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Bundesverdienstkreuz für Wilfried Gillmeister

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Staatsministerin Ulrike Scharf überreichte Wilfried Gillmeister das Bundesverdienstkreuz.
Staatsministerin Ulrike Scharf überreichte Wilfried Gillmeister das Bundesverdienstkreuz. © StMAS

Der Vaterstettener wurde für sein vielfaches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Seit über 40 Jahren engagiert sich der Vaterstettener Wilfried Gillmeister in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens. Unter anderem gründete er die erfolgreiche Handballabteilung des TSV Vaterstetten. Staatsministerin Ulrike Scharf hat Wilfried Gillmeister vergangene Woche bei einem Festakt im Nymphenburger Schloss das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. Die Einladung hatte zur Ordensverleihung sei schon eine Überraschung gewesen, gesteht der Vaterstettener. „Ich sehe es als Würdigung meiner Verdienste und meines Lebenswerks und freue mich drüber“, erklärt der 78-Jährige.

Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Gillmeister ehrenamtlich. Ein Herzensprojekt war die Unterstützung zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Gillmeister ist in Berlin aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Der Dialekt kommt nur durch, wenn ich mit Berliner zusammen bin.“ Geprägt durch seine Kindheit und Jugend – „Mein Spielplatz waren die Trümmer und Ruinen.“ - organisierte der Vaterstettener in den Jahren 1995 bis 2005 insgesamt sechs Benefizradtouren.

Die Startpunkte lagen in München (1995), Venedig (1996), Newcastle (1998), Paris (2001) und Budapest (2004). Mit der letzten Tour im Jahr 2005 von Krakau nach Dresden wurde der „Stern für Dresden“ vollendet. Am Ende erbrachte die Sternfahrt durch Europa Spenden in Höhe von 120.000 Euro für die Frauenkirche. An seiner Arbeitsstelle bei Siemens sei er dann dem „Ruf aus München“ gefolgt, erzählt der Diplom-Betriebswirt.

Beim TSV Vaterstetten gründete er 1978 die Handballabteilung und meldete zwei Jugendmannschaften zum Spielbetrieb an. „Mein Vater war auch Handballer und ich habe in Berlin damals als Auswahlspieler bis zur zweiten Bundesliga gespielt.“ Als Gillmeister die TSV-Abteilungsleitung fünf Jahre später abgab, war die Sparte auf zehn Mannschaften angewachsen. Gillmeister koordinierte danach viele Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit für die Handballabteilung, die zu den erfolgreichsten Sparten des Vereins gehört.

Der Sport war stets ein wichtiger Lebensbegleiter

Von seinem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagement insbesondere im Bereich Kultur, Sport und Musik profitieren auch noch weitere Organisationen, beispielsweise die Städtepartnerschaft zwischen Vaterstetten und dem französischen Allauch und verschiedene Chöre. „Als Tenor ist man gefragt.“ Zudem war Wilfried Gillmeister Gründungsmitglied der „Weißenfelder Kinderbühne“.

Der Sport sei im stets ein wichtiger Lebensbegleiter gewesen, betont Gillmeister. Als Kind litt er unter Kinderlähmung. Die Nerven versagten, er konnte nicht laufen. Durch viele Operationen und Sport kämpfte er sich durch, von der damaligen Behinderung war ihm nichts anzumerken. „Ich bin ein Stehaufmännchen.“

Das zeigt er gerade wieder. Gillmeister kämpft mit Aphasie, einer Sprachstörung infolge seines Schlaganfalls vor einem Jahr. „Mit einer Stimmbildnerin bemühe ich mich darum, dass ich meine Stimme wiederkriege.“ Er hofft sehr, dass irgendwann vielleicht auch wieder bei seinem Chor „Rondo Vocale“ mitsingen kann. „Musik gibt einem so wahnsinnig viel.“

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