Corona im Landkreis Ebersberg

„Corona wird noch lange ein Thema sein“

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Das Hilfsklinik soll bis 1. September abgebaut werden.

Die Corona-Auswirkungen werden noch lange anhalten. Erste Schritte zur Normalität hat der Landkreis aber schon festgelegt.

Landkreis – „Ab dem 1. September steht die Turnhalle der Ebersberger Realschule wieder der Schule und dem Vereinssport zur Verfügung“, versicherte Landrat Robert Niedergesäß. „Die Kreisklinik selbst kann von 328 auf 500 Betten erweitert werden. Die aktuellen Infektionszahlen machen das Hilfskrankenhaus nicht mehr erforderlich“. Im erneuten Bedarfsfall heißt es dann: „Wir wissen, wie’s geht. Klinik-Aufbau in zwei Wochen und die Diagnostik-Einrichtung wird ohnehin nicht zurückgefahren“.

Im Landratsamt selbst wird man noch lange mit den Auswirkungen des Corona-Virus befasst sein. Dies reiche von direkten Maßnahmen wie der Ausbildung der CTT-Teams bis hin zum Abbau von Überstunden und Urlaubsansprüchen. Aktuell – „wir haben noch immer den K-Fall (Katastrophenfall)“ – sind etwa 180 Mitarbeiter direkt mit den Auswirkungen von Corona befasst, erklärte die stellvertretende Landrätin im Amt Brigitte Keller. Auch der Krisenstab ist noch im Einsatz. Rund 30.000 Euro für die Errichtung der Hilfsklinik werden beim Landkreis hängenbleiben, schätzte Niedergesäß. Den Lö- wenanteil von hoffentlich 80 Prozent werde der Freistaat tragen. Die Einmal-Verbrauchsgüter werden der Kreisklinik übergeben. Positiver Aspekt für Schule und Vereinssport ist die neue Lüftungsanlage in der Dr.-Wintrich-Sporthalle. 

Am Mittwoch waren im Landkreis 16 Patienten mit Corona-Infektionen gemeldet. Mit den Corona-Reihenuntersuchungen hat man bereits Erfahrung gesammelt. Während der ersten Corona-Welle wurden in einem Unternehmen „903 Tests durchgeführt und das an nur zwei Tagen“, so Keller. Bis zu 500 Tests könnten an einem Tag durchgeführt werden. Im Landratsamt werden derzeit die geplanten Corona-Reihenuntersuchungen vorbereitet. Ab dem 15. Juni haben alle Senioren-Einrichtungen und solche für Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, sich vor Ort im mobilen Labor auf das Virus testen zu lassen. Die jeweiligen Einrichtungsleiter entscheiden dann, ob ihr Diensthabendes Mitarbeiter-Team – von der Heimleitung bis zur Reinigungskraft – sich kontinuierlich einmal pro Woche einem Test unterzieht. Der Freistaat soll die Kosten der Reihenuntersuchungen übernehmen. 

Auch in der Kreisklinik selbst werden solche Untersuchungen durchgeführt. Bisher habe man in keinem der Seniorenheime im Landkreis einen Corona-Ausbruch verzeichnen können. Doch auch hier hatte man in dem Dutzend Einrichtungen zu Beginn der Pandemie vorsorglich Quarantäne-Räumlichkeiten eingerichtet. Kommen keine neuen Corona-Wellen, so wird man die Auswirkungen des Virus bis ins nächste Jahr spüren. „Viele Leistungsträger haben ihren Urlaub aufgeschoben“, von Überstunden wolle man erst gar nicht reden, so Keller. Die Mitarbeiter haben ein Recht auf Urlaub und Erholung. „Corona wird noch lange ein Thema sein“, schloss Landrat Robert Niedergesäß. ar

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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