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„Unzutreffend, irreführend und falsch“

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Viele Gespräche werden mit der Bahn geführt wie hier im Landratsamt, doch nur wenig fließt in deren Planung ein.
Viele Gespräche werden mit der Bahn geführt wie hier im Landratsamt, doch nur wenig fließt in deren Planung ein. © hr

Bahn: Gesamtverlauf der Neubaustrecke steht fest

Landkreis – Haben Landkreiskommunen mit der Bahn zu tun, weicht das Lächeln aus den Gesichtern der Politiker, denn die Planungen der Bahn - wie aktuell beim Nordzulauf zum Brennerbasistunnel - sind für die Betroffenen nur schwer verständlich. Zwei Treffen fanden unlängst statt: Der vom Landtagsabgeordneten Thomas Huber initiierte „Runde-Tisch“ bei Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter mit Vertretern der Bahn und des Bundesverkehrsministeriums, aber auch der Projektbeirat tagte. Gut informierte Kreise signalisierten, dass im Bundesverkehrsministerium wie auch bei der Bahn man sich ergebnisoffen mit der Trassenplanung befassen werde. Mehr im Innenteil.

Während Andreas Brandmaier, Ingenieur und Initiator der Bürgertrasse eine „kritische Analyse der Ergebnisse“ erarbeitete, dabei handwerkliche Fehler der Deutschen Bahn sowie wie erhebliche Kosteneinsparungen aufzeigen konnten, verfasste die Bahn eine „Information für Politiker in der Region“. Darin wird das Trassenauswahlverfahren als objektive Methode beschrieben, deren Basis der „mit der Region vor der Planung abgestimmte Kriterienkatalog“ sei. Dem wird seitens der Region widersprochen, denn gemäß entsprechenden Beschlüssen der Anliegerkommunen wäre eine andere Trassenwahl erfolgt. Die Bahn spricht von „Umfahrungen statt Ortsdurchfahrten“. Mit der neuen Trasse wird Niclasreuth durchschnitten.

Die Bahn beruft sich auf 650 Unterschriften, die sich für die Trassenwahl der Bahn aussprechen. Andererseits verschweigt sie in ihrem Schreiben an Politiker, dass rund 1.600 Unterschriften gegen die Trassenwahl, weil diese die Landschaft und auch Orte zerschneidet, Orts- und Wegeverbindungen trennt und nicht zuletzt einen sinnvollen Lärmschutz für die Bürger verhindert. Die Bahn hingegen betont mit ihrer Trassenwahl Lärm für die Menschen zu vermeiden. Bereits während des Trassenauswahlverfahrens zwischen Grafing und Ostermünchen knirschte es mächtig im Dialog-Forum zwischen den Vertretern der Bürger und der Bahn. Dabei haben die Bahnplaner früh kommuniziert, dass sie einen Trassenvorschlag erarbeiten werden, zu dem die Bürgermeinung gehört werden solle, „entscheiden werden die Politiker im Bundestag“. Das ist de facto richtig.

Doch wenn die Bahn Unterlagen wie „Information für Politiker in der Region“ die Entscheider informiert, dürfte die Entscheidung der Politiker nicht im Sinne der Bürger sein. Die Bürgerinitiative Brennernordzulauf Landkreis Ebersberg www.bnz-ebersberg.de setzt dem Bahnschreiben einen Fakten-Check gegenüber. Sie zeigt Wort und Bild auf, wie einseitig und nicht im Einklang mit der Mehrheit der Betroffenen die Trassenauswahl erfolgte. Unisono sind sich über die Parteigrenzen hinweg die Abgeordneten Andreas Lenz, Thomas Huber und Doris Rauscher sowie Landrat und Gemeinderatsgremien einig, dass das Ergebnis der Bahn so nicht hinnehmbar ist. ar

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