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Es brummt und brummt und brummt

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© Kees

Nun sollen Bürger für ein teures Gutachten zahlen

Steinhöring – Seit etwa fünf Jahren quält ein ominöser Brummton einige Bewohner Steinhörings. Manche hören ihn, andere nicht. Für die, die den tieffrequenten Ton wahrnehmen, ist er die Hölle. Um die 100 Steinhöringer klagen seit Jahren über diesen seltsame Phänomen. Erst hatte man die Hinweise der Betroffenen nicht ernst genommen, bis die Gemeinde und das Landratsamt aktiv wurden. Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, Untersuchungen durchzuführen. Und siehe da, der Ton konnte gemessen werden. Jetzt war es amtlich: Es gibt ihn wirklich, den Brummton von Steinhöring. Im Spätherbst 2014 wollte man die Ursache geklärt haben, nur das gelang nicht. Ein runder Tisch mit betroffenen Anwohnern, Landratsamt, Gemeinde und Experten wurde gegründet. Im Sommer 2015 fanden erneut Messungen statt. Wieder nichts. Offiziell hieß es damals, „die Ermittlungsarbeiten und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen zu den möglichen Ursachen des Brummtons, unter dem immer mehr Steinhöringer Bürger leiden werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Letzte Messungen soll es im Oktober 2015 gegeben haben. Doch wieder nichts. Die Anwohner wurden skeptisch. Man hatte Sorge, dass gemauschelt wird, wurde selbst aktiv und rief die Medien um Hilfe. Selbst das bayerische Fernsehen berichtete. Seit einem Auftritt der betroffenen Bürger bei „Jetzt red I“, sitzt nun das Landesamt für Umwelt mit im Boot, als Beobachtungsinstanz, wie man aus dem Landratsamt erfährt. Dass der Brummton im Zusammenhang mit den Betriebsanlagen der Transalpinen Oelleitung GmbH oder des Mineralölkonzerns OMV Deutschland GmbH, also den Tanklagern bei Etzenberg stehen könne, vermuten manche Anwohner schon lange. Doch von beiden Firmen kommen Dementi. Man habe selber Gutachten in Auftrag gegeben und nichts gefunden. Spekulative Theorien, es könne sich um einen „Ur-Ton“ der Erde handeln, den die Erde bei ihrer Entstehung erzeugt habe, gibt es auch schon. Steinhörings Bürgermeister Alois Hofstetter (CSU) dazu: Theorien gäbe es viele, aus ganz Deutschland werde er immer wieder angerufen und bekäme Tipps. Um das Problem aber ernsthaft lösen zu können, müsse die Ursache hieb- und stichfest bewiesen sein. Derzeitiges Fazit: Ursache weiter unbekannt. Man will ihr aber auf die Spur kommen. Dazu sind neue Messungen im Gespräch. Allerdings, so Hofstetter, brächten Messungen, wie sie bisher erfolgten, nichts, waren diese doch ergebnislos. Es wird also aufwendiger. Von hohen Kosten ist auf jeden Fall die Rede. Von bis zu 90.000 Euro. Zwar weiß man momentan noch nicht, was die neuerlichen Untersuchungen definitiv kosten werden – noch ist unklar, wie und wie lange gemessen wird –, klar ist aber zumindest, dass der Landkreis die Hälfte der Kosten übernehmen wird. Die anderen 50 Prozent trägt die Gemeinde, genauer: die Gemeinde und die Betroffenen selbst. Beschluss des Gemeinderates: Ein Viertel kommt aus der Gemeindekasse, ein Viertel sollen die betroffenen Anwohner selber zahlen. Bis zu 22.500 Euro könnten das für die Bürger sein. Das sorgt für Unmut. Eine „bodenlose Frechheit“ sei das, so Sighart Seidel, der seit Jahren als Brummtongeschädigter um Aufklärung kämpft. Die Verursacher sollen zahlen, so das Credo mancher Anrainer. Bürgermeister Hofstetter dazu: „Bei 100 betroffenen Personen könnte auf Jeden maximal 225 Euro zukommen. Das sollte einem die Gesundheit doch wert sein.“ Das Landratsamt ist jedenfalls bereits in der Planungsphase zum nächsten Schritt in Sachen Ursachenforschung – in eine Art „Zwischensituation“, wie die dortige Pressesprecherin Evelyn Schwaiger sagt. Noch sei man aber mit den Auswertungen aus der Vergangenheit beschäftigt. Ohnehin können neue Messreihen erst ab März begonnen werden. Die OMV und der TAL GmbH jedenfalls wollen die geplanten Messungen von einem technischen Sachverständigen begleiten lassen. Auf deren Homepage heißt es aber schon mal vorweggenommen, dass es „sehr wahrscheinlich erneut zu keinem greifbaren Ergebnis und keiner Verursacherquelle führen werden“. Landrat Robert Niedergesäß dazu: Das Landratsamt kann nicht beweisen, dass ihr es seid, wir können aber auch noch nicht definitiv sagen, ihr seid es nicht.“Kees

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