Archäologen in Zorneding

Spektakuläre Funde: Zorneding schon 3.000 Jahre alt?

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Akribische Arbeit an der Rosa-Schöpf-Straße für die Archäologen.

Archäologen legen in der Rosa-Schhöpf-Straße ein frühzeitliche Bewohnung frei.

Zorneding – Kostbare Wartezeit für den Bauherrn in der Rosa-Schöpf-Straße. In dieser Abzweigung der Bahnhofstraß Richtung Süden mussten die Baggerarbeiten ausgesetzt werden, denn ein aufmerksamer Nachbar hatte erkannt, dass in dem vor ihm liegenden Boden irgendwelche Siedlungsreste unter der Erde schlummern könnten. So ertönte am 19. Juni vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz (BlfD) das Startsignal für die Zornedinger Archäologin Ramona Baumgartner, die seit 22. Juni auf diesem Areal mit ihrem Team akribisch jeden Quadratmeter ankratzt und dort gräbt, um auf Reliquien zu stoßen. 

Das tat sie mit Erfolg: Die zuletzt noch für die Partei „Die Linke” in der Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidatin bekannt gewordene Fachfrau brachte Nachweise einer frühzeitlichen Bewohnung dieses Areals zu Tage: „Diverse Pfosten, die sich zu Hausgrundrissen rekonstruieren lassen, Gruben, einen Graben, Siedlungsspuren“, so Baumgartner vor Ort. In der Umgebung wusste sie von frühmittelalterlichen Relikten, nun aber handelt es sich um eine „vorgeschichtliche Fundstelle“. Und der Bauherr? Immerhin übernimmt das BlfD 50 Prozent der Grabungskosten, aber der Bauherr muss erst einmal neu kalkulieren. Jedoch: „Wir versuchen das erste Baufeld so schnell wie möglich fertig zu machen, um die Unterbrechung so gering zu halten, und den Rest der Arbeiten parallel zum Bau zu machen“, so die Archäologin. 

Dauer der weiteren Grabungsarbeiten scheint noch unklar, da freilich noch nicht vorhersehbar sei, was es auf der Restfläche noch zu entdecken gilt. Trotz Wartezeit gibt es einen Trost für den Eigentümer des Areals: Die Funde gehen grundsätzlich zu 50 Prozent an den Finder und zu Prozent an den Grundstückseigentümer. Vor Ort spricht Baumgartner von Fundstücken, die aus einer Zeit zwischen 15 und 1200 vor Christus stammen. Somit war der Corona-bedingte Ausfall der heuer geplanten 1200-Jahr-Feier in der Gemeinde beinahe ein ungewollter Glücksfall. Zorneding kann somit auf potentiell 3.200 Jahre Besiedlung zurück blicken. Die neuen Funde gelten also schon als eine Sensation, auch wenn der Bauherr freilich mit einem weinenden Auge darauf blicken mag. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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