Pressetermin im Landratsamt

Neue Corona-Erkenntnisse bringen neue Corona-Maßnahmen

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Mittlerweile ist die 5. Bayerische Infektionsschutzverordnung in Kraft. Josef Köll und Jan Köhnen vom Landratsamt Ebersberg erklären, was dies für die Unternehmen bedeutet

Landkreis – In aller Munde, aber noch immer nicht komplett erforscht: Das Corona-Virus und seine Ausbreitung. Inzwischen gilt die 5. Bayerische Infektionsschutzverordnung. Mit ihren der Situation angepassten Regeln, welche Maßnahmen zur Minderung der Ausbreitung des Virus und seiner Krankheitsbilder zu ergreifen sind, wird diese bestimmt nicht die Letzte sein. Mit rund 440 Anzeigen bezüglich der Verletzung der Infektionsschutzverordnung waren Jan Köhnen und sein Kollege Josef Köll im Landratsamt Ebersberg bisher befasst gewesen. „Im unteren einstelligen Bereich liegt die Prozentzahl der angezeigten Verstöße von Unternehmern“, erklärte Köll. Den Löwenanteil der Anzeigen betraf die Kontaktbeschränkung der Bürger untereinander. 

Rund 20 Anfragen täglich bekommen die zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes im Sachgebiet öffentliche Sicherheit bezüglich der durchzuführenden Corona-Maßnahmen. Zuständig sind sie für die Beratung der Unternehmen. Sie erläutern, welche Maßnahmen erforderlich sind, um den Betrieb – sei es eine Gastronomie oder ein Einzelhandelsgeschäft – für Kunden zu öffnen. Generell gilt das Abstandsgebot einzuhalten und den Mund- und Nasenschutz zu tragen, insbesondere wenn Unternehmensmitarbeiter und Kunden miteinander kommunizieren. Zweifelsohne haben die Gastronomen im Vergleich zum Einzelhandel einen erheblichen Mehraufwand zu leisten, um ihre Gäste bewirten zu können. Schon allein das Hygienekonzept, welches für jedes Unternehmen Pflicht ist, zeigt den zeitlichen Mehraufwand. Bereits bei der Tischreservierung und der Aufnahme der Kontaktdaten der Gäste – die nach einem Monat wieder gelöscht werden sollen – beginnt für die Gastronomen der Maßnahmenkatalog und setzt sich beim Parkplatzkonzept fort. Am Eingang werden die Gäste begrüßt, auf das Hygienekonzept hingewiesen und dann zum Platz geführt, der zuvor desinfiziert wurde. Die Innenräume werden immer wieder gelüftet. Mund-Nasen-Schutzmasken sind für die Mitarbeiter Pflicht – sogar in der Küche, wenn mehr als drei Personen dort arbeiten und der 1,5 – 2 Meter Abstand nicht gewahrt werden kann. Jedes Unternehmen hat sein eigenes Hygienekonzept. Hierbei ist die Größe der Räumlichkeiten als Basis für die Anzahl der Besucher ausschlaggebend. „Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann (ärztliches Attest sinnvoll), muss vom Arbeitgeber mit einer Tätigkeit betraut werden, die ohne Gast-/Kundenkontakt ausgeführt werden kann“, so Köll. 

Generell zeigen sich die Gastronomieräume in modernster Sachlichkeit, denn hier ist alles, was mit dem Gast in Kontakt kommt, nach seinem Besuch zu desinfizieren, weshalb in vielen Gaststätten man auf minimalistische Raumdeko setzt und die Speisekarten laminiert sind. Um die jeweilige Bayerische Infektionsschutzverordnung durchführen zu können, werden die einzelnen Sparten von ihren Verbänden „unterschiedlich unterstützt“, wie Josef Köll feststellte. Ein besonderes Lob erhielt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der seine Mitglieder vorbildlich unterstützt. „Ja macht denn der ALDI heut‘ denn gar nicht auf? Aber da sind doch schon Leute drin.“ Ja, solche Bemerkungen kann man schon in der Früh vor den Discountern hören, wie ALDI-Regionalverkaufsleiter Alexander Hoven bestätigte. „Wir können nur eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Filiale zum Einkaufen hineinlassen. Je nach Größe der Filiale steht die Anzahl der Einkaufswägen am Eingangsbereich. Sind diese weg, wird die Eingangstüre geschlossen. Nach draußen können die Kunden im Laden jederzeit. Diese Türe ist offen“. Mund- und Nasenschutzmasken sind von den Mitarbeitern ordnungsgemäß zu tragen. „Offene Schutzvisiere statt der Masken sind nicht zulässig“, betonte Köll. Desinfektionsmittel im Einzelhandel sind eine freiwillige, kundenfreundliche Maßnahme.ar

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