Portrait

Bunt gemixt – kulinarisch, wie musikalisch: Heidi Gruber aus Grafing

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Musik und Kochen, zwei Leidenschaften von Hedi Gruber, die „neben“ der Leitung des Jugendorchesters auch noch im Gymnasium in Grafing unterrichtet.

Hedi Gruber, die Leiterin des Jugendorchester Grafing hat uns eingeladen, ihr beim Kochen über die Schulter zu schauen

Grafing – Gerade ist es für die Leiterin des Jugendorchesters Grafing ein wenig still, zu still nach ihrem Geschmack. Corona macht es fast unmöglich den bunt gemixten Haufen an Musikern für Proben zu vereinen. Geschweige denn für Auftritte jeglicher Art. Sie mag es, wenn es trubelig ist, nicht nur auf dem Dirigentenpodest, auch in der Küche. Das merkt man gleich. Sofort beim Eintritt in die Musiker-Küche wird man aufgeklärt, dass noch ein Schwung Leute zum Essen kommt und dass es Frau Gruber schon gern hat, wenn ihr zugearbeitet wird. „Normalerweise“, so erzählt sie, „ist mein Mann der Zuträger und die Tochter dekoriert und deckt am besten den Tisch. Der wesentliche Unterschied zum Orchester ist, dass dort auch immer das passiert, was ich sag. Ganz anders hier zu Hause.“ Die Ansage war augenzwinkernd klar. 

So ging es statt mit Stift und Fotoapparat erst einmal für mich ans Kartoffelschälen, Zwiebel schneiden und andere Küchendienste und schon war es passiert: Das fertig gekochte Gericht – Gemüse Kofta in Korma-Sauce, wartet heute noch auf ein Foto. Egal, wir machten auf Idee von Hedi Gruber eines von den leer gefutterten Töpfen. Für unsere Leser tut uns das leid, aber es wird so ganz offiziell bestätigt, dass das indische Essen vorzüglich war und es allen mundete. Gern hat Hedi Gruber es auch, wenn viele einzelne Gerichte auf dem Tisch stehen. Erst kürzlich war sie in Wien im „Neni“, das Restaurant von Haya Molcho. 

Die israelische Frau von Pantomime-Star Samy Molcho bietet genau das, was Gruber so liebt: „Viele kleine Teller mit irgendwas drauf, was voll lecker schmeckt, in einer total schönen Stimmung, obwohl alles improvisiert ist - wohl eher so wirken soll.“ Sogar im Vorgarten von Gruber hatte sich die Kulinarik zumindest für eine Zeitlang etabliert. Das „Café Jagdhaus“, ursprünglich Raucherecke des Hauses, entwickelte sich mit der Zeit zu einem offenen Treffpunkt mit Stuhl und Tisch, an dem der ein oder andere Kuchen verspeist wurde. Aber nicht nur, es entstand sogleich etwas Musikalisches, eine Band, was einem im Umfeld von Hedi Gruber sonnenklar erscheint. Musik und Kochen, zwei große Leidenschaften der 60-Jährigen, die sich prächtig ergänzen. 

„Kochen ist eine ganz beschauliche Zeit für mich, hier kommen mir die Ideen fürs Orchester“. „Das Orchester“, so erzählt die Köchin, „ist ein Hobby, ich mach ja sonst nix anderes.“ Den ganzen Aufwand, der so ein Orchester beansprucht, das muss durchaus eine Liebhaberei sein, ansonsten wäre das ehrenamtlich nicht zu stemmen. Da müssen Arrangements geschrieben werden, damit jeder der Musiker zum Zuge kommt, Proben organisiert und Auftritte geplant werden und so manches mal ist ein Ohr für die Sorgen der Mitglieder nötig. „Jetzt wo gerade nix los ist, in Zeiten von Corona, werden Noten geordnet, stapelweise, vorher war dafür einfach keine Zeit.“ Das Essen bei Hedi Gruber zu Hause endet in einer größeren, illustren Runde und man merkt sofort, dass Menschen das Metier der Gastgeberin sind. Kein Wunder also, dass die Mitglieder im Orchester über Jahre mit dabei sind. 

Rezept: Gemüse Kofta in Korma-Sauce

Zutaten: 150g TK-Erbsen; 2 EL Kicher­erbsenmehl; ¼ TL Kurkumapulver; ½ Tl Garam Masala; 2 Knoblauchzehen; Salz; 400g vorwiegend festkochende Kartoffel; 4 grüne Thai-Chilischoten; 250 ml Sonnenblumenöl zum Frittieren 

Kormasauce: Salz, 1 EL Öl, 1 Zwiebel, Koriandergrün zum Bestreuen, 40 g Rosinen, 80 g Cashewkerne, 1 Dose geschälte Tomaten, 125 g Kokosmilch, 150 ml Wasser, frischer Koriander 

Zubereitung: Kartoffeln schälen, kleinschneiden, wie Salzkartoffeln kochen, 5 min vor Ende die Erbsen dazu geben und mitgaren. Chilischoten entkernen kleinschneiden, ebenso den Knoblauch. Kartoffel-Erbsen Mischung abgießen, mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken, Salz, Gewürze und Kichererbsenmehl dazugeben und alles gut vermengen. 12 Bällchen daraus formen und im Öl frittieren. Für die Sauce die Zwiebel schälen und würfeln, in Öl andünsten, Rosinen und Cashewkerne dazugeben und weitere 5 min dünsten. Tomaten, Wasser, Kokosmilch und Salz zugeben – aufkochen lassen. 5 – 10 min köcheln, fein pürieren mit Koriander bestreuen. Guten Appetit! - tt

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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