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Die Deutsche Bahn will Bürgermeinungen hören

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Christian Tradler, Projektleiter Brenner Nordzulauf, Bernd Reiter zuständig für Kommunikation und Franz Lindemair Sprecher für Großprojekte Bahn, beim Pressegespräch. © Foto: hr

Die Bahn möchte wegen des Zulaufs des Brenner Basis Tunnels auf die Bürger zugehen und für Transparenz sorgen

Ebersberg – Der Brenner-Basis-Tunnel (BBT) sorgt seit langen für skeptische Minen, denn von mehreren hundert Zugbewegungen pro Tag ist die Rede. Jetzt ging die Deutsche Bahn in einem Pressengespräch in die Offensive und beschreibt erstmals einen nahezu völlig neuen Planungsweg. 

Bereits bei der Erhebung der Grundlagen für die technische Planungen soll mit den Bürgern diskutiert werden, was ein Novum ist. Usus war dies eigentlich erst am Ende beim Planverstellungsverfahren, wenn so gut wie alles festgelegt und aus Kostengründen anderes ausgeschlossen wurde. „Das Wissen der Bürger um ihre Region soll in die Planungen zur Realisierung einer viergleisigen Bahnstrecke zwischen Großkarolinenfeld/ Rosenheim und München-Trudering einfließen“, erklärte Franz Lindemair, Sprecher für Großprojekte Bahn. Diese Strecke gehört zum sogenannten Brenner-Nordzulauf, der wiederum nur ein Teil der europä- ischen Nord-Süd-Bahnstrecke ist, die vom Mittelmeer bis nach Skandinavien führt. 

Ziel ist es, mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Derzeit werden gerade einmal 17 Prozent der Güter auf der Schiene befördert. In zwei Planungsabschnitte werden die Landkreise Ebersberg und München Land betreffende Strecke geteilt: Großkarolinenfeld bis Grafing-Bahnhof, auf der mit Sicherheit ein zweifacher Gleis-Neubau samt Lärmschutz erfolgen muss, und Grafing-Bahnhof bis München-Trudering, wobei auf dieser bestehenden viergleisigen Strecke eine Taktverdichtung erfolgen soll, für die entsprechende signalbautechnische Änderungsmaßnahmen notwendig sind. Sind diese Änderungsmaßnahmen von großem Aufwand, so kann auch diese Strecke als Neubau gewertet werde und somit letztendlich der Lärmschutz besser werden. 

Eröffnet werden soll der Brenner-Basis-Tunnel im Jahr 2027. Insgesamt sollen 400 Zugbewegungen pro Tag über die Strecke gehen können. Durch das Zugsicherungssystem und moderne Bremsanlagen werde der Lärmpegel gemindert. Da aber die Züge länger sein werden, dauert der Schall länger an. Ganz ausgeschlossen scheint es nicht zu sein, dass Fernzüge auch über die so genannten S-Bahngleise fahren werden, wogegen sich Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß als Sprecher der acht Landkreis um München bereits ausgesprochen hatte. Ob mit der neuen Technik auch die Erschütterungen gemindert werden, konnte nicht sicher festgestellt werden. 

„Der Dialog mit den Bürgern hat begonnen“ 

Die Hoffnung der Bahnanlieger an der Strecke München-Rosenheim auf weniger Zugbewegungen, wenn denn einmal die Strecke München-Mühldorf-Freilassing viergleisig/zweigleisig ausgebaut ist, kann in Anbetracht der steigenden Zugbewegungen vom BBT begraben werden. Die Zahl der Zugbewegungen bleibt gleich, da der Brennerbasistunnel 2027 in Betrieb geht und, laut Bahn, der Brenner-Nordzulauf rund zehn Jahre später. Der Dialog mit den Bürgern habe begonnen, so Lindemair. „Wir haben mit den Bürgermeistern der Kommunen entlang des Bahnkorridors in zwei Treffen gesprochen, da die Belange der Bürger entlang der Bahnlinie unterschiedlich sind“. Wichtig sei beiden Gruppen der Lärmschutz, bei der Neubaustrecke werde man aber auch auf Besonderheiten in der Natur beachten müssen, so der Bahn-Vertreter. Auch mit den Abgeordneten der Region sei man in Kontakt. 

Die Presse werde eingebunden und ab Mitte 2019 werde man Vertreter von Wirtschaftsgremien und Bürgerinitiativen zu Gesprächen einladen. Jedermann könne schon jetzt per E-Mail mit der Bahn in Kontakt treten unter info@brennernordzulauf.eu. ar

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