Aus dem Brucker Gemeinderat

Brucker sagen „Ja“ zum Gewerbegebiet

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„Das ist ein deutlicher Auftrag für die Weiterführung der Planungen, den der Gemeinderat vom Bürger bekommen hat“. Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Josef Schwäbl (CSU) das Ergebnis des Bürgerentscheids zum umstrittenen Gewerbegebiet in Taglaching. Mit rund 64 Prozent votierten die Bruck für das Gewerbegebiet.

Bruck – Kaum war das Wahllokal geschlossen, machte sich bei Befürwortern und Gegnern des Bürgerentscheids Nervosität bemerkbar. Die Wahlbeteiligung war hoch, rund Zweidrittel oder 707 der 952 wahlberechtigten Brucker beteiligten sich an der Wahl. Über den Ausgang des Entscheids traute sich keiner so recht etwas zu prognostizieren. Dass das Ergebnis am Sonntagabend so deutlich ausfiel, überraschte auch beide Seiten. Rund 30 Minuten später stand das erste Ergebnis fest: Das Ratsbegehren pro Gewerbegebiet, dass Bürgermeister Schwäbl und der Gemeinderat initiiert hatte, wurde mit 437 Stimmen von 680 gültigen Stimmen angenommen. Große Erleichterung war in Schwäbl Gesicht zu lesen, doch einen Kommentar zum Ergebnis wollte er erst nach dem Ausgang des Bürgerbegehrens geben, das eine halbe Stunde später vorlag. Beim Bürgerbegehren, das sich gegen das Gewerbegebiet und für den Erhalt des Taglachinger Tales aussprach, machten 276 ihr Kreuzchen, 398 Bürger stimmten dagegen. Deutlich fiel auch das Ergebnis der Stichfrage aus: 420 Brucker stimmten für das Ratsbegehren, 268 dagegen. Diese Frage wäre allerdings nur zum Tragen gekommen, wenn Bürgerentscheid und Ratsbegehren angenommen worden wären.„Wir sind zweiter Sieger“, sagte Manfred Gaibinger, Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt des Taglachinger Tales. Er setzt seine Hoffnungen nun auf eine klare Opposition im Gemeinderat. Er glaubt fest daran, dass die Bürger anders gestimmt hätten, wenn die Stellungnahme der Regierung von Oberbayern zum Gewerbegebiet bekannt gewesen wäre. Diese spricht in der Stellungnahme von einer Beeinträchtigung von Natur und Landschaft durch neue Gewerbeflächen in Taglaching und empfiehlt ein interkommunales Projekt mit der Nachbarstadt Grafing. „Der Bürgerentscheid ist nur ein Schritt“, so Johann Auberger von der Schutzgemeinschaft. Er glaubt, dass die Bürger zu lange nicht die richtigen Informationen hatten. Er ist sich sicher: „Wir kämpfen weiter“. Ausschließen wollen Gaibinger und Auberger nicht rechtliche Schritte, denn ein Anwalt haben „gravierende Fehler im Verfahren“ gefunden. „Das ist gut. Das ist ein fulminantes Ergebnis“ freute sich der Bürgermeister als alle drei Ergebnisse fest standen. Er bedankte sich bei seinen Gemeinderäten, die in den letzten Wochen und Monaten eine große Last zu tragen gehabt hätten. Er dankte auch allen Bürgern für dieses klare Votum mit dem der Gemeinderat nun die Planungen für das Gewerbegebiet fortsetzen könne. Er hoffe, dass das Ergebnis nun akzeptiert werde. Eines lag Bürgermeister Schwäbl am Wahlabend besonders am Herzen: „Dass jetzt Ruhe eingekehrt“.chg

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