Lesung in der Christophoruskirche

Amelie Fried zu Gast in Zorneding

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Autorin Amelie Fried mit Veranstalter Peter Wurm beim Literarischen Herbst in Zorneding.

Die bekannte Moderatorin und Autorin stellte ihren neuen Roman „Paradies“ vor

Zorneding – Das Programm beim „Literarischen Herbst in Zorneding“ ist im Jubiläumsjahr besonders hochkarätig besetzt. Nun war die bekannte Moderatorin und Bestsellerautorin Amelie Fried zu Gast und las aus ihrem neuen Roman „Paradies“ im Gemeindesaal der Christophoruskirche. 

Paradiesisch geht es in der Geschichte jedoch allenfalls am Anfang zu, als sich die Teilnehmer einer Wellnessreise auf einer spanischen Insel treffen. Unter ihnen vier höchst unterschiedliche Frauen, die Hauptfiguren des Romans. Als die Insel durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, liegen die Nerven der Reiseteilnehmer blank, die verschiedenen Charaktere prallen aufeinander und es kommt zu dramatischen Szenen. „Eine interessante Versuchsanordnung“ nennt Fried diese Konstellation, zu der ihr die Idee auf einer Yogamatte liegend, mit Blick auf das Meer kam. „Im Kopf hatte ich Bilder vom Elend in dieser Welt, ich spürte den krassen Kontrast zu meiner eigenen Situation in diesem Moment und dachte, daraus muss ich was machen.“ 

Sie gesteht, dass „Paradies“ der schwierigste ihrer bislang zwölf Romane gewesen sei, was an den vielen Erzählperspektiven gelegen habe. Zuweilen habe sie ihren Laptop vor lauter Verzweiflung über eine Klippe werfen wollen und erstmals habe sie den Abgabetermin beim Verlag komplett ausgereizt. Zum Glück habe ihr Mann, der Drehbuchautor Peter Probst, sie wie stets unterstützt: „Er hat ein gutes Gespür für Dramaturgie und seine Kritik ist für mich sehr wertvoll.“ 

Wie jedes ihrer Bücher habe auch dieser Roman ein ernstes Thema, das aber leicht und unterhaltsam erzählt wird: „Die Botschaft hier ist: Wenn jeder sich um sich selber kümmert, ist noch längst nicht jedem geholfen.“ Transportiert wird diese Botschaft in „Paradies“ durch so unterschiedliche Personen wie die engagierte Flüchtlingshelferin Suse, die verwöhnte Anka, die ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hat, die frustrierte Lehrerin, Mutter und Ehefrau Petra sowie die Ex-Prostituierte Jenny. Jede der Frauen hat Probleme, die im Laufe der Urlaubswoche zwischen Yoga, Tantra, einer schnellen Nummer im Herren-WC oder einem illegalen Flüchtlingscamp immer stärker zu Tage treten. 

Amelie Fried ist derzeit auf Lesetour und trotz der oft anstrengenden Reisen sieht sie das als großes Privileg: „Ich sehe die Gesichter der Menschen, für die ich das mache, Schreiben ist sonst ja eher ein einsames Geschäft.“ Außerdem habe sie bei langen Zugfahrten endlich einmal Zeit, selbst in Ruhe ein Buch zu lesen. Das Fernsehen, dem sie weitestgehend den Rücken gekehrt hat, vermisst sie indes nicht: „Irgendwann kam der Punkt, wo dort keine Herausforderungen mehr kamen.“ Der Roman „Paradies“ ist im Heyne-Verlag erschienen und als Taschenbuch oder eBook im Buchhandel erhältlich. Se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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