Welche Mobilitätsform für die B304?

Bürgerumfrage zur B304 gescheitert 

B304-Teilstück mit Autos
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In Vaterstetten dominiert das Auto die B304, der Radlweg daneben wird eher weniger genutzt.

Haar und Trudering lehnen eine Befragung zur künftigen Nutzung der wohl wichtigsten Verkehrsverbindung zwischen Vaterstetten und München ab. In Vaterstetten ist man skeptisch

Vaterstetten – Auto, Tram, Radl, Gehwege – welche Mobilitätsform ist für die Bürger aus München, Haar und Vaterstetten für die B304 künftig wichtig, welche soll bevorzugt werden? Diese und andere Fragen wollte die CSU gerne zusammen mit den Bewohnern der betroffenen Gemeinden und Stadtviertel klären. Deshalb wurde gleichzeitig in den Gremien von Vaterstetten, Haar, Trudering und Berg am Laim der Antrag für eine großflächige Bürgerumfrage gestellt. Schließlich will die Stadt die Verlängerung der Trambahnlinie aus Berg am Laim auf der B304 nach Haar untersuchen lassen.

Der Münchner Kreistag hat sich sogar für eine Erweiterung bis zur A99 inclusive P+R-Parkhaus ausgesprochen. Zudem haben mehrere CSU-Politiker aus dem Münchner Osten einen aufgeständerten Fahrradschnellweg zwischen Haidhausen und Vaterstetten über der B304 vorgeschlagen (Hallo berichtete). Ein Bürger aus Zorneding fordert alternativ, die B304 morgens und abends komplett für den Autoverkehr zu sperren und dann nur Fahrradverkehr zuzulassen. Derart gravierende Eingriffe in den Straßenraum dürften nicht über die Köpfe der Bürger hinweg geplant werden, findet die CSU. Um eine breite Akzeptanz zu erreichen, müssten Meinungen und Wünsche vor Ort berücksichtigt werden.

Auch sollten Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Ist das denn wirklich relevant für Vaterstetten?“, zweifelte SPD-Sprecher Sepp Mittermeier im jüngsten Vaterstettener Gemeinderat. Schließlich würden Radweg und Tram ja wohl erst in Haar starten, so David Göhler (Grüne). „Ein Radweg an der Bundesstraße ist sowieso unattraktiv – dort stinkt es, ist laut und dreckig.“ Lieber sollte der bestehende Weg entlang der Bahnstrecke ausgebaut werden. Zudem benötige man vorher qualifizierte Aussagen zu Realisierung und Kosten. „Völlig unsinnig, kostet nur Geld und Verwaltungsaufwand“, urteilte Vize-Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD). „Für unsere Bürger ist doch auch wichtig, wie man in die Stadt reinkommt“, wunderte sich Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU). Am Ende wurde einer Befragung zugestimmt, aber nur mit ortsspezifischem Fragenkatalog. Ähnlich diskutierten SPD und Grüne in Berg am Laim. Die Fragen dürften nicht tendenziös formuliert sein, damit am Ende das Auto gewinne.

In Haar und Trudering lehnten sie die Umfrage ganz ab. Doch ohne diese beiden wichtigen Abschnitte der B304 macht die Befragung kaum noch Sinn. Truderings Stadtteil-Chef Stefan Ziegler (CSU) ärgert sich. „Offensichtlich kommt für Grün-Rot die Berücksichtigung des Bürgerwillens nur in Frage, wenn nicht die Gefahr droht, dass dies der eigenen Ideologie zuwiderlaufen könnte.“ die

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