150 Bäume wohl illegal gefällt

Illegale Rodung in Vaterstetten

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Ein trauriger Anblick. Etwa 150 Bäume fielen der illegalen Rodung zum Opfer

Rund 150 Bäume sind auf einem Grundstück in Vaterstetten offenbar illegal gefällt worden. Die Gemeinde will hart durchgreifen

Vaterstetten – Wer das Grundstück Ecke Erika-Köth-Straße/ Mozartring sieht, ist entsetzt. Wo früher hohe Fichten standen, ragen nur noch wenige Zentimeter hohe Baumstümpfe aus der Erde. Der größte Teil des Baumbestands wurde vergangenes Wochenende radikal vernichtet. Gemeinde und Anwohner sind über das Vorgehen des Eigentümers erschüttert und verärgert. Vaterstettens Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) stoppte die illegale Rodung am Samstag, bevor das gesamte Grundstück leergeräumt werden konnte. 

Das rund 10.000 Quadratmeter große Areal hat bislang auch wegen des waldartigen Baumbestands nur eine sehr beschränkte Bebaubarkeit. Angefangen habe es mit dem Sturm am Donnerstagabend, erzählt ein Anlieger. Zwei bis drei Bäume hielten den Böen nicht stand und fielen auf die Straße. Die Feuerwehr sägte den Weg wieder frei. Am Freitagnachmittag sei dann ein Harvester aufgetaucht und habe mit der Rodung des Grundstücks begonnen, erzählt man vor Ort. Auf Nachfragen der Nachbarn sei beteuert worden, dass eine Genehmigung vorliege. Denn es sei Gefahr in Verzug, wie man am Tag vorher ja erlebt habe. In wenigen Stunden seien dann 20 bis 30 Bäume gefällt worden, berichten die Anwohner. Den Nachbarn kam das komisch vor. Zum einen, weil vorher nur einige wenige Bäume mit Markierungen versehen waren. 

Als aber am Samstag in großem Maß weiter gerodet wurde, verständigten sie die Polizei. Die allerdings erst vier Stunden später vor Ort auftauchte und schnell wieder unverrichteter Dinge verschwand. Die Nachbarn wurden gleichzeitig über ihre private Whatsapp-Gruppe vom der Ehefrau des Eigentümers informiert, dass alles legal zugehe, man brauche die Polizei nicht nochmal rufen. Inzwischen aber hatten die Nachbarn den Kontakt zur Gemeinde gesucht. „Ich bin gegen Mittag von einem Gemeinderatskollegen informiert worden“, erzählt Vaterstettens Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU). Als er vor Ort eilte, war „die lange Straßenseite am Mozartring völlig kahl“. 

Rund 150 Bäume lagen auf dem Grundstück, gefällt von einer professionellen Holz-Erntemaschine. Dabei hatte die Gemeinde nur die Fällung von vier Bäumen auf dem Grundstück genehmigt. Als Argument brachten Eigentümer und Holzarbeiter Fäulnis und Borkenkäferbefall vor. Aber dafür gab es weder Unterlagen noch Genehmigungen, sagt der Vize-Bürgermeister. „Standfestigkeit ist ein Argument, aber schlichtweg abzuholzen, das geht einfach nicht.“ Zudem hätten die Eigentümer sicher vom vorhandenen Baumschutz gewusst. Schließlich seien sie schon mehrfach wegen Verstößen belangt worden. 

Wagners einziger Trost: Es waren nur Fichtenstangen. „Wenn es Laubbäume gewesen wären, würde ich mich jetzt furchtbar ärgern.“ Trotzdem sei die illegale Rodung ein absolutes Unding. Der Vize-Bürgermeister ordnete an, dass die gefällten Bäume nicht entfernt werden dürfen, bis ein Gutachter den Sachstand geprüft hat. Für alles, was dem Baumschutz unterliege, werde dann ein Bußgeldverfahren eingeleitet und die Wiederaufforstung angeordnet, kündigte er an. die

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