Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon

Dialogversuch der DB: Antworten Fehlanzeige

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Tradler (l.) und Reiter mussten einer Reihe von Antworten schuldig bleiben.

Brennerbasistunnel, mehr Züge, steigender Lärm: Dieses Dauerthema treibt besonders den Kirchseeoner Arbeitskreis Bahnlärm um, es wird Druck gemacht. Und so kamen tatsächlich zwei Vertreter der DB nach Kirchseeon.

Kirchseeon – Gespannt warteten AK-Vorsitzende Susanne Hö- pler und neun weitere Aktive auf die Vertreter der DB Netz AG, Projektleiter Brennerzulauf Nord Christian Tradler und Bernd Reiter (Kommunikation). Das Anliegen des AK hätte jedem klar sein müssen, auch den beiden Gästen: Was wird in Sachen Lärmschutz auf der Strecke zwischen Trudering und Grafing unternommen? Dort werden zwar keine neuen Schienen verlegt, da bereits viergleisig, doch der Güterverkehr wird massiv zunehmen, der Lärm in Folge ebenso. Die hoffnungsvoll Erwarteten wussten davon scheinbar noch wenig. 

Antworten auf die ja nicht wirklich neuen Fragen gaben sie nicht bzw. behaupteten, sie noch nicht geben zu können. Stattdessen beschrieb der Projektleiter äußerst ausführlich, wie lange es wohl dauern würde bis zur Eröffnung des Brennerbasistunnels, der ein wichtiger Teil des Megaausbauprojektes von Skandinavien zum Mittelmeer sei. Und er sprach vom Mischverkehrsflächen mit 80 Prozent Güterverkehr, der Rest schneller Personenverkehr. Überhaupt sei man noch in der Planung respektive Vorplanung, erfuhren die Gastgeber im „Café Zam“. 

Immerhin plant DB mehr Öffentlichkeits- und Dialogarbeit mit Betroffenen. „Was haben Bürger für Bedürfnisse?“, soll laut Tradler herausgefunden werden. Dann werde ein Experte um Rat gebeten. Für die Anwesenden Bahnlärmgegener war aber schon von Anfang an klar, was gewünscht wird: Mehr Schutz vor Bahnlärm! Tradler weiter: Im Herbst 2019 soll es ein Konzept geben, wie und wo man die Kriterien festlegt: Lärmschutz hier, weniger Flächenversiegelung dort etc. 

Die AK-Mitglieder wurden ungeduldig, Susanne Höpler dagegen deutlich: „Wann kann man endlich Tacheles reden?“. „Wir wissen es nicht“, so die Antwort. Nach der Vorplanung ginge das Projekt in den Bundestag, der dann entscheidet, welche Maßnahme gemacht/ finanziert wird. Tradler verweist auf Ohnmacht der Bahn, denn ohne politische Entscheidung, würde man nichts machen können, was man gern tun würde. „Wir wollen Lärmschutz wie bei einer Neubaustrecke“, wiederholte Höpler die nicht neue und zuständigen Politikern bekannte Maßnahmeforderung. Lärmvorsorge wie beim Neubau erst, wenn man wisse wie viele Züge etc., vetröstete der Projektleiter. Die prognostizierten 400 Züge pro Tag kämen nicht schon nach Fertigstellung, dies wäre nur eine mögliche Vorstellung für die Zukunft. Keine Planung ohne Berücksichtigung der Umweltverträglichkeit, innerhalb dieser der Lärmschutz immer integraler Bestandteil sei, so Tradler vermeintlich beruhigend. Von den neun Fragen, die der AK zuvor an die DB gesendet hatte, konnte keine wirklich beantwortet werden; erst nach kommenden Zahlen etc. 

So sehr die Herren Tradler und Reiter von der DB Netz AG auch bemüht waren, sie waren die falschen Ansprechpartner. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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