„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Neuer und alter Einfirsthof Hofna in St. Christoph

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In St. Christoph entsteht ein Haus nach historischem Vorbild – und doch enthält es moderne Elemente

Steinhöring – „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“, so lautete das Motto des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“, der vergangenen Sonntag bundesweit dazu einlud, außergewöhnliche Denkmäler zu besichtigen. Mit dabei war auch der 1779 errichtete Einfirsthof Hofna in Steinhörings Ortsteil St. Christoph, den Rosemarie Oberschätzl-Kopp und Max Kopp liebevoll hergerichtet haben. Rosemarie Oberschätzl-Kopp stammt aus St. Christoph. „Das genaue Baujahr können wir allerdings nicht exakt bestimmen,“ erzählen die Hausbesitzer. „Gesichert ist, dass das Holz 1778/79 geschlagen wurde.“ 

Obwohl es regnet sind eine Menge Leute gekommen, um neugierig ins Innere treten zu können. Das Haus ist gut besucht. Man merkt schnell, die Besucher sind kein reines Durchgangspublikum. Die Fragen, die gestellt werden, verraten ernsthaftes Interesse. Vor zwei Jahren waren sie schon einmal dabei beim Tag des offenen Denkmals. Diesmal öffnen sie nur am Vormittag fürs Publikum, „sonst wird es uns zu viel.“ 

Der Firsthof, einst ein „halber Hof“, wie Max Kopp verrät, war früher in Wohnbereich, Stall und Tenne für den bäuerlichen Betrieb gegliedert. Die beiden, er ist Bänker, sie Agrarwissenschaftlerin, nahmen Geld in die Hand – etwa 600.000 Euro – und richteten den einstigen Stall und die Tenne zu ihrem Wohnbereich her. Im früheren Stall ist heute die Küche. Auf stolze 220 Quadratmeter Wohnfläche kommt das Heim. Ihr Wohnzimmer hat eine enorme Deckenhöhe. Zwar beachtete man die historische Bausubstanz und sanierte und restaurierte ganz im historischen Sinn, doch brachte man zugleich auch zeitgenössische Elemente mit ein, die übrigens großes Wohlgefallen bei der Denkmalbehörde ausgelöst haben, wie das Paar erzählt. 

Von Außen sieht das Haus historisch aus, liebevoll hergerichtet, im Detail, doch in die Tenne sind zum Beispiel große moderne Fenster eingezogen, das so geschickt, dass es kaum auffällt. Dort, wo altes Material zu retten war, wurde es erhalten, nur dort, wo das nicht mehr möglich war, verwendete man neues. Der Boden im Wohnzimmer ist zum Teil der alte Scheunenboden, raues Holz. „Doch ob eine Tür nun tatsächlich 200 Jahre alt ist, oder nur so aussieht, wird ein Laie kaum unterscheiden können,“ verdeutlicht der Hausherr. Der eigene Wohnbereich ist längst fertig. Derzeit wird die einstige bäuerliche Wohnung saniert, auch das denkmalbedacht. Dort soll ein Gästehaus entstehen, das man zukünftig an Feriengäste vermieten will. Für die Gäste entsteht auch eine Sauna und ein Whirlpool, doch nicht einfach so, irgendwo als Fremdkörper, sondern in einem denkmalgeschützten Stadl integriert, den man in einem Nachbarort fand und komplett nach St. Christoph neben das Haus setzte, im Übrigen ganz ohne ihn für den Transport zu zerlegen. 

Bei diesem Hof trifft das Motto des diesjährigen Aktionstages zum Tag des Denkmals ziemlich gut: hier ist Historisches erhalten, gleichzeitig der Umbruch in die Moderne zu sehen – beides wunderbar vereint. Neues kann sich also sehr wohl mit Altem verbinden – man muss nur das nötige Gespür dafür mitbringen. Hübsch übrigens, vor dem Haus ist liebevoll ein alter Bauerngarten wiederentstanden. Darin wächst üppiges Grün. Kees

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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