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Nach 19 Jahren ist Schluss

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Von: Peter Kees

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Bund Naturschutz Ebersberg - der Neuer Vorstand: Stellvertreter Franz Höcherl, 1. Vorsitzender Sepp Biesenberger, Stellvertreter Uwe Peters
Bund Naturschutz Ebersberg - der Neuer Vorstand: Stellvertreter Franz Höcherl, 1. Vorsitzender Sepp Biesenberger, Stellvertreter Uwe Peters © Kees

Sepp Biesenberger ist neuer Vorsitzender vom Bund Naturschutz. Der bisherige Vorsitzende Olaf Rautenberg hört aus gesundheitlichen Gründen auf

Landkreis – Seit 19 Jahren führt Olaf Rautenberg die Kreisgruppe Ebersberg des BUND Naturschutz. Aus gesundheitlichen Gründen hört er jetzt auf. Vom Landesvorsitzenden Richard Mergner wurde er auf der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Ebersberg vergangenen Freitag für 32 Jahre kreatives und mutiges Engagement geehrt.

Bis 2018 war er Vorsitzender der Ortsgruppe Grafing und bis 2014 auch Mitglied der SPD-Fraktion im Grafinger Stadtrat. Die naturschutzfachlichen Schwerpunkte im Engagement von Rautenberg waren der Widerstand gegen den horrenden Flächenverbrauch. So hat er sich vehement gegen den Bau von Umgehungsstraßen, die Neuerrichtung von Autoparkplätzen und die Zersiedelung der Landschaft gewandt. Auch der Klimawandel und die Energiewende waren für ihn große Anliegen.

Als Mitbegründer und Sprecher des Arbeitskreises „Energie + Ressourcen“ der Landkreis-AGENDA wirkte er unermüdlich und auch erfolgreich für die Förderung der Erneuerbaren Energien. So wurde in den 90-er Jahren zum Beispiel der ‚Ebersberger Sonnenweg’ ins Leben gerufen, eine Initiative von Landkreis, BUND Naturschutz, Kreishandwerkschaft und der Banken. Im Rahmen dessen wurde den Bürgern in den Räumen des BUND Naturschutz eine kostenlose Beratung zur Sonnenenergienutzung angeboten. In Folge initiierte der Arbeitskreis auch den Bau von mehreren Bürger-Solarkraftwerken. „In der Summe konnte Rautenberg diese Aufgabenvielfalt nur wahrnehmen, weil er Naturschutz als Vollzeitbeschäftigung versteht und betreibt,“ so der nach Ebersberg angereiste Landesvorsitzende in seiner Laudatio. Rautenberg kommt aus dem nördlichsten Bundesland, ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und war bis Ende seiner Berufstätigkeit bei der Firma Siemens als Organisator für verschiedene Unternehmensbereiche tätig, die letzten vier bis fünf Jahre als Mitglied des Betriebsrats.

„In seiner langjährigen Arbeit für den BUND Naturschutz hat Olaf Rautenberg verstanden, dass Naturschutz ohne aktive Einmischung in die Politik nicht möglich ist. Er gelangte zu der Erkenntnis, dass erfolgreicher Naturschutz oft weniger mit Biologie als vielmehr mit Juristerei zu tun hat. Und so arbeitet er sich im Namen des Naturschutzes und „zur Freude“ der Ebersberger Landkreispolitiker unermüdlich durch das Kleingedruckte,“ so Mergner.

Rautenberg folgt nun der Grafinger Sepp Biesenberger, auch ein Mann aus der Wirtschaft. Biesenberger ist 66 Jahre alt, vor Kurzem in Rente gegangen, seit mehr als 20 Jahren im Bund Naturschutz aktiv und sitzt für die Grünen im Stadtrat von Grafing. Er betreibt ein Pendler-Portal für den Landkreis und hat verschiedene Ehrenämter inne. Mit großer Mehrheit wurde er zum neuen 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe Ebersberg des BUND Naturschutz berufen. In seiner Abschlussrede erklärte der neue Vorstand Sepp Biesenberger, dass er zunächst einmal Ortsgruppen, Vereine wie Behörden besuchen und kennenlernen will, ehe er sich um Naturschutz, Brenner-Basis-Tunnel oder Energiewende kümmern will.

In Sachen Energiewende etwa will er der Politik helfen, die besten Standorte zu finden. Als reiner Chef übrigens sieht er sich gar nicht, Miteinander ist sein Motto. Zu seinen Stellvertretern wurden Franz Höcherl und Uwe Peters ernannt. Die neue Schatzmeisterin heißt Regina Wegemann, die Schriftführerin Natalie Regnault. Beisitzer sind Gregor Häuser, Günther Woehlke und Wolfgang Huber. Als Delegierte wurden ernannt: Sepp Biesenberger, Franz Höcherl, Klaus Grünebach und Uwe Peters (Ersatzdelegierte: Rosi Reindl, Marianne Lay und Bärbel Braun).

Mit der goldenen Ehrennadel wurde auf der Jahreshauptversammlung Klaus Schöffel aus Kirchseeon für 51 Jahre Mitgliedschaft beim BUND Naturschutz geehrt. Schöffel war mehr als 20 Jahren auch im Kreisvorstand tätig und hat sich neben seiner Arbeit beim BUND Naturschutz auch für den Pazifismus eingesetzt. 1999 gab er sein Amt als Gemeinderat und Kreistagsabgeordneter für die GRÜNEN aus Protest gegen den Bundeswehreinsatz in Bosnien und Herzegowina ab.

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