Kontakt mit einem Infizierten - und jetzt?

Chaos bei Corona-Tests

Ein medizinischer Mitarbeiter nimmt einen Abstrich aus dem Rachen der Frau
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Sich auf Corona testen lassen? Gar nicht so einfach wie gedacht

Was passiert, wenn ein Bekannter positiv auf Corona getestet wurde

Landkreis – Es ist Samstagvormittag. Auf dem Handy erscheint eine Nachricht: „Ich bitte um Rückruf. Es ist dringend.“ Die Nummer ist belegt. Später ruft der Sender dieser Nachricht zurück: „Ich habe einen positiven Corona-Test. Wir waren doch in Kontakt.“

Einen Augenblick gilt es Luft zu holen, dann zu reagieren. Corona-Hotline des Landratsamtes. Nach Hunderten von Versuchen kein Durchkommen. Die Nummer ist ständig belegt. Ein Blick auf die Website des Landratsamtes. Hat die Teststelle geöffnet? Nichts zu finden.

Kein Fahrplan, was zu tun ist, in solch einer Situation. Ein Anruf im Ebersberger Krankenhaus: „Bei uns können sie sich nicht testen lassen,“ kommt prompt als Antwort. Wo dann? Achselzucken. Schließlich ein Gespräch mit der kassenärztlichen Vereinigung. Was sollen wir tun? Die Frau am anderen Ende der Leitung weiß es nicht. Wo könne man hingehen. Auch das wisse sie nicht. Und wo kann man sich testen lassen? Auch dazu könne sie nichts sagen. Man solle einfach zu Hause bleiben. Ohne Symptome? Auch der Freund mit dem positiven Testergebnis hat keine Symptome.

Es scheint wie im Frühjahr: so richtig weiß offensichtlich niemand Bescheid und unmöglich einen Corona-Test zu bekommen ohne Krankheitssymptome. Dabei heißt es doch gerade in Bayern immer wieder: testen, testen, testen.

Erst auf Nachdruck vermittelt sie das Gespräch an einen Arzt weiter, der prompt zurückruft und sich sogleich auf den Weg macht für einen Test. Kaum in der Tür, die Frage, warum in allen deutschen Medien immer das gleiche stehe.

Wir seien doch Journalisten. Wo ist die notwendige Debatte? Er erklärt die Bilder aus Italien vom März: „Die Fotos mit den Särgen in den Militär-Lkws gibt es, weil die meisten Menschen in Italien in der Regel erdbestattet werden, Coronatote aber verbrannt werden müssen. Es gab einfach einen Stau vor den Krematorien. Aber jeder, der eine andere Meinung vertritt, wird einfach totgemacht.“

Auch den Test hält der Mann im Schutzanzug für wenig aussagekräftig: „Diese Tests sind wenig brauchbar.“ Er rechnet vor: „Das Ergebnis stimmt nur bei 6,5 Prozent.“ Eigentlich unsinnig, sich testen zu lassen, meint er. Der Doktor greift nochmals den Journalismus auf. „Auch wenn Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg nicht Recht haben, es ist ein Unding, sie und ihre Meinungen einfach abzukanzeln, nicht zu diskutieren, ihre Videos auf Youtube einfach zu löschen.“

Der Arzt brennt darauf, seine Sicht zu äußern. Es brodelt förmlich in ihm. Zwar verdiene er gut an diesen Tests, doch da stimme etwas nicht, meint er. Den Test führt er ordnungsgemäß durch. Ein Blick auf die Website des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Dort wird über die bayerische Teststrategie informiert: „Um den Schutz der Bevölkerung vor einer Corona-Infektion und ihre strikte Eindämmung zu gewährleisten, sind weitreichende Testungen unverzichtbar. Grundlage hierfür ist die Bayerische Teststrategie.“

Heißt: „Symptomatische Verdachtsfälle auf eine Covid-19-Erkrankung haben höchste Priorität. Sie werden wie bisher sofort und vorrangig getestet.“ Der Arzt fragt nach Symptomen. Keine lautet die Antwort. Dann könne er nicht testen und schreibt Halskratzen auf seinen Notfallschein, obwohl das nicht stimmt und ergänzt, dass damit auch die Quarantäne-Zeit, sollte sie denn kommen, kürzer wäre, denn nach Abklingen der Symptome wäre man bei negativem Test keine Gefahrenquelle mehr.

Das Gesundheitsamt? Hat sich auch 24 Stunden später noch nicht gemeldet. Es ist Wochenende, Sonntag. Auch das Testergebnis ist 24 Stunden später noch nicht da. Dabei heißt es doch auf der Internetseite des Ministeriums: „Um Erkrankte schnellstmöglich zu erkennen, hat die Testung von Personen mit Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hindeuten können, oberste Priorität. Dabei gilt als Ziel eine Testung innerhalb von 24 Stunden und die Vorlage des Ergebnisses ebenfalls innerhalb von 24 Stunden.“

Wahrscheinlich ist die Realität schlicht komplexer als die politische Sicht auf die Dinge. Mit einem hatte der Arzt Recht: ein wirklicher Diskurs über die Pandemie findet nicht statt. Kein Wunder, dass die Gesellschaft beginnt, sich zu spalten. Da kommt die Nachricht gerade Recht, dass der Bonner Virologe Hendrik Streeck ein Umdenken in der Corona-Politik fordert - Kees

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