern - dadurch schon beinahe zwangsläufig - auch unter den Top 10 beim Co2-Ausstoß: Platz 7 (Stand 2017) hinter den Spitzenreitern China, USA, EU, Indien, Russland und Japan.

Was die Emissionen pro Person betrifft, haben es die Deutschen 2018 sogar auf Rang 5 geschafft, nur geschlagen von Quatar (1.), Saudiarabien (2.), USA (3.) und Südkorea (4.). „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen wir die Netto-CO2- Emissionen auf Null reduzieren. Das gilt für jedes Land, jede Region, jede Stadt, jede Gemeinde, jeden Menschen“, so Königs Anmerkung auf einer Vortragsskizze. Und er sorgte mit leichter Sprache für Verständnis: Ein Kilogramm CO2 entspricht etwa dem Volumen einer Kugel von einem Meter Durchmesser, also einem Gymnastikball. In Deutschland sind die Energiewirtschaft und die Industrie für mehr als die Hälfte aller CO2-Emissionen verantwortlich, war zu erfahren. Und dann legte König die Finger in lokale Wunden: Anteil erneuerbarer Energien im Landkreis. Bei den 21 Gemeinden stachen Baiern, Bruck und Emmering positiv heraus, denn sie hatten deutlich mehr als 100 Prozent ihres Stroms mit erneuerbaren Energien erzeugt; Baeiern lag 2018 bei 336 Prozent, Emmering bei 218 und Bruck bei 127 Prozent. Zu den Schusslichtern zählten die Stadt Ebersberg (32,3) Vaterstetten (24,6), Oberpframmern (18,2), Poing (10,1), Zorneding (9,4) und Markt Schwaben (3,6). Auf dem vorletzten Platz rangierte Kirchseeon mit 6,9 Prozent.

Um den Klimawandel zu stoppen, müssen wir die Netto-CO2- Emissionen auf Null reduzieren. Das gilt für jedes Land, jede Region, jede Stadt, jede Gemeinde, jeden Menschen“

Karl-Heinz König (Sprecher Arbeitskreis Energiewende Kirchseeon)

Um das vielzitierte 1,5-GradZiel zu erreichen, müsse im Landkreis einiges passieren. König erläuterte anhand Hochrechnungen der Energieagentur Ebersberg, dass vor allem der Anteil an Windenergie enorm zunehmen müsste. Angesichts der zuletzt nur knappen Mehrheit pro Windkraft und der Skepsis von Zornedinger Nachbarn nach deren Beschluss für zwei Windräder im Gemeindegebiet (wir berichteten) scheinen Wille und Taten aber noch meilenweit voneinander entfernt. Dennoch zeigte König abschließend auf, was sich der Arbeitskreis Energiewende Kirchseeon für die Marktgemeinde wünscht, Auszüge daraus sind: Eine zügige und effiziente Ausweisung und Planung von Möglichkeiten zum Aufbau von Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet beziehungsweise in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden. Die Projektierung und Aufbau von Freiflächen- und Gebäude Solaranlagen (PV und Solarthermie). Der Besuch von Mustergemeinden, um dort Erkenntnisse und deren Erfahrungen aufzunehmen, um schnell und konkret voranzukommen. Und der Aufbau und Ausbau eines Nahwärmenetzes zur Nutzung der kalten Nahwärme vom Bahnschwellenwerk. osw

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Ebersberg
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Schmankerl-Pakete für Ebersberger Sommerwiesn zu gewinnen
Ebersberg
Schmankerl-Pakete für Ebersberger Sommerwiesn zu gewinnen
Schmankerl-Pakete für Ebersberger Sommerwiesn zu gewinnen
Diebische Pflegerin in Zorneding festgenommen
Ebersberg
Diebische Pflegerin in Zorneding festgenommen
Diebische Pflegerin in Zorneding festgenommen
Der Tag, an dem Albaching seine Selbstständigkeit zurück erlangte
Ebersberg
Der Tag, an dem Albaching seine Selbstständigkeit zurück erlangte
Der Tag, an dem Albaching seine Selbstständigkeit zurück erlangte

Kommentare