Carsharing-Vereine im Landkreis

Carsharing-Vereine im Landkreis Ebersberg bangen um ihre Zukunft

+
Da gab es noch Grund zum Feiern: VAT-Vorstand Klaus Breindl im Februar bei der Eröffnung der neuen Geschäftsstelle.

Auch die Carsharing-Vereine leiden unter der Krise. Es gibt drastische Einbrüche bei den Buchungszahlen – in Vaterstetten gibt es besondere Hilfsangebote.

Landkreis – Durch die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen leidet auch die Carsharing-Branche im Landkreis, die Buchungszahlen sind rapide gesunken: „Im Vergleich zum Januar hatten wir im März einen Rückgang von ca. 50 Prozent“, berichtet Angela Spiecker, Vorstandsmitglied bei den Aßlinger Auto-Teilern, dem jüngsten und kleinsten Carsharing-Verein im Landkreis. 2019 gegründet, hat der Verein derzeit 18 Mitglieder und zwei Autos, die vor allem von der Gemeinde Aßling genutzt werden, die jetzt aber ihre Geschäftsfahrten stark einschränkt. 

Um die Krise zu überstehen, ist laut Spiecker Voraussetzung, „dass kein Mitglied uns jetzt vorzeitig verlässt, bei keinem unserer Autos ein Schaden entsteht und die Mobilitätseinschränkungen nicht bis in den Sommer dauern, denn das würde unsere schmalen Rücklagen sprengen.“ Auf eine Normalisierung der Buchungszahlen bis Ende Juni hofft auch Wilma Östreicher, Vorsitzende der CarSharing-Union Markt Schwaben (CMS). „Wenn dem nicht so ist, müssen wir Fahrzeuge verkaufen, was dann zu Engpässen bei der Nutzung führen kann, was wiederum Nutzer vergrault, was in eine Abwärtsspirale führen könnte.“ Wie die meisten Carsharing-Vereine wird auch die CMS überwiegend ehrenamtlich geführt. „Dadurch erschlagen uns keine Personalkosten. Für die restlichen weiterlaufenden Kosten haben wir Soforthilfe beantragt.“ Die CMS hat derzeit 90 Mitglieder und acht Autos, von denen vier seit April vorübergehend stillgelegt wurden. Auch die Vaterstettener AutoTeiler (VAT) haben einen Teil ihrer Flotte stillgelegt. 

„Die Einbrüche bei den gebuchten Zeiten von 75 bis 90 Prozent fehlen bei den Einnahmen, wohingegen die Ausgaben nahezu unverändert weiterlaufen“, sagt VAT-Vorstand Klaus Breindl. Dennoch ist er zuversichtlich, dass der mit 28 Jahren älteste und mit über 450 Mitgliedern größte Autoteiler-Verein des Landkreises die Krise gut übersteht. Der VAT bietet derzeit allen Beschäftigten im Pflege-, medizinischen und ärztlichen Bereich, die Bereitschaftsdienste leisten, besondere Konditionen an, Interessenten können sich bei Walter Reimer (walter. reimer@carsharing-vaterstetten.de) oder Klaus Breindl (klaus.breindl@carsharing-vaterstetten.de) zur Absprache der genauen Vorgehensweise melden. „Wir wollen unseren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten und die geringe Auslastung unserer Fahrzeuge ermöglicht es uns, denjenigen, die durch die Corona-Krise besonders gefordert sind, ein wenig entgegen zu kommen“, so Breindl. Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbandes CarSharing (bcs), fordert Bund und Länder auf, Förderprogramme ins Leben zu rufen, um die dienstliche Nutzung von Carsharing-Angeboten durch Behörden und Unternehmen besonders zu fördern: „Carsharing in Deutschland wurde in den vergangenen 30 Jahren ohne jede finanzielle Förderung des Staates aufgebaut.

In der jetzigen Ausnahmesituation sollten Bund, Länder und Kommunen die Anbieter unterstützen, um diese Errungenschaft zu erhalten“, betont er. Schließlich sei Carsharing ein wichtiger Baustein für die klimaverträgliche Mobilität der Zukunft. se

Auch interessant:

Meistgelesen

Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Bauchwand- und Leistenbrüche nicht unterschätzen!
Vom Hartz-IV-Empfänger zum Bauzeichner
Vom Hartz-IV-Empfänger zum Bauzeichner
„Deutschland den Rücken stärken“
„Deutschland den Rücken stärken“

Kommentare