Jahrelanger Stillstand auf ehemaligen Bahngelände

Verseuchtes Gelände sorgt in Kirchseeon für Missstimmung 

Brachliegendes ehemaliges Bahnhofsgelände in Kirchseeon
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Südlich der Bahnlinie liegen in Kirchseeon 200.000 Quadratmeter Gemeindegebiet brach

Wieder einmal sorgt das ehemalige Bahngelände in Kirchseeon für Aufregung. Was bleibt ist die große Frage, wie es weitergehen soll

Kirchseeon – „In fünf bis sechs Jahren möchte ich ein Ergebnis haben.“ Das war das Credo von Jan Paeplow zu den Plänen für das Bahnschwellenwerk in Kirchseeon. Der Bürgermeister sah sich zu einer Stellungnahme veranlasst, weil die Grünen im Marktgemeinderat bei der letzten Sitzung einen umfangreichen Forderungskatalog zum kontaminierten Gelände südlich der Bahnlinie vorgelegt hatten. Bevor es aber zu den Inhalten ging, war es scheinbar nötig, die unterschiedlichen Erwartungen zu den Vorgehensweisen und Zuständigkeiten zu klären. Von einer gewissen Art des Misstrauens sprach Paeplow in Richtung der Grünenfraktion, die offensichtlich einen Alleingang der Verwaltung unterstellten.

Erstmals seit Amtsantritt Paeplows war also eine kräftige Spannung zwischen dem CSU-Rathauschef und einer Ratsfraktion zu spüren und auch zu raus zu hören. Die Wünsche der Grünen, etwa die Erhaltung/Sanierung des roten Turms als Wahrzeichen Kirchseeons oder die anteilige Nutzung des 200.000 Quadratmeter großen Geländes für Energieerzeugung waren in einem umfangreichen Antrag der Fraktion vorgelegt worden. Allein die Formulierung der beantragten Schritte zum weiteren Vorgehen sorgten bei der Verwaltung schon für Unbehagen. Die sah diese nicht als beschlussfähig formuliert und gab eigene Beschlussvorlagen vor. Nachdem Grünen-Rat Bernhard Buckl die Forderungen seiner Fraktion bezüglich Denkmalschutz, Vandalismus auf dem Gelände oder Naturschutz der dort herrschenden Fauna und Flora sehr ausführlich vorgetragen hatte, ging Paeplow letztendlich schlichtend und vor allem hinweisend darauf ein: Entscheidend seien für diesen Ortsbereich die Marktgemeinde und deren Einwohner, nicht der Ebersberger Kreistag, wie fälschlicherweise angenommen.

Und ja, es hätte Versuche in der Vergangenheit gegeben, um aus dem Filet-Grundstück was zu machen: Bebauungsplanverfahren, Workshops oder einen Architektenworkshop – alle waren gescheitert oder wurden gestoppt. Aber: Paeplow betonte, dass etwas passieren müsse. Allerdings gemeinsam, eben auch Grüne und Rathaus zusammen. Nach einer zehminütigen Pause, in der sich die Grünen besprechen konnte, nahmen dies ihren Antrag zurück. Auch, weil der Bürgermeister eine Sondersitzung zu diesem brisanten Dauerthema versprochen hatte. Zudem bestätigte er Gespräche mit den Grundstückseigentümer, der Fiat-Tochter Effe GmbH und der Deutsche Bahn noch im Oktober. Thema: Wie solle es aus deren Sicht mit dem Gelände weitergehen? osw

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