Steinhörings Bürgermeisterin berichtet

Steinhörings Bürgermeisterin Martina Lietsch blickt auf ein schwieriges Jahr zurück

Bürgermeisterin Martina Lietsch
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Bürgermeisterin Martina Lietsch

Bürgermeisterin Martina Lietsch blickt auf ein schwieriges Jahr zurück

Die Bürgermeisterin spricht vom Spuckschutz, der an viele Stellen angebracht werden musste und von der Maskenpflicht. Außerdem kann man nicht mehr einfach so ins Rathaus gehen. Seit März müssen sich die Bürger und Bürgerinnen vorab anmelden. Amtsgeschäfte gehen nur noch mit Termin. Auch größere Besprechungsrunden müssen verlegt werden, entweder in den Sitzungssaal oder ins Dorfgemeinschaftshaus in Tulling. Dort tagt inzwischen auch der Gemeinderat, weil im Sitzungssaal die Abstände nicht eingehalten werden können.

„Und das bedeutet dann, dass wir jedes Mal Tische aufstellen und putzen müssen, um den Hygieneregeln gerecht zu werden. Corona spielt ganz schön hinein in unser Alltagsgeschäft.“ Was zwar ohnehin bereits auf dem Weg war, die Digitalisierung der Schule, wurde wegen der Pandemie beschleunigt: das Schulgebäude wurde verkabelt, heißt ans Breitbandnetz angeschlossen und über Förderungen konnten Tabletts für die Schüler und Schülerinnen angeschafft werden.

Corona hat noch mehr Auswirkungen. So wurden beispielsweise die Bürgermeisterbesprechungen auf Online-Kommunikation umgestellt, verrät Steinhörings Rathauschefin, die bei den Kommunalwahlen im März mit großer Mehrheit gewählt wurde. Auch die finanzielle Situation der Gemeinde sei durch die Pandemie schwieriger. Bis jetzt habe mal zwar lediglich geringfügige Ausfälle, doch Lietsch rechnet damit, dass im kommenden Jahr vor allem Einkommenssteuerausfälle den Gemeindehaushalt belasten werden. „Wir werden den Gürtel zukünftig enger schnallen müsse.

Natürlich wird ein Haushalt aufgestellt, doch, ob alles tatsächlich realisiert werden kann, bleibt abzuwarten.“ Momentan sei überhaupt nicht vorhersehbar, wie sich die Situation entwickle. Gewerbesteuerverluste werde es voraussichtlich allerdings kaum geben, da in der Gemeinde nur wenige Gewerbe ansässig sind. „Massiv betroffen sind jedoch die Gasthäuser. Eine ungemein schwierige Situation für die Wirte, die sich ohnehin extrem anstrengen, den Hygieneauflagen gerecht zu werden. Ich kann nur hoffen, dass sie alle die derzeitige Situation gut überstehen,“ so Lietsch. „Schließungen wären ein massiver Nachteil für den Ort.“ Auch die drei Friseure im Ort spricht sie an, die ebenfalls unter der Situation leiden.

Doch trotz Corona ist 2020 auch einiges vorangetrieben worden. Der Plan, das ehemalige Lagerhauses am Bahnhof, das die Gemeinde erworben hatte und dort bezahlbaren Wohnraum schaffen will sowie einen Ort für Kultur, den Heimatverein und Gemeindeveranstaltungen, ist weiterentwickelt worden. Das Baugrundgutachten dafür ist bereits in trockenen Tüchern, für 2021 steht ein Architektenwettbewerb an. Finanziert wird dieses Vorhaben durch die Städtebauförderung. Inwieweit bestehende Gebäudeteile erhalten werden können, sei allerdings derzeit noch unklar. Dazu müsse man erst die Auswertung des Gutachtens abwarten. Eines sieht Lietsch jedenfalls ziemlich klar: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum.“ Denn nach wie vor gingen die Baupreise nach oben.

Im Ortsteil Tulling ist ein Neubaugebiet geplant, auf dem 30 Parzellen entstehen. 2020 soll mit der Erschließung begonnen werden. Derzeit werden die Vergaberichtlinien erarbeitet. Knapp 50 Prozent des Baugebietes wird im Einheimischenmodell vergeben, der Rest kommt auf den freien Markt. „Wenn alles nach Plan läuft, kann das Bauland 2021 erworben werden. Viele junge Familien warten darauf.“

In Sachen Breitbandausbau sind die beiden bayerischen Förderverfahren inzwischen abgeschlossen und die entsprechenden Haushalte angeschlossen, 2021 sollen die Gebiete folgen, die im Bundesverfahren gefördert werden. Das ist 2020 auf den Weg gebracht worden. Doch da gibt es noch Ortsteile, die im Eigenausbau der Deutschen Telekom ans Breitbandnetz angeschlossen werden sollten und damit nicht förderwürdig waren.

Inzwischen hat die Gemeinde durch Zufall erfahren, dass die einst im Eigenausbau der Deutschen Telekom vorgesehenen Areale nun von einem anderen Unternehmen übernommen werden sollen. So habe das offensichtlich die Bundesnetzagentur entschieden. Vor allem, dass man darüber nicht informiert wurde, löst in der Verwaltung Verwunderung aus.

Sonst noch was im Jahr 2020? „Ja, eine Fischtreppe wurde gebaut und damit eine Aufwertung der Gewässer geschaffen.“ Und die Bürgermeister, der an die B304 angrenzenden Gemeinden haben entschieden, im Verbund nach Lösungen für die Verkehrssituation der B304 zu suchen. „Wir wollen dieses Thema nun angehen.“ Bleibt noch die Überlegung, etwas für die Jugend zu tun. Womöglich soll ein Dirtpark für Fahrräder entstehen. Doch das ist Zukunftsmusik und muss erörtert werden. - Kees

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