Mobilfunk und örtliche Nahversorgung

Bürgerversammlung in Egmating

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Bürgermeister Ernst Eberherr

„Wie schaut es mit der Zukunft aus?“, wollte der junge Feuerwehrmann Roland Hopf bei der Egmatinger Bürgerversammlung von Bürgermeister Ernst Eberherr wissen.

Egmating – Neben einer guten öffentlichen Nahversorgung und Kinderbetreuung sei der Erhalt des Schulverbandes Egmating/Oberpframmern und der Mittelschule Glonn sehr wichtig, betonte Eberherr und fügte an: „Wir müssen auch die Betreuung der alten Mitbürger im Auge behalten“. Eine Gemeinde wie Egmating finanziert sich wesentlich durch die Einkommenssteuer, deshalb ist für Eberherr die Schaffung von Infrastrukturen wie Kinderbetreuung, Ärzte und Geschäfte ebenso wichtig „wie Bauland für unsere Nachkommen“. Auch wenn die Gemeinde nicht mehr so schnell wachse wie noch vor ein paar Jahren „wird ein bestimmtes Wachstum bleiben müssen“, konstatierte der Bürgermeister. Die Einnahmen durch die Gewerbesteuer spielen für Egmating eher eine untergeordnete Rolle. Eberherr: „Wir leben von einigen wenigen“. Keinen Grund zur Sorge gibt es angesichts der aktuellen Haushaltslage der Gemeinde. Im letzten Jahr wurde fast eine halbe Million Euro an überschüssigen Mitteln erwirtschaftet. Ein gutes Zeichen, auch wenn der größte Teil des Betrages daraus resultiert, dass manche Projekte und Maßnahmen bis jetzt nicht umgesetzt werden konnten. Realisiert wurden der Bau der zweigruppigen Krippe, die Friedhofserweiterung, der Radweg Richtung Höhenkirchen sowie der Ankauf einer Gewerbeeinheit im Raiffeisengebäude. Fazit für Eberherr: „Wir bewegen uns im Spagat zwischen guter Infrastruktur und dem Erhalt des dörflichen Charakters“.Zwei Themen brannten den Egmatingern in der Bürgerfragestunde besonders unter den Nägeln: Mobilfunk und die örtliche Nahversorgung. Ähnlich einem Kesseltreiben empfindet Hans Heiler die Unterschriftensammlung und die Aktivitäten gegen einen Funkmast auf einem Gewerbebetrieb. Über 100 Egmatinger fordern mittels Unterschrift, dass der Funkmast aus der Ortsmitte verschwinden soll. Der Gewerbetreibende habe jedoch den Masten mit dem Betrieb übernommen, erklärte Heiler. „Es ist das Recht der Bürger etwas zu wünschen, deswegen werde aber niemand an den Pranger gestellt“, versuchte Bürgermeister Ernst Eberherr die schnell aufbrandenden Wogen zu glätten. „Man muss seine Meinung sagen dürfen. Wenn das nicht so ist, zeigt keiner mehr Zivilcourage“, sagte Maria Riedl, die sich seit vielen Jahren gegen einen Funkmast in der Ortsmitte einsetzt. Eine hitzige Diskussion entstand über das generelle Interesse des Gewerbetreibenden, den Mast abzubauen. Eberherr zeigte sich jedoch guter Dinge, dass mit Ende der Laufzeit im Jahr 2015 der Mast aus dem Ort verschwunden ist. Auch zu einem Vorwurf bezog Eberherr klar Stellung: „Wir haben keinen Metzger aus dem Dorf vertrieben“. Dem örtlichen ansässige Metzgerei- und Cateringbetrieb sei die Gemeinde bei den Erweiterungs- und Entwicklungswünschen „weit entgegengegangen“, so Eberherr. Dass nach dem Bäcker nun auch die Metzgerei den Betrieb einstellte, bedauerte er ausdrücklich. Auch wenn zahlreiche Bürger die Ansiedelung eines Supermarktes wünschen, sei dieses Vorhaben für einen kleinen Ort wie Egmating nicht einfach zu realisieren. Alfred Müller mahnte, die Egmatinger müssten sich ja an die eigene Nase fassen: „Wegen ein paar Euro-Einkäufen kann kein Geschäft überleben“.chg

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