Baumfällungen werden teuer

Bußgeld und neue Bäume 

Auch wenn auf dem Grundstück werden zahlreiche Bäume nachgepflanzt.
+
Auch wenn auf dem Grundstück zahlreiche Bäume nachgepflanzt wurden, ist die Abholzaktion anhand der Stümpfe immer noch nachvollziehbar

Mit Bußgeldern und Nachpflanzungen hat die Gemeinde Vaterstetten die Baumfällungen im Baldhamer Villenviertel geahndet. 

Vaterstetten – Der Kahlschlag auf einem Privatgrundstück in der Erika-Köth-Straße in Baldham hatte vor einem Jahr für großes Entsetzen gesorgt. Wo vorher hohe Fichten standen, ragten nur noch Baumstümpfe aus der Erde. In einer Hauruck-Aktion des Eigentümers waren an einem Wochenende rund 150 Bäume gefällt worden. Vaterstettens damaliger Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) hatte die Rodung vor Ort stoppen können, bevor das gesamt Grundstück leergeräumt wurde.

Nach einem Jahr Beweisaufnahme, Untersuchungen und Zeugenbefragungen ist inzwischen klar geworden: Dort wurden 59 Bäume entfernt, die durch die örtliche Baumschutzverordnung geschützt waren. Die Gemeinde zweifelt allerdings nicht an der Aussage des Grundstückseigentümers, dass er die Fällaktion durchführen ließ, um seiner Verkehrssicherungspflicht gegenüber den Nachbarn nachzukommen. Denn wenige Tage vor der Fällung hatten Stürme wiederholt Fichten auf Straßen und Nachbargärten geworfen. Dabei wurden auch ein Zaun und ein Gastank beschädigt. Trotzdem waren die Fällungen illegal. Der Grundstückseigentümer hat seine Schuld zugegeben und sich zu Nachpflanzungen bereit erklärt.

Die von etlichen Anliegern öffentlich geäußerten Vermutungen, mit den illegalen Fällungen könnte zusätzliches Baurecht auf dem stark bewaldeten Grundstück geschaffen werden, sei unzutreffend, erklärt das Rathaus in einer Pressemitteilung. Das Schuldeingeständnis in Kombination mit der vorsorglichen Verkehrssicherungspflicht, der Bereitschaft zu Nachpflanzungen und der fehlenden Baurechtsmehrung führte dazu, dass nicht die maximale Strafe verhängt wurde. Teuer kommt es trotzdem. Dem Hauptverantwortlichen wurde nach Angaben der Gemeinde ein Bußgeld in mittlerer fünfstelliger Höhe zugestellt. Zudem hat er für eine fünfstellige Summe insgesamt 36 hochwertige Laubbäume mit einem Stammumfang zwischen 14 und 16 cm nachpflanzen müssen.

Auch die Firma, die die Baumfällungen vor Ort durchgeführt hat, hat ihr Bußgeld inzwischen offenbar akzeptiert. Der ganze Vorfall sei für alle Beteiligten ärgerlich gewesen und habe viel Zeit, Kraft und Geld gebunden, heißt es aus dem Rathaus. Das zuständige Umweltamt appelliert daher an alle, die im Gemeindegebiet einen geschützten Baum verändern oder fällen wollen, im Vorfeld eine Genehmigung einzuholen. „Auch die mit Baumfällungen befassten Firmen stehen in der Verantwortung.“ Sie müssen sich über örtliche Schutzbestimmungen informieren und sich vom Grundstückseigentümer entsprechende schriftliche Genehmigungen vorlegen lassen. die

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare