Frühlingsfest der Eglhartinger Werkstätten

Gleichstellung – Vorbild Eglhartinger Werkstätten

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Zweigstellenleiter Hans-Jürgen Binder erklärt die Arbeitsabläufe in der Wäscherei.

Auch das zweite Frühlingsfest der Eglhartinger Werkstätten war ein Erfolg. Jetzt soll es zur Institution werden

Eglharting – Von 10 bis 17 Uhr war das Frühlingsfest der Eglhartinger Werkstätten am ersten Maisonntag angesetzt. Aber die aprilwettrigen Kapriolen am Himmel und anschließend darunter machten eine frühzeitige Beendigung der Veranstaltung nötig. Bis dahin war alles geboten, was diese Einrichtung für Menschen mit Behinderung an Festtagen so anziehend macht: Musik, Kaffee und Kuchen oder Infostände: 

Aber: Es ist ja nicht nur eine Feier, sondern auch so etwas wie Tag der offenen Tür. Viele der Besucher interessieren sich eben besonders für Führungen durch die Werkstätten. Und es waren insgesamt nicht wenige, wie sich Zweigestellenleiter Hans-Jürgen Binder gegenüber „Hallo“ freute. Und er ist freilich absoluter Fachmann, wenn es um die Organisation und Arbeitsabläufe in dieser Einrichtung geht. Beispiel Wäscherei, in der Binder davon spricht, dass diese qausi keinen Urlaub hat. Denn das Krankenkenhaus, für welches Wäsche gereinigt wird, mache ja im Grunde auch nie Urlaub. Gearbeitet wird freilich nur wochentags, um 16.15 Uhr ist Feierabend, ab 15.30 wird sauber gemacht, bei Krankheit gibt es Aushilfen. Acht Stunden am Tag in dieser beeindruckend großen Abteilung sei nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Flachwäsche wie Hand- oder Leintücher kommen in die Waschmaschinen. Auch Pfarreien sind hin und wieder Kunden.

„Nein Privatwäsche kann man hier nicht in Auftrag geben“, so Binder auf die Frage einer Besucherin. 120 bis 150 Kilo pro Waschgang schafft die neue Maschine, die kürzlich für einen sechsstelligen Betrag erworben wurde. Beim Besuch in der Küche wird am Vorraum angehalten, aus Hygeniegründen kein weiteres Betreten. 250 Essen am Tag werden hier von den Beschäftigten zubereitet. Zum Mittagstisch kommen viele Menschen von außerhalb, genießen ein Tagesgericht zu fairen Preisen; laut Binder soll der Speiseplan in Kürze online zu sehen sein. 

Auch Kigas und Kitas sind treue Kunden, und Cateringwünsche für Feste und Veranstaltungen werden zudem angenommen. „300 Essen könnten wir hier durchaus machen“, so Binder. Das wäre für die eigene Kasse wünschenswert. Dies war nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr nun das zweite Frühlingsfest am Eglhartinger Westring - erfolgreich und somit zukünftig fest eingeplant. Und es fand am Aktionstag der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Das Gute vor Ort: Hier wird die Gleichstellung bereits mehr als vorbildlich gelebt. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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