Bürgerversammlung in Zorneding

Die Post geht ab

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Bürgermeister Piet Mayr machte bei seinem Rechenschaftsbericht einen überwiegend entspannten Eindruck

Bürgerversammlung in Zorneding, das heißt in der Regel nichts Spektakuläres. Und dennoch war die Feuerwehrhalle bis zum letzten Platz gefüllt. Der Grund: die Schließung der Postfiliale im Birkenhof

Zorneding – Bei der jährlichen Bürgerversammlung in Zorneding können sich die Zuschauer aller Erfahrung nach auf ein solides Polster verlassen - das finanzielle. Die Haushaltskasse erfreut sich im Gegensatz zu den meisten Kommunen im Landkreis Ebersberg an einem satten Plus bei der Jahresabrechnung.

In der vollbesetzten und mit stehendem Publikum garnierten Fahrzeughalle der Pöringer Feuerwehr konnte Bürgermeister Piet Mayr diesen positiven Aspekt in seinem Rechenschaftsbericht abermals verkünden. Allerdings mit dem Haken, dass es so in den kommenden Jahren aufgrund kostenintensiver Investitionen nicht bleiben wird. Am Ende des Jahres wird der Rücklagenstand voraussichtlich unverändert bei 5,5 Millionen Euro liegen, so wie Anfang 2019. Jedoch: „Die nächsten Vorhaben sind unter anderem die Sanierung der Lärchenstraße 29-33 und die Ertüchtigung des Feuerwehrhauses Zorneding.“ Im weiteren Horizont lägen der angekündigte Ausbau der Kinderbetreuung und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Mayr: „Dies sind keine Vorhaben, die aus der Portokasse bezahlt werden können.“ Dass die Rückschau auf 2019 und der Ausblick für 2020 kaum Spektakuläres hervorbringen würden, war voraussehbar. Warum aber der Riesenandrang - gut 200 Gäste - am 14. November? „Wos is´da los mit dera Post?“, so ein Zornedinger gegenüber „Hallo“ zum Grund seines Besuches – das sagte alles. Und nachdem sich der Rathauschef bei den Anwesenden für deren Steuerzahlungen artig und mit einem Schmunzeln im Gesicht bedankt hatte, verging nicht nur ihm das Lachen. Auch einer Zornedingerin, die sich zuvor in die Rednerlsite eintragen musste, um zu Wort und ans Mikrophon zu kommen. „Scheißsituation seit Montag“, so die knallharte Ansage zur Filialschließung der Post im Birkenhof (wir berichteten).

Und dass von Seiten der Gemeinde darüber schlecht kommuniziert worden sei, bemängelte die aufgebrachte Frau, welche mittels Kopfnicken und Raunen des Publikums volles Verständnis bekam. Mayr wies jegliche Verantwortung ab, auf das Postgeschäft habe die Gemeinde keinerlei Einfluss. Man habe selbst quasi über Nacht vom Aus für die einzige Filiale im Gemeindegebiet erfahren, versicherte der Gastgeber. Freilich wurde mit der Post mehrfach über mögliche Lokalitäten in Zorneding gesprochen, doch das Unternehmen habe „eigene Vorstellungen.“ Dann eben zwei Container vor dem Rathaus aufstellen, die Pakete annehmen, schlug die Rednerin vor. Und sie hätte einen Zettel mit 20 Möglichkeiten für einen Standort. Dann solle sie mit der Post reden, entgegnete Mayr. Das Problem sei vor allem personeller Art, denn das Unternehmen stelle keine eignen Leute, sondern würde vorhandene Kräfte in bestehenden Geschäften zusätzlich ausbilden.

Ob bis Weihnachten eine Lösung parat stehen würde, das blieb offen. Ein Trost vom Bürgermeister: Die Post sei angeblich bereits an einem Objekt dran. Dieser Brandherd war damit zwar nicht vollkommen gelöscht, doch die Pöringer Petrijünger mussten anhand anschließender, weniger aufflammender Bedenken der Redner kein nicht auf Notfall umschalten. osw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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