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Was bedeutet die 2. Stammstrecke für den Landkreis?

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Die Pendlerströme wachsen weiter. Die 2. Stammstrecke soll Druck aus dem Netz nehmen. © Foto: PantherMedia / gjp1991

Im Jahr 2026 soll sie fertig sein: die 2. Stammstrecke. Doch schon jetzt laufen die Planungen für das Netz. Nach Ansicht von Thomas Huber sind diese noch nicht optimal auf die Bedürfnisse der Landkreisbürger abgestimmt

Landkreis - Bevor die 2. Stammstrecke im Jahr 2026 fertig sein soll, wird wohl noch viel passieren. Auch wenn das Grundkonzept für die S-Bahnverbindungen bereits steht, werden sich die Pläne für den künftigen Fahrplan wahrscheinlich noch mehrmals ändern. 

Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber teilt die Bedenken in der Landkreisbevölkerung, dass das aktuelle Grundkonzept nicht genügend Kapazitäten vorhalten werde, um die gewaltigen Pendlerströme zu bewältigen. Daher hat er sich bereits mehrfach mit der neuen Ministerin für Bau und Verkehr Ilse Aigner ausgetauscht und immer wieder auf den Bedarf der Bürger aus dem Landkreis Ebersberg hingewiesen. Das Grundkonzept sieht für die S-Bahnlinien folgendes vor: Auf den Linien S2 Ost und S4/S6 Ost wird ein ganztägiger 15- Minuten-Takt eingeführt. 

Der 10-Minuten-Takt zur Hauptverkehrszeit entfällt nach Aussage des Ministeriums auf allen Linien. Auf den Linien S4/S6 Ost werden dafür zur Hauptverkehrszeit Express-S-Bahnen mit einem 30-Minuten-Takt eingeführt (Haltestellen: Ebersberg, Grafing Stadt, Grafing Bahnhof, Eglharting, Kirchseeon, Zorneding, Haar, Trudering, Leuchtenbergring, Ostbahnhof, Marienhof, Hauptbahnhof, Laim). Die Express-S-Bahnen auf der Linie S2 Ost sollen wegfallen, was für den Landtagsabgeordneten Huber nicht hinnehmbar ist. 

Das hat er in seiner Rede im Markt Schwabener Festzelt auch gegenüber Ministerpräsident Söder deutlich gemacht: „Im bevölkerungsreichen Norden des Landkreises brauchen wir eine bestmögliche Zugverbindung für die Pendler, was de facto ein 10-Minuten-Takt zur Hauptverkehrslast bedeutet.“ Von Ministerin Aigner hat Huber erfahren, dass hier noch nichts in Stein gemeißelt ist. „Ich bin Ministerpräsident Söder sehr dankbar, dass er meine Forderung aufgenommen hat und eine Taktverschlechterung auch für ihn inakzeptabel wäre. Da die Planungen noch nicht final sind, werde ich auf Nachbesserungen des bestehenden Grundkonzepts auch für die Linie S4/S6 Ost hinwirken, wie etwa die Ausweitung der Express-S-Bahnen auf Baldham und Vaterstetten“, so Huber weiter. 

Zweigleisiger Ausbau Grafing Bhf - Ebersberg 

Da es immer wieder zu Verspätungen auf der Bahnstrecke zwischen Grafing Bahnhof und Ebersberg kommt, forderte der Huber bereits mehrfach den zweigleisigen Ausbau, zumindest jedoch den Bau eines Ausweichgleises auf diesem Streckenabschnitt. „Seit Jahren müssen zahlreiche Pendler unter diesem Flaschenhals leiden, denn es kommt regelmäßig zu Verspätungen oder sogar Zugausfällen. Das ist auch der Grund, weshalb viele von ihnen auf das Auto umsteigen“, beschrieb Huber die Situation. 

Huber erhielt von der neuen Ministerin für Bau und Verkehr Ilse Aigner nun eine Antwort, die ihn positiv stimmt. Auch das Bayerische Bauministerium ist demnach der Ansicht, dass zwischen Grafing-Bahnhof und Ebersberg eine infrastrukturelle Ertüchtigung erforderlich ist, damit weitere Angebotsverbesserungen im Schienenverkehr umgesetzt werden können. 

Aufgrund der Topografie und dichten Bebauung stelle ein solcher Ausbau jedoch planerisch, genehmigungsrechtlich und finanziell eine hohe Herausforderung dar. Deshalb soll nun eine Projektgruppe im Rahmen des gesamten Bahnausbaus in der Region prüfen, welche Möglichkeiten es für einen Teilausbau zwischen Grafing-Bahnhof und Ebersberg gibt. Im Zuge dessen sollen auch, wie von Huber gefordert, die betroffenen Bahnübergänge in Grafing untersucht werden, um möglichen Anpassungsbedarf zu ermitteln und mit den Beteiligten von Bahn, Straßenbaulastträger und Bund abzustimmen. 

Huber: „Wenn mehr Züge fahren, dann kommt es in der Folge auch zu mehr Staus in Grafing. Hier muss frühzeitig gegengesteuert und geprüft werden, welche baulichen Maßnahmen ergriffen werden können. Es wäre verheerend, wenn Notärzte und Feuerwehren nicht mehr zum Einsatzort kommen, weil sie vor verschlossener Schranke stehen. Das ist teilweise schon heute ein Problem!“ Eine Realisierung des Teilausbaus sei aber vor Fertigstellung der 2. Stammstrecke aktuell nicht zu erwarten, wie Huber aus dem Schreiben von Aigner erfuhr. red

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