Stadthalle, Wohnraum, Kinderbetreuung

Bürgerversammlung in Grafing

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Natürlich ging es bei der Bürgerversammlung auch um den Status der Stadthalle

Die Besucher der Bürgerversammlung der Stadt Grafing bekamen einen ersten Eindruck vom bevorstehenden Wahlkampf

Grafing – Keine Scheu hatten die Grafinger vor ihrer in die Schlagzeilen geratenen Stadthalle. Viele nutzten die Gelegenheit zur letzten Bürgerversammlung vor den Kommunalwahlen. Knapp eine Stunde lang lieferte Bürgermeisterin Angelika Obermayr ihren Bericht zum vergangenen Jahr ab. Bei den anschließenden Bürgerfragen erfolgte kein Antrag, kam aber erwartungsgemäß die Ostumfahrung zur Sprache, deren Böschung nicht planmä- ßig ausgeführt worden sei. Hier kann die Stadt die Bürgeranliegen nur unterstützen, nicht aber Abhilfe schaffen. Komposthof-Betreiber Lindner bemängelte die vermehrten Störstoffe in der Grünen Tonne und forderte Stichproben einzuführen.

Ein Grafinger Mutter ließ sich erklären, wieso es zu Engpässen bei der Kinderbetreuung kam. Obermayr nannte Faktoren wie: die ums Doppelte gestiegene Quote der Kitanutzer der unter Dreijährigen, die langwierige Vorplanung für die Kita in der Forellenstraße und der Elternwunsch, die Kinder lieber nach Aßling zu bringen als nach Straußdorf. Die Aufzüge zu den S-Bahnen sollen in Grafing-Bahnhof ab Dezember sowie im ersten Quartal 2020 wieder in Betrieb sein, informierte Obermayr. Sie nahm die Anregung auf, die Anzeige der noch verfügbaren Tiefgaragenstellplätze in der Rotter Straße besser sichtbar zu machen. Die Stadthalle sei ein kultureller Mittelpunkt, meinte Dieter Schönfelder, der Obermayrs Bericht zur Stadthallensituation nicht schmeichelhaft empfand. Deutlicher wurde Dorothea Bachmeier, die verstanden hatte, dass „Obermayr damit liebäugele“, die Stadthalle abreißen zu wollen. Vehement widersprach Obermayr. „Die Stadthalle hat kein Belegungsproblem“, dem Stadthallenkomplex fehlten Fluchtwege und ein Belüftungssystem zur optimalen Belegung. 

Zum andern beschließe nicht sie, sondern die Mehrheit, ob die Stadthalle stehen bleibt und drittens sei der Architekt des beauftragten Büros nur ihr „Schwippschwager“, der den Auftrag angenommen habe, weil Christian Einhellig und sonst keiner der Angefragten den Auftrag wollte. Zur möglichen Überschreitung ihrer Verfügung äußerte sie sich nicht. Bürgermeisterkandidat Christian Kerschner-Gerling vermisst ein Gebäudemanagement bei der Stadtverwaltung. Grafings kommunale Gebäude seien teils so nicht zu vermieten. Sanierungsbedarf sah er beim Feuerwehrhaus, da man das nicht schließen könne. In einer Aufstellung sollte die Situation der städtischen Liegenschaften schonungslos dargelegt werden; der Sanierungsbedarf in den nächsten fünf Jahren sei darzustellen. Hier antwortete Yvonne Magdon vom Bauamt: „Die Liste haben wir schon erstellt – am Anfang der Legislaturperiode“. Obermayr ergänzte, dass sie marode, kommunale Mietshäuser gerne durch neue ersetzt und so mehr Wohnraum geschaffen hätte, der Bauzuschuss habe dies aber abgelehnt. 

Bürgermeisterkandidat Klaus Eimer vermisste in Obermayrs Bericht Visionen für die Stadt, worauf ihn Obermayr in einer ihrer Wahlveranstaltungen einlud und erklärte, dass in der Bürgerversammlung über Fakten zu berichten sei. Bürgermeisterkandidat und Grafings Kämmerer Christian Bauer nutzte nur das direkte Gespräch mit den Bürgern. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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