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Bezahlbarer Wohnraum

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Der Prototyp für bezahlbaren Wohnraum steht in der Kapellenstr. 6 in Grafing. Doch ohne Gauben wäre es kostengünstiger zu erstellen gewesen. © Foto: hr

Kommunen und Freistaat machen es gemeinsam möglich

Landkreis – Bezahlbarer Wohnraum ist allseits gefordert. Insbesondere soll es auch Ortsansässigen ermöglicht werden, in ihrer Heimatgemeinde noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Wenn die Kommune ein Grundstück sowie 10.000 Euro dafür bereitstellt, kann der Landkreis seine Personalressource mobilisieren und der Freistaat einen hohen Zuschuss gewähren – anteilig zum Grundstückswert.

Um diesen Weg zu gehen, hat man im Landkreis Ebersberg die Wohnbaugesellschaft Ebersberg gKU (WBE) gegründet. Der Freistaat fördert die Bauvorhaben über sein Kommunales Wohnraumförderungsprogramm derzeit mit 30 Prozent und dies derzeit bis ins Jahr 2025. Planung, Bau und Betrieb der Wohnungen übernimmt die WBE. Die Gemeinden entscheiden, wer Mieter wird. Vermieter ist die WBE und leistet auch die Verwaltung der Wohneinheiten. 

Alle Landkreisgemeinden können sich dem gemeinsamen Kommunalunternehmen WBE anschließen. Die WBE wird aber erst dann für die Kommunen tätig, wenn diese ein konkretes gemeindeeigenes Grundstück bereitstellen können. „Die Gemeinden stellen für den Wohnungsbau ein Grundstück zur Verfügung, das aber in ihrem Eigentum bleibt“, erklärte WBE-Vorstandsmitglied Brigitte Keller und langjährige Finanzmanagerin im Landratsamt Ebersberg. Anders als beim sozialen Wohnungsbau gibt es keine Einkommensgrenzen“. Durch diese Konstellation wird den Landkreisgemeinden nicht nur Geld gespart, sondern auch deren Personal-Ressourcen geschont. 

Letztendlich kann nach 20 Jahren die Gemeinde wieder über das Grundstück verfügen und hat ein bewohnbares Gebäude dort stehen, denn die WEB baut qualitativ hochwertig und ist auch für die Instandhaltung zuständig“, betonte Keller. Allerdings, so verriet Keller, könnte man noch günstiger bauen. Beim Prototyp in Grafing habe man Erfragung gesammelt.

So ließen sich die Kosten senken, wenn man keine Dachgauben errichtet und die Versorgungsleitung für das Gebäude optimaler verlege. Ferner strebe man an, durch die Vorfertigung von Standardbausegmenten weitere Kosten einzusparen, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. „Jedes Jahr ein Haus, heuer in Grafing, 2019 in Moosach und 2020 in Anzing kann ich mir schon vorstellen“, so die Finanzexpertin, die darauf bedacht ist, dass das noch junge Kommunalunternehmen zunächst langsam wächst, um weitere Herausforderungen stemmen zu können. „21 Wohneinheiten in Grafing etwa acht in Moosach und einiges mehr in Anzing“, hält Keller für ein angemessenes Wachstum. In der Gemeinde Moosach, wo demnächst mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden soll, sieht Keller im zweiten Halbjahr 2019 die ersten Bewohner einziehen. ar

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