Brettlbühne Vaterstetten

Stück der Brettlbühne Vaterstetten ist erschreckend aktuell

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Robert Petschinka als Journalist Franz Burdach (links) und Martin Steger als Stadtrat Thoss beim Interview.

Beim „Sturm im Wasserglas“ schlägt die Brettlbühne lustige, aber auch kritische Töne an

Vaterstetten/Parsdorf – Nach dem eher frivol-lustigen „Sauna-Gigolo“ im vergangenen Frühjahr hat sich die Brettlbühne Vaterstetten für ihre aktuellen Herbstaufführungen ein eher nachdenkliches Stück ausgesucht und stellte damit einmal mehr ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Die Komödie „Sturm im Wasserglas“ von Bruno Frank ist bereits über 90 Jahre alt und doch erschreckend aktuell. 

Es geht darin um den Stadtrat Thoss, der kurz vor der Wahl zum Bürgermeister steht und dabei kein Mitgefühl für die Nöte der kleinen Leute zeigt. Das Herz am rechten Fleck hat hingegen seine Frau Viktoria, hervorragend gespielt von Doris Fragner: „Wir Frauen sind dazu da, die Härten ihrer Männer auszugleichen“, sagt sie, als ihr Frau Vogl, Besitzerin eines Blumenstandls, ihr Leid klagt. Denn Frau Vogl (Carola Reith) konnte die Hundesteuer nicht zahlen, weshalb ihr Hund Toni getötet werden soll. Als sie den Stadtrat um Gnade bittet, wirft der sie hinaus, was zufällig der Journalist Burdach (Robert Petschinka) mitbekommt. Er schreibt einen Artikel darüber – setzt auch seine eigene Existenz aufs Spiel, denn der Herausgeber seiner Zeitung ist mit dem Politiker befreundet. 

Bezeichnend: Thoss glaubt zunächst, der Journalist sei für seinen Artikel von politischen Widersachern bezahlt worden, denn es liegt jenseits seiner Vorstellungskraft, dass sich jemand aus Überzeugung für die gute Sache einsetzen könnte. Schließlich kommt es zur Gerichtsverhandlung und da hat endlich auch Hund Toni seinen großen Auftritt. Im wahren Leben heißt Toni Sally und gehört Doris Fragner, aber auch sein Theaterfrauchen Carola Reith kennt er sehr gut. „Leckerli helfen immer“, verrät diese nach der Premiere. Inzwischen ist Sally Bühnenluft auch schon gewöhnt, schließlich durfte sie bereits vor zwei Jahren im Stück „Kartoffelklauber“ eine kleine Rolle spielen. 

Seine erste Rolle spielte diesmal Martin Stegner, der den prinzipientreuen Stadtrat Thoss sehr überzeugend verkörperte. Und so viel sei verraten: Wie oftmals auch im richtigen Leben, fällt der Politiker im Stück trotz seiner Verfehlungen ausgesprochen weich. Bei allen kritisch-nachdenklichen Aspekten bietet das Stück dennoch jede Menge Anlässe zu herzhaftem Gelächter. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, hat noch bis zum 23. November die Gelegenheit. Die genauen Aufführungstermine stehen aufhttp://brettlbuehne-vaterstetten.de, Eintrittskarten zu 12 Euro gibt es bei Familie Drescher, Telefon (01 76) 84 43 71 40, und bei der Papeterie Löntz im Baldhamer Rossinizentrum, Telefon (0 81 06) 67 69.Se

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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